Sommernacht in Frankreich
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 12. August 2003 18:00 Uhr
ENL5454
*** Es ist immer noch heiß. Mir tun die lokalen Landwirte leid. Sie arbeiten in der prallen Sonne auf ihrem ausgedorrten Land – ich frage mich, wie sie das aushalten.
Letzte Woche fragte mich dann einer der Landwirte um Hilfe. Als ich in die Kabine seines Traktors stieg, entdeckte ich, dass dieser Traktor eine Klimaanlage hatte!
"Hey, ich dachte, Ihr Landwirte würdet unter der Hitze leiden ..." sagte ich. "Jetzt merke ich, dass Ihr im Traktor neben einer Klimaanlage auch Musik und kalte Drinks habt ... das ist ein Leben ..."
"Ich weiß", so die Antwort. "Wenn es wirklich heiß wird, so wie jetzt, dann verlasse ich meinen Traktor nicht gerne; das ist der komfortabelste Platz überhaupt. Aber wenn ich beobachtet werde, dann wische ich mir mit einem Taschentuch die Stirn ... ich will nicht so aussehen, als ob es mir zu gut gehen würde ..."
*** "Wieder ein Todesfall", sagte mein Gärtner Damien heute Morgen. "Um 4:25 Uhr ist Madame Bugeau gestorben. Sie war 82."
Damien scheint genaue Zahlen zu mögen. Er nennt mir immer die genaue Zeit, zu der Leute gestorben sind.
Ich habe ihn nicht gefragt, warum. Oder wie. Ich habe es nur als Kuriosität vermerkt.
"Letzte Nacht konnte man den Mars sehr gut sehen – er ist derzeit näher an der Erde als je zuvor in den letzten 73.000 Jahren", so Damien weiter. "Man sollte sich das ansehen ... es könnte eine Weile dauern, bis der Mars der Erde wieder so nah ist, hahaha."
*** Ich habe den Mars letzte Nacht gesehen. Der rote Planet war röter und klarer als ich ihn je zuvor gesehen hatte. Mitternacht holte mein Sohn Jules sein Teleskop heraus, um sich das genauer anzusehen.
"Hast Du ihn?"
"Nein, ich kann ihn nicht finden. Ich meine, ich sehe mit bloßem Auge, dass er da drüben ist, aber mit dem Teleskop kann ich ihn nicht finden."
"Er ist direkt über dem Telefonmast."
Es sah so aus, als ob mein 15jähriger Sohn das Teleskop eher in Richtung Dorf als in Richtung nächtlicher Himmel ausrichtete. Normalerweise sind die Rollläden der Häuser zu Mitternacht heruntergelassen. Aber in der Hitze sind die Fenster nachts überall sperrangelweit offen.
"Was suchst Du", fragte ich als mißtrauischer Vater.
"Madame de Cremier", sagte mein pubertierender Sohn.