An der Wall Street ist Dr. Martin Weiss eine Institution. Ein unbequemer Analyst, der kritische Fragen stellt, Missstände aufdeckt und Skandale beim Namen nennt.
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Finanzkrise
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Im Monat April hatten die Bullen bisher nichts zu lachen. Im Gegenteil. Die vergangene Handelswoche war die schlechteste des Jahres 2012. Am deutschen Aktienmarkt ging es weiter steil bergab. Und ein Ende der Talfahrt ist vorerst kaum in Sicht.
Im Wochenvergleich büsste der Leitindex Dax 30 fast drei Prozent ein. Der Endstand am Freitag lag unter der Marke von 6600 Zählern bei 6583. Gut möglich, dass es in den nächsten Tagen weiter abwärts in Richtung der Unterstützungszone zwischen 6450 und 6500 gehen wird. Sollte es auch hier keinen Halt mehr geben, ja, dann wird es für die verbliebenen Bullen mehr als eng werden. Dann droht gar ein Absturz in Richtung 6000.
Metro als Wochenverlierer
In Deutschland führte das Papier der Metro AG die lange Liste der Verlierer unter den Standardwerten an. Hier ging es um über sechs Prozent auf 25,44 Euro nach unten; das 52-Wochenhoch lag im übrigen bei 50,02 Euro. Ebenfalls sehr schwach entwickelten sich Deutsche Börse (Minus 5,6 Prozent), die Daimler Aktie (Verlust von 5,5 Prozent) und Commerzbank. Bei der krisengeschüttelten Bank ging es abermals um gut fünf Prozent auf nur noch 1,64 Euro bergab. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Höhenflug der Henkel-Vorzugsaktie anhielt. Das Dividendenpapier aus Düsseldorf erreichte zwischenzeitlich bei 56,15 Euro ein neues Allzeithoch. Am Freitag ging die Aktie nur leicht darunter bei 54,75 Euro aus dem Handel
Finanzwerte stürzen ab
Deutlich heftiger als bei den deutschen Standardwerten ging es allerdings vor allem auf (süd-) europäischer Basis nach unten. Der Euro Stoxx 50 brach um gut vier Prozent ein. Neben dem Absturz der Nokia-Aktie (Minus 20 Prozent) fiel einmal mehr die extreme Schwäche der Finanzwerte auf. So ging es in Paris bei der BNP Paribas Aktie um sieben Prozent und bei der Societe Generale um gut elf Prozent nach unten. In Mailand brachen die Notierungen der Bank- und Versicherungswerte weiter ein. Generali-Aktien verloren gut fünf Prozent, Unicredit gab um sieben Prozent nach und die Aktie der Großbank Intesa Sanpaolo verbuchte Verluste von gut Prozent. Und last but not least noch der Blick nach Madrid.
Spaniens Leitindex im freien Fall
In der vergangenen Handelswoche brachen bei den spanischen Aktien nun endgültig alle Dämme. Das Tief aus dem Jahr 2011 wurde deutlich nach unten durchbrochen, ein neues klares technisches Verkaufssignal generiert. Am Freitag ging der Leitindex der Iberer bei nur noch 7250 ins Wochenende. Seit dem Jahresanfang 2012 liegt das Minus im übrigen bei stolzen 15,4 Prozent. Besonders schwach schnitt die Aktie der Großbank Santander in der abgelaufenen Handelswoche ab. Hier gab es einen Kurssturz von gut neun Prozent zu beklagen.
Hohe Nervosität
Hochnervös und hochvolatil, so wird es in den kommenden Tagen weitergehen. Mit Argusaugen wird auf die Entwicklung am spanischen Rentenmarkt geachtet werden. Und es steht zu befürchten, dass jede schlechte Nachricht zu kaskadenartigen Verkaufslawinen an den Aktienmärkten führen wird. Höchst spannend könnte es am Donnerstag werden; die klammen Iberer wagen sich an den Kapitalmarkt, um diverse Staatsanleihen mit Laufzeiten bis zu zehn Jahren zu platzieren.
Wehe, wehe, wenn nun die krisengeplagten Spanier deutlich höhere Zinsen bieten müssen...