Sparen: Ein schlechter Rat
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 25. März 2009, 07:30 Uhr
ENL5454
Das Newsweek Magazin gibt einen schlechten Rat: „Hören Sie jetzt auf zu sparen."
Ich habe die Darstellungen des Magazins nicht weiter verfolgt. Da ich aber im Zweifelsfalle für die Herausgeber plädiere, will ich davon ausgehen, dass sie es ironisch gemeint haben.
Überall im Land... und vermutlich auch überall auf der Welt - fahren die Leute ihre Ausgaben zurück, versuchen mit dem auszukommen, was sie haben. „Sparsame Familien legen selber Hand an", heißt es in einer Schlagzeile. „Schlagen Sie der Rezession ein Schnippchen und bauen Sie ihr eigenes Gemüse an", heißt es in einer anderen Schlagzeile. Die Website ist ein riesiger Erfolg in Amerika, sie hilft Menschen, ihren Haushalt zu planen und Möglichkeiten zu finden, weniger Geld auszugeben.
All diese finanzielle Rechtschaffenheit hat einen verderblichen Einfluss auf die Wirtschaft. Die alten Ökonomen nannten es „das Paradox der Sparsamkeit." Derjenige, der sein eigenes Gemüse anbaut, gibt weniger beim Gemüsehändler aus. Und dann gibt der Gemüsehändler weniger Geld an den Großhändler. Und sie geben ihren Lieferanten weniger. Und so weiter. Und schon bald geben alle weniger Geld aus... und man hat es mit einer Krise zu tun.
Jeder bürgerlich eingestellte Leser mag jetzt denken, dass er seine Ausgaben ein wenig hochfahren sollte - wenn er ein Idiot ist. Er denkt vielleicht, dass wir alle besser dastehen werden, wenn er Geld ausgibt... und alle anderen haben es ja schließlich auch gemacht.
Aber so funktioniert es nicht. Wir werden nicht besser dastehen, wenn wir etwas Dummes tun. Wir werden nur besser dastehen, wenn wir alle etwas Kluges tun. Und wenn die Leute zu viel Geld zum Ausgeben haben - und zu stark verschuldet sind - dann ist das Klügste, was man tun kann, weniger Geld auszugeben und nicht mehr.