Stärkste Rallye seit 1930
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 16. April 2009, 17:00 Uhr
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Liebe Nebenwerte Freunde,
ganz langsam rücken die Ostertage in den Hintergrund und werden vom Arbeitsalltag verdrängt. Der ist aber, allen Unkenrufen zum Trotz, gar nicht so grau für uns Anleger. Denn die Kurse ziehen weiter an und haben sich teils schon um bis 30 Prozent von ihren Tiefs lösen können. Marktbeobachter sprechen von der stärksten Rallye seit 1930. Daher ist es kein Wunder, wenn immer mehr Investoren diese Bewegung hinterfragen oder kleinreden". Vor allem natürlich diejenigen Fondsmanager, die überhaupt nicht investiert sind und nun die Rückleuchten des abgefahrenen Zuges sehen.
Aber keine Angst, ich will mich nicht in das muntere Ratespiel Bodenbildung oder nicht" einmischen. Gerne gebe ich Ihnen hier an dieser Stelle aber wie gewohnt wichtige Argumente zur Meinungsbildung an die Hand.
Gute und schlechte Nachrichten halten sich die Waage
Vor allem in den letzten Tagen wurde die psychologische Komponente des Börsenhandels wieder mehr als deutlich. Schlechte Nachrichten wie die katastrophale Industrieproduktion, schlechter als erwartete Einzelhandelsdaten, mäßige Quartalszahlen und fehlende Ausblicke konnten den Aufwärtstrend nicht gefährden. Man konzentrierte sich ganz einfach auf die positiven operativen Zahlen der Banken und hinterfragte auch nicht, ob diese evtl. von den drohenden Abschreibungen übertroffen werden. Auch die wohlwollenden Worte von Ben Bernanke zu einer möglichen Wende der US-Konjunktur um die Jahreswende herum verhalfen den Bullen zu Frühlingsgefühlen. Aber mal ganz ehrlich: welcher hartgesottene Spekulant oder Investor richtet sein Handelsbuch nach den Sonntagsreden von Lobbyisten aus? Zu mal, wenn diese schon mehrfach die Unwahrheit gesagt haben, oder über Dinge reden, die eher in Gottes Händen als in denen der FED liegen?
Eigentlich kann ich mich gar nicht oft genug wiederholen. Die Börse blickt etwa sechs bis acht Monate nach vorne. Da die derzeitige Rallye in einem reifen Stadium ist, sollten nun bald belastbare gute Nachrichten auf den Markt treffen, um die Rallye zu stützen. Noch gibt es keine Hinweise darauf, ob die Baisse hinter uns liegt, oder ob wir nur eine gewöhnliche Bärenmarktrallye sehen.
Um hier keine weiteren Mutmaßungen anzustellen, wollen wir die Charts sprechen lassen. Heute werde ich Ihnen den wichtigsten Nebenwerte-Index, den Russell 2000, aus einer ganz anderen Perspektive zeigen, nämlich in der Point & Figure-Variante. Wegen der vielen positiven Zuschriften von Ihnen zu diesem Thema, für die ich mich nochmals recht herzlich bedanken will, werde ich Ihnen gerne dieses Thema hier näher bringen.
Unverstellter Blick auf Angebot und Nachfrage
Der Point & Figure-Chart zeigt das reine Verhältnis von Angebot und Nachfrage ohne Zeitfaktor. Es werden nur wirklich relevanten Preisbewegungen im Chart notiert, was den Vorteil hat, dass das unbedeutende Rauschen" des Marktes ausgeblendet wird und Sie sich viel besser auf den relevanten Trend konzentrieren können. Steigende Preise werden durch eine ansteigende Säule von s" dargestellt, fallende Notierungen durch eine abfallende Spalte von s". Der Zeitfaktor hat wie gesagt keine Bedeutung, wird aber zur besseren Orientierung abgetragen. Für eine neue Spalte, also für den Wechsel zwischen Angebot und Nachfrage, ist ein relativ starkes Umdenken unter den Marktteilnehmern notwendig. Ein einfaches Kaufsignal entsteht, wenn eine X-Säule" die unmittelbar vorhergehende X-Säule übersteigt. Ein simples Verkaufssignal entsteht, wenn eine O-Säule" die vorhergehende O-Säule" unterschreitet. Natürlich gibt es auch komplexere Signale und verschiedene Marktzustände, auf die ich bei Interesse zukünftig gerne eingehen werde.
Im traditionellen 3 Box Reversal Chart" ist eine Bewegung von drei "Boxen" oder Einheiten notwendig, um eine neue Spalte zu beginnen. Dadurch zeigen Point & Figure-Charts einen ganz neuen und unverbauten Blick auf das, was die Märkte bewegt: Den Kampf zwischen Angebot und Nachfrage. Zonen im Preischart mit dominierenden Unterstützungen oder Widerständen werden viel deutlicher als z.B. bei Kerzencharts.