Spannungen im Währungssystem dauern an
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 11. Februar 2010, 17:00 Uhr
ENL5462
da habe ich mich in meinem vergangenen Artikel über die Problematik der hohen Verschuldung einiger süd-europäischer Länder wohl etwas zögerlich ausgedrückt. Keineswegs bin ich der Meinung, dass die EZB, die EU oder am Ende sogar noch die etwas besser gestellten Länder für die disziplinlosen bürgen sollten. Immerhin lernt man sogar als Wirtschaftswissenschaftler im ersten Semester im Rahmen der Strapazen für den kleinen BGB-Schein": wer bürgt, wird gewürgt! Ebenfalls bin ich strikt dagegen, nun Einzelnen Länder Persilscheine" auszustellen, damit andere Länder ebenfalls auf fremde Hilfe hoffen. Das wäre der klassische Moral Hasard", den es zu verhindern gilt. Wer weiß, vielleicht gilt ja auch bei Staaten das totschlagender Argument too big to fail"!
Als Bürger und braver Steuerzahler wundert man sich bezüglich der Vorhaben der EU über gar nichts mehr. Vielleicht denkt man sich im dortigen Beamtenapparat (gar nicht mal zu unrecht): wenn niemand gegen die Agrarsubventionen aufbegehrt, könnten wir doch mal probieren, wie leidensfähig die Bürger wirklich sind und ab welchem Punkt sie aufbegehren.
Verschuldung und Zinsen
Einige Punkte gehen in der hitzigen Debatte auch unvollkommen unter. Es stimmt natürlich, dass der Euro seit Wochen enorm unter Druck steht und sich Spekulanten und Hedgefonds gegen ihn eingeschossen haben. Aber man darf auch nicht vergessen, wo der Gegner" steht, bzw. gegenüber welchen Währungen der Euro derzeit abschmiert. Bei allen Problemen ist zu bedenken, dass der Dollar wochenlang abgewertet hat und jetzt für eine Gegenreaktion fällig sein könnte. Übrigens gab es in den vergangenen Jahrzehnten, in denen der Dollar fast stetig schwächer wurde, immer wieder festere Erholungsphasen der US-Währung. Denn auch der latent abwertungsverdächtige Dollar ist keine Einbahnstraße, sonst würde es ja den Spekulanten viel zu einfach gemacht und die Anlegestellen der Yachthäfen am Mittelmeer würden längst überquillen.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Bernard (11.02. 2010 17:38 Uhr):
Hallo Herr Buhl, ich lese immer wieder gerne Ihre Ausführungen... heute muss ich jedoch einmal 'korrigierend' eingreifen: Sie bemühen im heutigen Beitrag das Drohszenario "too big to fail" und suggerieren in Ihrem Artikel dass dieses nicht bzgl. Staatsbankrott in Anwendung kommen dürfte?!?! Bei allem Respekt, aber dieses halte ich für eine naive Einstellung bzw. an der Wirklichkeit vorbei. Seit Jahrzehnten schon verschulden sich die Staaten -der eine mehr der andere etwas weniger- in irrsinnigem Tempo und auch seit Jahrzehnten lässt die 'Weltfinanzgemeinschaft' kein Land mehr wirklich über die Wupper gehen... - warum wohl, dann müsste einmal abgerechnet, was ja zwangsläufig in einem Riesen-Knall enden würde. Stattdessen wir einem bankrotten Land bspw 90% (oder mehr?!) der Schulden erlassen, zusätzliche Konstrukte erschaffen, etc. - Hauptsache es kann ohne grösseren Aufhebens weitergewurstelt werden wie bisher. Ergo, too big to fail ist längst Realität - selbst für die kleinste Bananenrepublik (zuminst in der westlichen) dieser Welt... Die Banken haben in den letzten Jahren eigentlich nur dieses Spiel nachgespielt - 'investieren' besser gesagt zocken ohne jemals wirklich für die Risiken aufkommen zu müssen. Wie bei den diversen Anlage- u. Depotspielen - setzt man es in den Sand wird es wieder auf den Anfangswert zurückgesetzt... So bewerte ich dasDas halte. MfG, Bernard
Antworten- Antwort von Klaus (14.02. 2010 12:00 Uhr):
Hallo Bernhard, ich bin weitegehedn Ihrer Meinung. "Leider" wird die irrsinnigen Staatsschulden (über Steuern) niemand mehr zurückbezahlen können. Da muss demnächst wohl eine Inflation von z.B. 7 % her, mit der sich die Staaten binnen 10 Jahren entschulden könnten! Aber vielleicht irrt ja aiuch hier die Masse wieder.
- Antwort von Klaus (14.02. 2010 12:00 Uhr):
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