S&P 500 Financial Sector: Volatilität bleibt
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 13. August 2008, 08:00 Uhr
ENL5454
Liebe DaxDaily Leser,
das die Finanzkrise weiter auf die Aktienmärkte ausstrahlt, hat sich gestern Abend wieder in den USA gezeigt. Die Prognose der Investmentbank J.P. Morgan weitere Wertverluste bei Kreditderivaten in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar hinnehmen zu müssen, belastete die durch den starken US-Dollar und den schwachen Ölpreis jüngst wieder verbesserte Stimmung. Die weitreichenden Erholungsansätze des S&P 500 Financial Sector wurden damit zunächst auch wieder topediert. Allerdings steht der Index vor dem Beginn einer Bodenbildungsphase, die am Anfang noch von höherer Volatilität gekennzeichnet sein wird. In den kommenden Monaten wird diese aber abnehmen und im Verlaufe des Jahres 2009 kann der Index wieder einer positiveren Zukunft entgegen sehen.
Aktuell intakt ist aber nach wie vor der scharfe Abwärtstrend seit dem Herbst letzten Jahres. Die Rallye der vergangenen vier Wochen darf zunächst nur als Gegenreaktion auf die starke Abwärtsbewegung von Mitte Mai interpretiert werden. Sowohl das MACD-Kaufsignal als auch dessen Bestätigung vor einigen Tagen vermochten aber noch nicht die Kräfte freizusetzen, die sich in einem aufwärts gerichteten Markt entfalten. Die hohen Kursverluste des gestrigen Handelstages reichten hingegen auch nicht dazu aus, um die bisher kurzfristige Aufwärtsbewegung vollständig zu egalisieren. Das zeigt an, dass die sogenannten schwachen Hände das Spielfeld verlassen haben und sich wieder nachhaltigere Investoren in den Finanzaktien tummeln.
Von deren Verhalten wird es in den nächsten Tagen abhängen, ob es eine weitere Abwärtsbewegung bis zum Juli-Tief geben wird oder eine Stabilität auf dem aktuellen Niveau einsetzt. Kann die Unterstützungszone um 280 Punkte verteidigt werden, wird es weitere Zugewinne bis an den Abwärtstrend bei 320 Punkte geben. MACD und Momentum sprechen dafür. Da es aber im Herbst nochmal eine Unsicherheitsphase im Finanzsektor geben wird, sollten Kurse von 260 bis 280 Punkte in jedem Fall nochmals eingerechnet werden. Nur wenn das Juli-Tief nicht mehr unterschritten wird, hat die Bodenbildung tatsächlich begonnen.
