Staatspleite? Dies sind die möglichen Gründe!

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Hier etwas, was ich in der Daily Press gelesen habe:

Staatliche Angestellte verdienen in den USA mehr als in der freien Wirtschaft

Das ist ein Teil des Grundes, warum Staaten, Städte und Landkreise ächzen, bei zurückgehenden Steuereinnahmen ihre Haushaltspläne einzuhalten. Diese Haushaltspläne stehen durch die hohen Ausgaben für staatliche Angestellte - welche mehr als in der freien Wirtschaft verdienen - unter Druck.

Letzten Monat veröffentlichte das Bureau of Labor Statistics (BLS) Zahlen zur Lohnhöhe, aufgeschlüsselt nach Region, Arbeitgeber, Arbeitsplatz...

Hier das Ergebnis für Hampton Roads im Juli 2009:



Der durchschnittliche im öffentlichen Dienst Arbeitende (Vollzeit) verdiente in dieser Region 23,46 Dollar pro Stunde. In der freien Wirtschaft lag der Stundenlohn bei 18,87 Dollar.

Man könnte denken, dass der Unterschied wegen der Art der Arbeit zustande kommt - dass z.B. im Privatsektor mehr niedrig qualifizierte Jobs vorhanden sind. Und das stimmt zum Teil auch. Aber das BLS liefert auch Zahlen für jeden Beruf, deshalb kann man Äpfel mit Äpfeln vergleichen.

Und wenn man das tut, dann hat der öffentliche Dienst immer noch Vorteile. Nehmen wir Sekretärinnen. In Hampton Roads verdienen die bei der Regierung durchschnittlich 16,86 Dollar je Stunde, verglichen mit 13,72 Dollar im Privatsektor. Im Gesundheitssektor Tätige verdienen im öffentlichen Dienst durchschnittlich 29,63 Dollar je Stunde, im privaten Sektor 23,80 Dollar. Der einzige Berufszweig, bei dem im öffentlichen Dienst Tätige im Nachteil sind, ist der Bereich des Top-Managements.

Aber Löhne sagen nicht alles - es geht auch um Sozialleistungen und sonstige Vorteile.

Es geht um die Krankenversicherung. Und besonders um die Pensionen.

Das BLS schätzt dass in der privaten Industrie im Durchschnitt der gesamten USA Lohnnebenkosten von 8,03 Dollar je Stunde anfallen. Im öffentlichen Dienst (Bundesstaaten und Gemeinden) sind es 13,65 Dollar je Stunde. Wenn man den Lohn und die Lohnnebenkosten addiert, dann zahlt der öffentliche Dienst in den USA rund 45% mehr als der private Sektor.

Der private Sektor ist jetzt dabei, Schulden zurückzuzahlen...soweit ich das sehen kann. Private Unternehmen kürzen ihre Lohnausgaben. Sie kürzen ihre Ausgaben. Sie wollen ihre Gewinnmargen schützen - im Normalfall.

Aber der öffentliche Dienst denkt wohl, dass er eine andere Rolle spielen muss - eine antizyklische Rolle. Während der private Sektor zurückschraubt, drückt der öffentliche Sektor das Gaspedal kräftig durch.

Das ging in den letzten 1,5 Jahren so. Die Regierung zahlt mehr. Stellt neue Leute ein. Und versinkt immer tiefer im Schuldensumpf.

Walter Wristin schrieb einmal: "Regierungen können nicht Pleite gehen." Aber das zeigt nur, warum die Banken soviel Probleme haben....Wriston war einmal Vorstand der Citibank...

Das Problem mit den heutigen Volkswirten und Finanzanalysten ist, dass sie zu viel Mathe und zu wenig Geschichte studieren. Wenn sie mehr Geschichte studieren würden, dann würden sie wissen, dass die ganze Zeit über Regierungen Pleite gegangen sind. Dann würden sie wahrscheinlich auch einen Hinweis darauf bekommen, warum Regierungen Pleite gehen - sie bezahlen zu viel. Sie stellen zu viele Leute ein. Sie geben zu viel Geld aus für Brot und Spiele; und sie sind in zu vielen kostspieligen Kriegen engagiert.

Was ist daran Neues?

Nichts. Aber jetzt, wo so viele Schulden dennoch bei so vielen Schuldnern verteilt sind, die noch nicht alarmiert sind...können wir alle Pleite gehen.


von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Hauling

Warum will man uns nicht aus der Euro-Gemeinschaft entlassen und hat scheinbar so triftige Gründe dafür. Ich verstehe die Schweizer und Norweger sehr gut und kann nachvollziehen, warum sie nicht in diese Euro-Gemeinschaft wollen. Ihnen geht es erheblich besser als uns. Merke: Ein gesunder Apfel wird selber faul, wenn er neben einem angefaulten Apfel liegt.

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Kommentar von Christos

Die Ähnlichkeiten zwischen GR und US sind erstaunend.

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Kommentar von walter bruno

...und keine Regierungsbehörde wird abgebaut oder eingeschränkt in der Bezahlung, keine Reform der Wasserköpfe findet statt. Wer kann denn noch impotente "Volksvertreter" lange durchhalten ? Die Griechen gehen doch auch deswegen auf die Strasse, weil sie nicht sehen, dass irgendeiner von den Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen wird....wir gehen tollen Zeiten entgegen. Das dicke Ende kommt noch !

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