Spread Rolling 2.1
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 27. Januar 2010, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
ich freue mich sehr, Sie auch heute wieder zu den Optionsstrategien begrüßen zu dürfen. Nach wie vor beschäftigen wir uns mit dem Rollen von Spreads.
Sie mögen sich erinnern, ich hatte geschrieben:
Hierfür bestehen zwei Möglichkeiten, welche man verfolgen kann:
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das Rolling in Optionen mit tieferen Strikes
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das Rolling in Optionen mit längerer Laufzeit
In der letzten Woche haben wir das Thema "Rolling in Optionen mit längerer Laufzeit" abgeschlossen. Heute möchte ich nun mit der zweiten Möglichkeit, die unser Trader in unserem Beispiel hat, beginnen:
Das Rolling in Optionen mit anderen Strikes
Auch diese Möglichkeit bietet natürlich einiges an Spielraum, je nachdem wann unser Trader seine bestehende Position auflösen und eine neue Position eingehen möchte, je nachdem wie sich der Kurs von Aktie X entwickelt und natürlich je nachdem wie sich die Erwartungshaltung unseres Traders entwickelt.
Beginnen wir wieder mit unserem ursprünglichen Beispiel eines Bull Put Spread (zur Erinnerung: wir haben die ursprüngliche Januar-Position ausgehend vom November gewählt. Stellen Sie sich im nachfolgenden Beispiel also einfach wieder vor, es sei noch November.)
Verkauf 80er Put auf Aktie X (Januar) zu 1,15 Euro
Kauf 75er Put auf Aktie X (Januar) zu 0,25 Euro
Aktie X notiert bei 83 Euro
Sobald sich nun der Kurs von Aktie X dem Short-Strike nähert, beginnt unser Trader sich um seine Ursprungsposition Gedanken zu machen. Er hätte nun die Möglichkeit seine Position in Optionen mit längerer Restlaufzeit zu rollen. Hingegen kann unser Trader sich aber auch - ich sage einmal - an die neuen Umstände anpassen und seine Position sozusagen weiter nach unten absichern, also den Break Even weiter nach unten setzen.
Sehen wir uns das Ganze einmal anhand unseres Beispiels an:
Aktie X fällt auf 80 Euro
Inzwischen ist die Hälfte der Restlaufzeit vergangen (nicht vergessen, auch das Theta spielt eine Rolle; deshalb wollen wir es diesmal von Anfang an mit einbeziehen).
Der 80er Put notiert nun bei 1,60 Euro, der 75er Put bei 0,20 Euro. Unser Trader schließt nun eine ursprüngliche Position. Also:
Rückkauf 80er Put zu 1,60 Euro
Verkauf 75er Put zu 0,20 Euro
Das kostet unseren Trader also 1,40 Euro, abzüglich der Nettoprämie von 0,90 Euro, beträgt der Nettoverlust 0,50 Euro.
Unser Trader erwartet noch immer, dass Aktie X am Laufzeitende bei 80 Euro oder auch darüber notiert. Er will allerdings sein Gesamtrisiko reduzieren.
Er könnte nun folgende Position eröffnen:
Verkauf 79er Put auf Aktie X zu 1,15 Euro (Januar)
Kauf 76er Put auf Aktie X zu 0,30 Euro (Januar)
Die Nettoprämie beträgt hier 0,85 Euro, abzüglich des Nettoverlustes von 0,50 Euro aus dem Schließen der ursprünglichen Position beträgt sein maximaler Gewinn also 0,35 Euro. Somit wurde zwar das Gewinnpotenzial reduziert, dafür aber auch das Verlustrisiko.
Das maximale Verlustrisiko liegt nun nicht mehr bei 4,10 Euro wie zuvor, sondern nur noch bei (3 Euro - 0,35 Euro ) 2,65 Euro. Der Break Even wurde sozusagen nach unten verlegt und liegt bei 78,65 Euro. Notiert Aktie X also bei Verfall über 78,65 Euro, dann ist die Position im Gewinn.
Dies ist nur eine von vielen Spielmöglichkeiten"! In der kommenden Ausgabe sehen wir uns noch ein paar andere Varianten und ein Auszahlungsdiagramm zur besseren Übersicht an.
Damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag!
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus