Sorgen der Rentenfonds
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Fonds
vom 31. Oktober 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
"Der Abschwung trifft die staatlichen Pensionsfonds schwer" heißt es in der Washington Post. Das Rentensystem Kaliforniens, Calpers, hat in den vergangenen 12 Monaten 67 Milliarden Dollar verloren. Rentensysteme, die im Besitz der Regierung sind, stecken normalerweise 60% ihrer Finanzmittel in den Aktienmarkt - deswegen haben sie schwere Schläge einstecken müssen, zusammen mit allen anderen. Und die meisten staatlichen Rentensysteme waren schon unterfinanziert, ehe der Aktienmarkt eingebrochen ist.
Die Finanzierung des Ruhestands wird für viele, viele Menschen ein großes Thema sein - selbst für die, die dachten, dass sie ihn in der Tasche hätten.
Insgesamt sind eine Billion Dollar aus den Rentenfonds bislang verloren gegangen. Billionen weiterer Dollar sind in Gefahr. Nach einer so langen Phase des Wachstums und der Kreditexpansion fingen die Babyboomer an zu glauben, dass ihre Aktien und ihre Häuser so gut seien, wie Geld auf der Bank." Und noch 2007 stellten Experten fest, dass ein großer Teil der Babyboomer - selbst wenn man die Aktienportfolios und die Häuser mit einrechnete, kläglich schlecht auf den Ruhestand vorbereitet war.
Und die Boomer haben es schon schwer genug, auch ohne dass ihre Rentenfonds in Gefahr schweben. Die Krise der Social Security, so wie sie von einigen meiner Kollegen in einem Begleitbuch zu dem Film I.O.U.S.A dargestellt wurde, kann, im Laufe der Jahre nur noch schlimmer werden. Hier ist ein Auszug aus diesem Buch:
"Am 15. Oktober 2007 berichtete Reuters, dass "der jüngste Bericht der Treuhänder des Programms sagte, dass die Social Security ab 2017 mehr Unterstützungszahlungen auszahlen wird, als sie über Steuern erhält. Bis 2041 wird der Treuhandfonds erschöpft sein."
Die Bilanzbögen der Regierung lassen sich schon jetzt nicht mehr tragen. Und die Babyboomer haben erst in diesem Jahr angefangen, in den Ruhestand zu gehen. die Babyboomer sind keine Projektion, sagt Senator Conrad, Sie wurden geboren, sie sind dort draußen und sie haben Anrecht auf Leistungen der Social Security und von Medicare... und trotzdem können wir unsere Rechnungen jetzt nicht zahlen."
"Judd Gregg, Führer der Republikaner im Haushaltskomitee des Senats, erklärt die Sache mit den drohenden Problemen der nichtfinanzierten Verpflichtungen wie folgt: Die einzige Angelegenheit, die noch ernster ist, ist die die Vorstellung, dass ein islamischer Fundamentalist eine Nuklearwaffe in die Hände bekommt und diese gegen uns verwendet. Abgesehen davon gibt es nichts, was noch ernster ist als das."
Gregg stellt weiterhin fest, dass der Ruhestand der Babyboomer eine mögliche fiskalische Kernschmelze im Land darstellt... und solange nichts dagegen getan wird, garantiert es, dass unsere Kinder eine geringere Lebensqualität genießen werden, als wir... dass sie eine Regierung haben werden, die sie sich nicht leisten können... und dass wir von ihnen so viele Steuern verlangen werden, dass sie kein Geld mehr haben werden, ihre Kinder auf College zu schicken oder ein Haus zu kaufen oder auch nur angenehm zu leben."
Diese ernsten Warnungen von Führern beider politischer Parteien sind weitestgehend auf taube Ohren getroffen, aber ich glaube, dass die Amerikaner sich davor nicht mehr verstecken können. Einfache wirtschaftliche Überlegungen diktieren, dass man vielleicht über eine lange Zeit mehr ausgeben kann, als man einnimmt, dass man es aber nicht auf ewig tun kann."