Staatsanwaltschaft geht massiv gegen „Pusher“ vor
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 27. September 2010, 12:00 Uhr
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*** „Ich beschwöre euch, meine Brüder, bleibt der Erde treu und glaubt denen nicht, welche euch von überirdischen Hoffnungen reden!"
Mit diesem Nietzsche-Zitat beginnt der heutige Trader´s Daily.
Das passt.
Nun, die Trader´s Daily-Gemeinde glaubt „denen" hoffentlich ohnehin nicht. Diesen Giftmischern und „Pushern", welche Pennystocks hochjubeln, nachdem sie sich vorher selber eingedeckt haben. Weshalb nun das Zitat? Deshalb:
Frohe Kunde von der Staatsanwaltschaft München und der Finanzaufsicht BaFin. Das Handelsblatt meldet, dass diese gegen mutmaßliche Anlagebetrüger durchgreifen. Ich zitiere:
„Wie das Handelsblatt erfuhr, durchsuchten die Staatsanwaltschaft München und die Finanzaufsicht BaFin am Dienstag bundesweit und in Österreich fast 48 Firmen- und Privatgebäude von insgesamt 31 Verdächtigen. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage, dass drei Personen festgenommen wurden.
Bei den Ermittlungen geht es um den Verdacht des Insiderhandels und der Marktmanipulation. Die Verdächtigen sollen in mindestens 20 Fällen Aktien von meist wertlosen Unternehmen gekauft und anschließend gemeinschaftlich hochgetrieben haben. Über Kanäle wie Börsenbriefe oder Onlineforen wurden die Papiere einer breiten Anlegerschaft zum Kauf angeboten. In der Mehrheit der Fälle stürzten die Aktienkurse anschließend ab, viele der hochgejubelten Papiere dümpeln heute als Pennystocks vor sich hin."
Und weiter: „Um welche Aktien es sich bei den jetzt laufenden Ermittlungen dreht (...) und wer die Beschuldigten sind, wollten weder Staatsanwaltschaft noch BaFin auf Anfrage kommentieren. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen seit dem Jahr 2007, die Fälle liegen zum Teil schon länger zurück, stammen nach Handelsblatt-Informationen aber auch noch aus der Zeit danach. Den Durchsuchungen waren mehrere Strafanzeigen der BaFin vorausgegangen. Insiderhandel und Marktmanipulation können in Deutschland jeweils mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen geahndet werden."
Gut, dass da mal durchgegriffen wird. Ich habe hier im Trader´s Daily mehrfach vor „Pushern" gewarnt. Oft entlarvt diese schon der Blick ins Impressum, wenn dort darauf hingewiesen wird, dass die „Empfehlenden" selber Positionen in den jeweiligen Titeln halten. Oft sind solche „Push-Versuche" aber rein kriminell, kommen via Massen-Spam-Email, haben Sie wahrscheinlich auch schon mal im Posteingang gehabt.
Ich kann es gar nicht oft genug wiederholen: Solche unaufgefordert erhaltenen „Empfehlungen" am besten sofort löschen. Warum wohl sollte jemand kostenlos eine angeblich so gute Empfehlung rausschicken?
In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass bei meinen Börsendiensten die Performance von einer unabhängigen Institution geprüft wird und es strenge Compliance-Regeln gibt. Recht so.
Doch Vorsicht vor den „Pushern"! Das übliche Muster findet sich leider gerade bei kleinen Rohstoff-Explorern oft, die nur wenige Cents kosten.
Bleiben Sie wachsam.
*** Bevor ich es vergesse: Wegen einer Wette noch ein ganz besonders herzlicher Gruß an die „Wohnungsbauförderung Kreisverwaltung Rhein-Sieg-Kreis"...
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Helga M (27.09. 2010 12:38 Uhr):
Die Pusher richten viel Schaden an. Das stimmt. Aber die Basher auch. Die ruinieren auch Werte, die in Ordnung sind, wo es aber gerade Schwierigkeiten verschiedenster Art gibt, jetzt z.B. durch die Wirtschaftskrise. Gegen die Basher müßte genauso vorgegangen werden. Gruß H.M.
Antworten - Kommentar von Peter Klein (27.09. 2010 13:07 Uhr):
Lieber Herr Vaupel, das ist doch eine sehr einseitige und etwas naive Sicht der Dinge. Natürlich ist dieses Gepushe am Markt negativ und schädlich, aber meinen Sie nicht auch, dass diese Hanselmänner nur die Spitze des Eisberges sind?! Sind es nicht die Marketing-, Beratungs- und Handelsabteilungen der Banken, die kreativ dafür Sorge tragen, dem Kleinkunden allerlei Mist aufzuschwatzen. Ob Anleihen, Aktien, die aus dem internen Bankdepot müssen oder zahlreiche Derivate, die selbst höchst explosiv sind. Aus meiner Sicht geht die Aktion nur vom Bankenkonsortium aus, da deren Spielfeld betreten wurde. Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht intensiv wegen der Landesbankenprobleme und deren Auswirkungen auf die Sparkassen und deren Kunden? Hier geht es darum, dass der Staat mal wieder den Anschein erweckt, auf Seite des kleinen Mannes zu stehen. Kleinbetrüger werden zur Strecke gebracht. Die großen Akteure verrichten ihr Handwerk weiter, gedeckt von Politik und Staat. Viel Erfolg!
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