S&P Global Energy:Energiesektor kurzfristig wieder interessant
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 10. November 2008, 08:00 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
eine der Branchen, die bereits vor der Wahl von Barrack Obama zum US-Präsidenten zu einer ausgeprägten Erholung ansetzten, war der Energiesektor. Anders als sein Vorgänger hat der neue US-Präsident angekündigt, dass er sowohl in der lokalen Energiebewirtschaftung als auch in der Zusammenarbeit mit allen anderen Industrienationen im Hinblick auf die Reduzierung von Treibhausgasen (Kyoto-Protokoll) fundamentale Änderungen einleiten will. Dazu gehört neben dem Ausbau der Infrastruktur für Atomkraft auch die Ergänzung der Energieversorgung durch den den verstärkten Einsatz alternativer Energien. Im Rahmen der geplanten Wiederbelebungsmaßnahmen für die US-Wirtschaft steht zu erwarten, dass es zu den Rettungspaketen für den Finanzdienstleitungs- und Automobilsektor weitere staatliche Investitonsprogramme geben. Sie sollen nicht nur helfen, den Anstieg der Arbeitslosigkeit abzufedern, sondern auch als Anreiz für die Privatwirtschaft dienen, weitere Investitionen vorzunehmen. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt im Wesentlichen damit zusammen, wie schnell und mit welchen Mehrheiten die Regierung Obama die dafür notwendigen Gesetze durch die legislativen Institutionen bringt. Da die Partei von Präsident Obama die über die notwendigen absoluten Mehrheiten in den Parlaments-und Senatskammern verfügt, sind die gegebenen Voraussetzungen ideal.
Auf der anderen Seite wird auch eine Regierung Obama den hohen Ölanteil der USA bei der Energieversorgung nicht von heute uf morgen reduzieren. Neben der bereits angeschlagenen Automobilindustrie würden auch andere Industriezweige unter zu schnellen und drastischen Eingriffen in die Energieplanung leiden. Das Versprechen, dass Arbeitsplätze in einem Industriezweig durch den Aufbau anderer, neuer Industriezweige (Beispiel Alternative Energien) adäquat ersetzt werden könnten, haben schon andere Industrieländer nicht einhalten können. Obama wird sich also hüten, in einer so fragilen Wirtschaftssituation wie sie sich aktuell darstellt, zu große Umsteuerungsprozesse vorzunehmen. Bevor es allerdings in den nächsten Wochen und Monaten an konkretere Politik geht, hat eine Hoffnungsrallye durchaus ihre Berechtigung.
Der S&P Global 1200 Energy Sector, der eine breite Palette aus nationalen und internationalen Unternehmen aus dem Energiesektor enthält, hat in einem ersten Anstieg von seinen vorläufigen Jahrestiefs einen Zugewinn von 20 Prozent verzeichnen können. An der fallenden 38-Tage-Linie setzten sich aber zunächst nochmal die anwärts gerichteten Kräfte durch. Das Kaufsignal im MACD-Indikator hat aber noch wie vor Bestand und schickt sich an, mit einem Überschreiten der 0-Achse bestätigt zu werden. In diesem Zuge ist es mehr als wahrscheinlich, das der noch bestehende Widerstand im Bereich von 2.000 Punkten überwunden und die seit Anfang Juli bestehende Abwärtstrendlinie attakiert wird. Für eine darüber hinaus gehende Erholung in den nächsten Widerstandsbereich um 2.600 Punkte könnte dann aber noch die Kraft fehlen. Vermutlich wird eine sich dann anschließende Zwischenkonsolidierung mit der Gewissheit über das konkrete Energieprogramm der Regierung Obama im Frühjahr 2009 zusammenfallen.
