Spread-Rolling 2.1.4
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 5. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
und herzlich Willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Optionsstrategien! Bislang haben wir uns mit dem Rollen von Spreads beschäftigt. In der letzten Ausgabe vom vergangenen Mittwoch hatten wir uns mit der Kombination beider, uns zur Verfügung stehender, Roll-Möglichkeiten beschäftigt. Dabei hatten wir unseren Bull Put Spread sowohl in Optionen mit längerer Restlaufzeit, als auch in Optionen mit tieferen Strikes gerollt.
Eigentlich wollte ich Ihnen heute - wie versprochen - zum Abschluss ein Auszahlungsdiagramm präsentieren. Dies möchte ich nun doch auf nächste Woche verschieben und Ihnen stattdessen noch einmal eine Rollkombination vorstellen, in der wir zusätzlich auch das Theta berücksichtigen und das Gesamtrisiko ein wenig minimieren wollen.
Gehen wir also noch einmal zu unserer Ursprungsposition zurück:
Verkauf 80er Put auf Aktie X (Januar) zu 1,15 Euro
Kauf 75er Put auf Aktie X (Januar) zu 0,25 Euro
Aktie X notiert bei 83 Euro
(Noch einmal: Nicht vergessen:wir haben die ursprüngliche Januar-Position ausgehend vom November gewählt. Stellen Sie sich im nachfolgenden Beispiel also einfach wieder vor, es sei noch November.)
Wir nehmen nun an: Aktie X fällt auf 80 Euro; zudem ist die Hälfte der Restlaufzeit vergangen (d.h. Restlaufzeit beträgt noch 1 Monat).
Unser Spread stellt sich nun folgendermaßen dar: 80er Put zu 1,60 Euro und 75er Put zu 0,20 Euro.
Wenn unser Trader seine Position nun schließen möchte, also:
Rückkauf 80er Put zu 1,60 Euro
Verkauf 75er Put zu 0,20 Euro
Das kostet unseren Trader 1,40 Euro. Zuzüglich der Nettoprämie von 0,90 Euro beträgt der Verlust also nur noch 0,50 Euro (anstelle von 0,85 Euro bei Closing der Position kurz nach Eröffnung wie in der letzten Ausgabe).
Gut, nun lassen wir unseren Trader erneut eine März-Position eröffnen (also eine Position mit 3 Monaten Restlaufzeit, anstelle von 4 Monaten wie in der letzten Ausgabe).
Zugleich wollen wir das Risiko minimieren und wählen deshalb einen engeren Spread! Also z.B.:
Verkauf 78er Put auf Aktie X (März) zu 1,80 Euro
Kauf 75er Put auf Aktie X (März) zu 0,85 Euro
Das bringt netto 0,95 Euro ein! Abzüglich des Verlustes durch das Schließen der Januar-Position liegt das maximale Gewinnpotenzial nun bei 0,45 Euro. Der Break-Even liegt bei 77,55 Euro (also so lange Aktie X bei Verfall über 77,55 Euro notiert, bleibt die Position im Gewinn.) Zugleich haben wir das Gesamtrisiko gesenkt! Das maximale Verlustpotenzial beträgt nur noch 2,55 Euro (anstelle von 4,10 Euro). Sie sehen, zwar ist das maximale Gewinnpotenzial gesunken, dafür aber auch das maximale Verlustrisiko! Bei dieser Variante hat unser Trader zudem seine Erwartungshaltung ein wenig angepasst und sich stärker nach unten abgesichert!
Eine andere Variante wäre z.B. auch die Eröffnung eines 79/76 Spreads (März) - 79er Put zu 2,20 Euro, 76er Put zu 1,10 Euro. Maximales Gewinnpotenzial: 0,60 Euro. Maximales Verlustrisiko: 2,40 Euro. Break Even liegt bei 78,40 Euro.
Oder die Eröffnung eines 80/75er Spreads (März) - 80er Put zu 2,70 Euro, 75er Put zu 0,85 Euro. Maximales Gewinnpotenzial: 1,35 Euro. Maximales Verlustrisiko: 3,65 Euro. Break Even liegt bei 78,65 Euro.
Je nach Erwartungshaltung und Risikofreude!
Sie sehen, es gibt eine Menge Möglichkeiten so eine Position aktiv zu managen! Wichtig ist, jeden Faktor zu kennen und in die strategischen Überlegungen mit ein zu beziehen. Und natürlich genügend Zeit zur Verfügung zu haben! ;-)
Damit verabschiede ich mich nun aber für heute und wünsche Ihnen ein entspannendes Wochenende! Ich freue mich, wenn wir uns am nächsten Mittwoch wieder lesen...
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus