Spekulationsblase am US-Immobilienmarkt
unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom 06. März 2003 18:00 Uhr
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Derzeit fallen an den amerikanischen Börsen die Aktien aus dem Immobiliensektor besonders stark. Der S&P Homebuilding Index verlor am Dienstag satte 7 %, unbeeindruckt von der Tatsache, dass Alan Greenspan einer Gruppe von Bankern versicherte, dass es keine Spekulationsblase am US-Immobilienmarkt geben würde.
Greenspan erklärte: "Die großen Zuflüsse der Immobilienfonds in den letzten 2 Jahren sind von einigen Analysten als Beleg für das Entstehen einer Spekulationsblase angeführt worden, nicht unähnlich wie bei der vorigen Spekulationsblase am Aktienmarkt, deren Platzen in den letzten Jahren soviel Ärger gemacht hat." Aber laut Greenspan sei jede Analogie zu der Entwicklung am Aktienmarkt wirklich weit hergeholt ...
Und weiter: "Natürlich könnten die Immobilienpreise nach dem scharfen Anstieg der letzten Jahre etwas zurückkommen. Aber ein regelrechter Preiseinbruch, was die Folge einer platzenden Spekulationsblase wäre, scheint mehr als unwahrscheinlich."
Das ist eine Erleichterung! Der gleiche Bürokrat, der das Entstehen einer Spekulationsblase am Aktienmarkt übersehen hatte, versichert jetzt der Nation, dass die sogenannte Spekulationsblase am Immobilienmarkt nur ein Produkt kollektiver Phantasie sei! Interessanterweise gibt Alan Greenspan zu, dass das Platzen dieser angeblich nicht existierenden Spekulationsblase am Immobilienmarkt zu Problemen führen würde.
"Auch moderat fallende Immobilienpreise würden das Niveau der nicht realisierten Kapitalgewinne vermindern. Der Refinanzierungsboom (Erhöhung der Hypotheken, um das zusätzliche Geld in den Konsum stecken zu können) würde bei fallenden Immobilienpreisen zurückgehen ... der Wachstumspfad der letzten Jahren dürfte im laufenden Jahr abflachen, womit auch die Unterstützung der Konsumausgaben der privaten Haushalte nachlassen wird."
Sollten wir uns Sorgen über eine Spekulationsblase am Immobilienmarkt machen? Die meisten der Geschöpfe Gottes machen sich über solche Dinge keine Sorgen. Sie kümmern sich nicht um den Marktwert ihrer Schlafplätze. Aber Menschen, die ihre Hypotheken erhöhen wollen, um mehr Geld für den Konsum zu haben, kümmern sich schon um solche Dinge.
Glücklicherweise hat der starke Immobilienmarkt vielen Menschen jahrelang die Erfüllung von Konsumwünschen ermöglicht. Dank der fallenden Zinssätze und der Refinanzierungen bekam der "homo erectus consumerus" weiterhin Geld, das ihm nicht gehörte, um damit Dinge, die er nicht brauchte, kaufen zu können.
Aber der robuste Immobilienmarkt zeigt Zeichen der Schwäche. Nur 1 % der vom Conference Board zur Ermittlung des Konsumentenvertrauens Befragten will in den nächsten 6 Monaten ein Haus kaufen. Das Angebot an Häusern, die zum Verkauf stehen, steigt, während die Preise fallen. Der durchschnittliche Preis für ein Einfamilienhaus ist seit Mitte 2002 um rund 3 % zurückgegangen.
Diese Daten sind noch nicht furchtbar schlimm, aber man sollte sie im Auge behalten.