Spanien stellt sich doch unter EU-Rettungsschirm

Katja Sell in Insider Daily zum Thema Finanzkrise
vom


Spanien wird nicht im Regen stehen. Mit dem Antrag auf Hilfen aus dem EU-Rettungsfonds stellt sich Spanien nun doch unter den Schutz des EU-Rettungsschirms. Allein die am Freitag signalisierte Bereitschaft dazu, sorgte nach einer äußerst volatilen Woche für einen versöhnlichen Wochenschluss an den Börsen. Der DAX schaffte es mit minus 0,22 Prozent und einem Schlusstand von 6.130 Zählern allerdings nicht mehr in den grünen Bereich. In den USA hingegen kletterte der Dow Jones-Index, getragen von Spaniens Einsicht und erfreulichen Konjunktursignalen um 0,75 Prozent auf 12.553 Punkte.


Positiver Wochenauftakt dank Hilfszusagen für Spanien

Dank der positiven Vorgaben aus den USA und sicherlich auch erleichtert über den Entschluss der Euro-Finanzminister Spanien bis zu 100 Mrd. Euro aus dem Rettungsfonds zur Verfügung zu stellen, präsentierten sich Asiens Anleger in bester Laune. Am ersten Handelstag der Woche schloss der Nikkei-Index heute Morgen mit einem Plus von 1,96 Prozent bei 8.624,90 Punkten. Auch deutsche Anleger zeigen sich heute zuversichtlich Das deutsche Börsenbarometer startet heute bei 6.255 Zählern und kletterte bereits in den ersten Minuten bis auf 6.287 Punkte. Zum Mittag beruhigte sich die anfängliche Euphorie unter den Anlegern zusehends. Zur Stunde befindet sich der DAX etwa 1,5 Prozent im Plus bei einem Zählerstand von 6.224 Punkten.

Spanische Bankenrettung an Auflagen gebunden

Bereits einen Tag nachdem Spanien ankündigte entsprechende Gelder aus dem europäischen Rettungsfonds zu beantragen, signalisierten die EU-Finanzminister dem Land bis zu 100 Mrd. Euro bereitzustellen. Allerdings erhalten die Spanier das Geld nicht ohne eine gewisse Bringschuld zu leisten. Für die Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds verlangt die EU-Kommission von Spanien einen Plan zur Restrukturierung der gestützten Banken. Wie die Nachrichtenagentur Reuters auf ihrer Homepage schreibt, ließ EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia am Montag gegenüber dem spanischen Rundfunksender Cadena Ser verlauten, dass es auch für Spanien eine Troika geben wird. Die Troika, bestehend aus der Euro-Gruppe, der EZB und der Internationale Währungsfonds, soll die Umsetzung der Auflagen überwachen.

Wochenausblick: Was wird aus Opel und wie schlimm wird der Hexensabbat?

Die Weichen für die Rekapitalisierung der spanischen Banken sind gestellt - doch die Euro-Schuldenkrise bleibt weiter Gesprächsthema auf dem Börsenparkett. Von Seiten der Unternehmen gibt es derzeit nicht viel Neues zu berichten. Allerdings könnten sich Anleger für die Ergebnisse einiger Hauptversammlungen interessieren. In Detroit findet am Dienstag die Hauptversammlung von General Motors statt. Die Führungsriege des weltweit größten Automobilherstellers dürfte zu diesem Anlass nicht nur über die Quartalsbilanz lamentieren, sondern auch Details über die Zukunft von Opel preisgeben. Zudem erwarten die Aktionäre von Rhön-Klinikum auf der am Mittwoch stattfindenden Hauptversammlung eine Stellungnahme der Konzernleitung bezüglich der Übernahme durch Fresenius.

Größere Beachtung dürften auch die Konjunkturdaten aus den USA erfahren. Am Mittwoch werden die Einzelhandelsumsätze und am Freitag der Verbraucherindex der Uni Michigan bekannt gegeben. Zudem könnte es am kommenden Freitag - dem so genannten Hexensabbat - aufgrund des großen Verfalls an den internationalen Terminmärkten zu größeren Ausschlägen an den Börsen kommen. Es steht uns also eine spannende Woche bevor.

Ich wünsche Ihnen einen guten Börsenstart.

Katja Sell


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