Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Finanzkrise
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Jetzt wird also auch Spanien neben Irland, Griechenland und Portugal Zugriff auf das Geld des Europäischen Stabilitätsmechanismus (Euro-Rettungsfonds) bekommen. Bis zu 100 Milliarden Euro sollen an die spanischen Banken fließen, die damit ihre teils erheblichen Bilanzlöcher stopfen können. Vorbörslich reagiert der Euro bereits positiv, doch das wird nicht von langer Dauer sein.
Abwertung um 17% in einem Jahr
Der Euro wertete gegenüber dem ebenfalls nicht unbedingt stabilen US-Dollar seit Anfang Mai 2011 um rund 17% ab und erreichte vor wenigen Tagen ein neues Jahrestief bei rund 1,23 US-Dollar pro Euro. Damit ist jedoch mitnichten das Tief während der laufenden Eurokrise erreicht. Das wurde im Juni 2010 bei rund 1,19 markiert.
Hilfsmaßnahmen brachten nur kurzzeitig Linderung
Allen Hilfsmaßnahmen während der Eurokrise ist eines gemeinsam: Sie brachten stets nur kurzfristige Linderung. Seien es Zinssenkungen, der Aufkauf von Staatsanleihen durch die Notenbank, gigantische Notenbankkredite, Kredite durch den Rettungsfonds, Bankenverstaatlichungen oder auch Schuldenschnitte. Nachhaltige Besserung brachte keine dieser Maßnahmen. Das gilt auch für den Euro-Kurs selbst, der nunmehr seit 2003 in einer sehr langfristigen, hoch volatilen Seitwärtsphase feststeckt.
EURUSD trotz allem fair bewertet
Umso erstaunlicher ist, dass das Währungspaar allem Krisengetöse zum Trotz derzeit fair bewertet wird. Die OECD hat eine Kaufkraftparität für den EURUSD von 1,25 US-Dollar kalkuliert, und genauso viel kostet ein Euro derzeit auch. Die Kaufkraftparität bezeichnet den Wechselkurs, bei dem eine Währungseinheit in beiden Währungsräumen die gleiche Kaufkraft entfaltet.
Euro seit 2008 im Abwärtstrend
Die Kaufkraftparität besteht jedoch nur zum US-Dollar. Gegenüber anderen Währungen wie dem Japanischen Yen, dem Schweizer Franken, dem Australischen Dollar, dem Kanadischen Dollar, dem Neuseeländischen Dollar oder auch der Schwedischen Krone bestehen teils ganz erhebliche Unterbewertungen. Der Euro hat also verglichen mit den genannten Währungen eine wesentlich geringere Kaufkraft.
Und die Kaufkraft schwindet bereits seit 2008, dem Jahr, in dem die Finanzkrise für alle sichtbar wurde und die Europäische Zentralbank ihre strikt auf Stabilität ausgerichtete Geldpolitik aufgeben musste.
Angesichts des bestehenden Abwärtstrends könnte der Euro auch gegenüber dem US-Dollar eine Unterbewertung entwickeln.
Unterbewertung ist auch eine Chance
Es könnte jedoch gerade diese Unterbewertung gegenüber zahlreichen anderen Währungen sein, die dem Euroraum letztendlich aus der Krise hilft. Denn schwache Währung bedeutet gleichzeitig auch gute Exportchancen. Europäische Waren werden aus Sicht des Auslands günstiger, und damit steigt die Nachfrage nach europäischen Gütern. Die Wachstumschancen, nach der derzeit so viele Politiker suchen, könnte also letztendlich vom Devisenmarkt ausgehen.
- Kommentar von Paul
Letztlich geht es doch nur noch um den Kampf so viel wie möglich Arbeitsplätze zu halten. Ist ein Land oder eine Zone gut beschäftigt ist Ruhe im Karton. Ob dabei das Geld schleichend abwertet spielt für die meisten arbeitenden Menschen eine nachgeordnete Rolle. Wer seinen sicheren Lohn ist gerettet und kann im Wirtschaftsleben mithalten, kann planen und hoffen un Optimismus verbreiten. Von dieser Seite her betrachtet ist der Euroverbund in einer vernünftigen Form eben doch die langfristige bessere Lösung.
Antworten- Kommentar von George
Wie oft kommt das Thema eigentlich noch, dass eine schwache Währung die Exportchancen verbessern. 2x die Woche? Ich schlaf gleich ein. Mir ist noch ein Beitrag zu den Griechenland-Anleihen von dem Autor in Erinnerung. Der war richtig gut.
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