Sparen, sparen, sparen!
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 09. März 2006 16:00 Uhr
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Die Lage ist ernst, aber hoffnungslos! Genau so ist die Situation für die deutschen Rentner!
Vor 10 Jahren hat uns Arbeitsminister Norbert Blüm noch eine Standardrente für den Durchschnittsverdiener von 1510 € nach 45 Beitragsjahren für das Jahr 2009 "versprochen". Nach den neuesten Berechnungen der Bundesregierung sollen es jetzt nur noch 1180 € sein.
Von der sicheren Rente zur möglichen Sicherheit im Alter
Wir bekommen langsam eben Häppchenweise das ganze Ausmaß des Rentendesasters von den deutschen Politikern serviert. Sozialminister Franz Müntefering sagt nur noch bescheiden: "Sicherheit im Alter ist möglich." Klingt schon einmal ganz anders, als die vollmundigen Sprüche des "Ex" "Die Rente ist sicher-Ministers" Norbert Blüm.
Ich sage Ihnen ganz ehrlich: Die Situation ist noch viel schlimmer, als die Politiker zugeben. Vielleicht ist ihnen das ganze Ausmaß der Krise für den durchschnittlichen Rentner in Deutschland und für das gesamte Land noch gar nicht bewusst.
3 dicke Probleme zehren an der Rente:
Wie wir alle wissen, ist da zuerst natürlich die Situation auf der Einnahmeseite. Die Renten könne wegen zu geringer Beiträge nicht steigen.
Inflation frisst die Rente
Dann ist da die Inflation: Wenn die Renten nicht steigen, können wir uns mit dem Geld von Jahr zu Jahr weniger kaufen. 2 % Inflation macht in 20 Jahren inklusive Zinseszinseffekt nämlich 48,6 % Wertverlust. Westdeutsche Rentner bekamen 2004 im Durchschnitt 982 € Rente im Monat. Bei 2 % Inflation sind 982 € im Jahr 2026 nur noch 660,86 € wert. Wenn die Inflation nicht höher liegt!
Machen wir uns nichts vor: Von den Menschen, die heute in Rente gehen, werden in spätestens 10 Jahren viele unter dem Sozialhilfesatz leben. Ergo: Die Ausgaben von Vater Staat für Sozialhilfe werden explodieren!
Der dritte Punkt ist der wirkliche Hammer! Wie Sie wissen hat das Bundesverfassungsgericht vor ein paar Jahren geurteilt, dass Renten und Beamtenpensionen gleich behandelt werden müssen. Renten sind also wie Beamtenpensionen zu versteuern.
Besteuerung frisst die Rente
Vielleicht geht es Ihnen bei dem Urteil wie mir. Ich habe es nämlich nie verstanden. Rentner müssen für ihr Alter selbst Beiträge bezahlen. Beamte bekommen ihre Pension kostenlos von Vater Staat, on top zur Besoldung. Ich frage Sie: Wie kann man Dinge, die nicht gleich sind, gleich behandeln?
Übrigens: Laut aktuellem Versorgungsbericht der Bundesregierung lag die durchschnittliche Pension der Beamten der alten Bundesländer im Jahr 2002 bei 2.620 €. Euro. Einem alleinstehender Pensionär bleiben nach Steuern dann im Monat etwa 2.000 €. Über 100 % mehr, als dem Rentner.
Aber das nur am Rande. Niemand missgönnt den Beamten ihre Pension. Nur: Etwas sozial Gerechtigkeit und Ausgewogenheit sollte schon herrschen. Die Besteuerung der ohnehin mickrigen Renten der Arbeiter und Angestellten ist für mich nicht nur nicht nachvollziehbare Gleichbehandlung von Ungleichem, sondern obendrein sozialpolitischer Schwachsinn und verantwortungslos. Massenarmut vorprogrammiert.
Was können Sie und ich machen? Da hilft wirklich nur der Rat von Sozialpolitiker Müntefering: Sparen, sparen, sparen!
Tipp:
1) Anleihen, Bundesschätzchen und Sparbriefe sind kaum für eine sinnvolle Altersvorsorge geeignet. Diese bringen etwa 3 bis 4 % Zins im Jahr. Diese Erträge müssen Sie versteuern. Für Sie bleibt im Idealfall nur ein Inflationsausgleich.
2) Aktien brachten in der Vergangenheit deutlich mehr. Beispielsweise gab es im DAX zwischen 1992 und 2004 ein jährliches Kursplus von 7,2 %. Konzentrieren Sie sich beim Kauf von Aktien aber auf die dividendenstärksten Werte. Oder sparen Sie gleich regelmäßig in Dividendenfonds (zum Beispiel ISIN DE0009848119).
3) Gute Gewinne verspricht auch Value-Investing. Diese Strategie ist sowieso für einen längerfristigen Anlagehorizont von 3, 5 und mehr Jahren gedacht. Sehen Sie sich einmal Value Fonds an. Gute Value Investoren schaffen weit mehr, als der DAX.
Georg Geiger erzielte mit dem Portfolio seiner Value Holdings AG beispielsweise zwischen 1992 und 2004 ein jährliches Plus von 20,1 %. Sehen Sie sich einmal den Fonds des Unternehmens an: ISIN LI0013873901. Oder den Small Caps Fonds von Lupus Alpha: ISIN LU0129233507.
4) Etwa 5 Jahre vor Ihrem Ruhestand sollten Sie den Anteil der Aktien in Ihrem Depot deutlich reduzieren.
5) Den aktuellen Versorgungsbericht der Bundesregierung finden Sie übrigens im Internet unter: http://www.bmi.bund.de