S&P500 Financial Sector: Nächster Stabilisierungsversuch
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 4. September 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
das Ende der Quartalsberichtssaison und der Beginn der heißen Phase des Wahlkampfs in den USA hat das Thema Finanzkrise etwas aus den Schlagzeilen der Kapitalmärkte gerückt. Politisch wird diese Problematik von den Wahlkämpfern weitestgehend umschifft, denn jeder von den beiden Präsidentschaftsbewerbern weiß, dass es keine eindimensionalen Lösungsmöglichkeiten für die Krise gibt. Nach Meinung der US-Notenbank Federal Reserve werden allerdings noch einige Geschäftsbanken der Hypothekenkrise zum Opfer fallen. Das zu Beginn der Woche die zehnte Bank ihre Pforten wegen Zahlungsschwierigkeiten schließen mußte, wurde an den Finanzmärkten nur mit einem Schulterzucken hingenommen. Daraus läßt sich schließen, dass die Schwächephase im Finanzsektor einen Grad erreicht hat, der von einer grundlegenden Wende nicht mehrweit entfernt ist. Die größte noch zu erwartende Gefahr geht von der Pleite einer großen Bank wie Bear Stearns aus. Spätestens im Herbst wird sich entscheiden, ob es nochmal einen neuen Höhepunkt in der aktuellen Finanzkrise gibt oder eine nachhaltige Stabilisierung einsetzt.
Im Branchenindex S&P 500 Financial Sector läuft aktuell der nächste Erholungsversuch, der von seinem Muster her der Entwicklung im April und Mai ähnelt. Damals folgte dem März-Tief eine moderate Erholung um die 38-Tage-Linie und ein Anlauf auf den mittelfristigen Abwärtstrend, der auch fürkurze Zeit durchbrochen werden konnte. Die weitere Verschlechterung der Lage am Häusermarkt machte dann allerdings weitere Erholungsversuche zunichte und stürzte den Index in eine neue Abwärtswelle. Es entstand ein neuer, markanter Tiefpunkt, der im Vergleich zur vorherigen Tiefs einen Ausverkaufscharakter auswies. Er zeichnet sich durch einen zügigen Abverkauf mit einer ebenso raschen Erholung aus. Seither pendelt der Index ineiner engen Seitwärtsbewegung und steht kurz davor ein Ende August im MACD neu gesendetes Kaufsignal zu bestätigen.
Alle in der jüngsten Vergangenheit gelieferten Kaufsignale kamen aufgrund des übergeordneten domierenden Abwärtstrends nicht über den Status einer Konsolidierung hinaus. Meist war der Markt an entscheidenden Punkten so stark überkauft, dass ihm im Anschluss die Kraft fehlte, um wichtige Hürden zu überwinden. Diese Gefahr droht auch aktuell. Zwar laufen MACD und der Bodenbildungsindikator Coppock parallel zur Kursentwicklung und unterstellen damit weiteres Aufwärtspotential. Doch steht der Index nur knapp unterhalb einer stärkeren Widerstandszone um 300 Punkte, der sich auch der mittelfristige Abwärtstrend annähert. Nur wenn es jetzt zu einem deutlichen Kursanstieg darüber kommt, wären bis zum Jahresende weitere deutliche Zugewinne möglich. Realistisch ist aber, das es aufgrund des saisonalen Umfelds zu einem Fehlausbruch und einer weiteren Konsolidierung kommt. Erst zum Jahresende hin sollte sich dann eine grundlegende Erholung durchsetzen.
