Spaniens Zinsen steigen weiter

in DAX Daily zum Thema Finanzkrise
vom


der wichtigste Gradmesser für die Entwicklung in der Europäischen Schuldenkrise sind ganz einfach: die Zinsen für Staatsanleihen. Und hier vor allem diejenigen für die beiden großen Wackelkandidaten Italien und Spanien. Wenn der Markt wieder Vertrauen in die Bonität dieser Schuldner fasst, dann müssten deren Schuldzinsen deutlich und vor allem nachhaltig sinken. Egal, ob das nun durch Reformen und eine Konsolidierung der Staatsaushalte, über Manipulationen der EZB oder über das Ausplündern bonitätsstärkerer Parnterstaten" wie Deutschland zustande kommt.


Glaubt man den Aktienmärkten, dann muss der letzte Eurogipfel ein großer Wurf gewesen sein, denn die Kurse zogen in dessen Folge kräftig an. Glaubt man allerdings den Bondmärkten, die noch viel näher an dem Thema dran sind, dann war der letzte Eurogipfel nur eines von 18 Strohfeuern. Die Zinsen für spanische Anleihen mit zwei- und dreijähriger Restlaufzeit brachen zwar direkt nach dem Gipfel kräftig ein. Ich las sogar etwas vom größten Zinsrückgang seit 1993 - beeindruckend. Aber bereits eine Woche später ereichten sie erneut das hohe Vor-Gipfel-Niveau (4,6 % für spanische Zweijährige).

Was heißt das? Große Käufer wie Banken und Versicherungen machen nach wie vor einen Bogen darum. Angesichts der Tatsache, dass wir bereits zwei EZB-Tender der EZB im Umfang von einer Billion Euro gesehen haben, damit die Banken mit dem Geld bitteschön Staatsanleihen kaufen und die Zinsen senken helfen, schon eine Katastrophe. Aber zusätzlich war ein entscheidendes Ergebnis des Gipfels, dass sich Banken in Schieflage jetzt auch noch direkt über den (künftigen) ESM im Verlustfall sanieren können. Selbst diese Einladung wird dankend abgelehnt. Wohl mit dem Hinblick auf die Verhältnisse: 700 Mrd. Euro ESM stehen über 9 Billionen Euro Bankschulden gegenüber.

Wenn das aber nicht reicht, um das Vertauen in die Bondmärkte wiederzherzustellen, was dann? Ich denke, die Sparbemühungen kommen ein paar Jahrezehnte zu spät und werden zudem nicht wirklich Ernst genommen. Vielleicht sollte man endlich aufhören, Pest mit Cholera zu bekämpfen (bzw. die Schulden von Pleitebanken auf Pleitestaaten zu übertragen). Eine platzende Anleihenblase kann keine Macht der Welt aufhalten. Es wäre klüger, sich über Verantwortlichkeiten und die Zeit danach Gedanken zu machen, anstatt jetzt noch schnell unnötig Ressourcen zu verbrennen.

von
Henrik Voigt
Henrik Voigt

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Kommentar von Hartmut Fischer

Ob das irgendjemand unserer ach so "analysestarken" Kanzlerin, geschweige denn dem Rest unserer "Volksvertreter" und Verfassungsrichter klar machen kann, bevor sie den Rest unseres Vermögens an Schmarotzer verschleudern und ganz nebenbei, natürlich "aus Verantwortung für Deutschland, Europa und überhaupt die ganze Welt" unsere Verfassung außer Kraft setzen und faktisch abschaffen - natürlich in "politisch und juristisch "einwandfreier " Form" ? Aber eine Demokratie ist nur so gut, wie das Volk und seine Vertreter seine Recht mit allen Mitteln verteidigen. Wo sind sie nur, die Gewerkschaften, Sozialverbände usw., alle saturiert und mit "Europäischer Solidarität" narkotisiert?

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Kommentar von Sandro

Einschätzungen lesen sich logisch. Bloß der Markt reagiert zumeist anders.

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