Spannung
Kay Patrick Kaymer in Wave Daily
vom 13. Juli 2006 13:00 Uhr
ENL5454
Der Begriff „Spannung“ hat seinen Ursprung in der Psychologie und in der Physik. In der Physik kann sich die Spannung sowohl auf die Mechanik als auch die Elektrik beziehen. Mechanische Spannung ist eine Maßgröße, die die Kraft auf eine Fläche misst. In der Elektrik ist das Ganze noch etwas komplexer. Da ich ehrlich gesagt von der Physik nur grundlegende Kenntnisse habe, verzichte ich lieber darauf Ihnen irgendwelches gefährliches Halbwissen zu vermitteln.
Geopolitik bewegt den Markt
Der Begriff Spannung – hier psychologisch gemeint - trifft auf die aktuelle Börsenlage genauso zu wie auf die geopolitische Lage. Derzeit spitzt sich die Lage weltweit zu. Nach den Bombenattentaten in Bombay brodelt es leider weiter. Israel marschiert in den Libanon ein, nachdem zwei israelische Soldaten entführt worden sind. Nach den jüngsten Meldungen will Israel den Libanon komplett von der Außenwelt abriegeln. Mehrere Luftangriffe wurden in der Nacht bereits durchgeführt. Die Leidtragenden sind wie immer die „einfache Bevölkerung.“
Konflikte
Was hat das für Auswirkungen auf die Börsen? Nun, zum einen wird der Ölpreis dadurch nach oben getrieben. Eine Ausdehnung dieses Konfliktes kann für erhebliche Unruhe sorgen. Leider besteht die Gefahr, dass durch die kriegerischen Handlungen der Nahostkonflikt eskaliert und sich andere Staaten einschalten. Das würde den Ölpreis explodieren lassen. Denn gleichzeitig werden wieder verstärkt Anschläge auf Pipelines in Nigeria verübt.
Schmerzgrenze noch nicht in Sicht
In diesem Falle, und ich möchte betonen, dass die Schmerzgrenze noch lange nicht erreicht ist, werden die Börsen dann darunter leiden. Allerdings ist das dann meines Erachtens weniger der anziehende Ölpreis der Auslöser, sondern vielmehr die Angst, dass der Terror erneut wütet. Hoffen wir, dass es nicht so kommt. Noch gilt für den Ölpreis, das er tendenziell mit den Aktien im Einklang verläuft, wie ich Ihnen gestern dargestellt habe.
Verdrängung
In solchen Marktphasen werden häufig fundamentale Daten verdrängt. Die Divergenz zwischen mikroökonomischen und makroökonomischen Fakten rückt kurzzeitig an den Rand. Allerdings werden diese ruck zuck wieder eine übergeordnete Rolle spielen. So lange sich die Schere zwischen geopolitischen Unruhen sowie Makro Risiken zu den Unternehmensergebnissen weitet, bleibt auch an der Börse das Abwärtsrisiko bestehen. Halten Sie sich mit Long Engagements zurück!