Sommerkonsolidierung: Die besten Tipps für einen "heißen Börsensommer“
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Börse
vom 17. Mai 2011, 14:30 Uhr
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viele Finanzmedien versuchen Ihre Leser aktuell auf die bevorstehende Sommer-Tristesse, im Fachjargon Sommerkonsolidierung, die sich traditionell ab Mai eines jeden Börsenjahres einstellt, vorzubereiten. Wie kann man sich für diese trostlose Zeit mit Nachrichtenmangel, Sommerloch und niedrigen Handelsvolumina richtig positionieren? Ich habe mich für Sie mal schlau gemacht. Die Ratschläge sind ebenso vielfältig wie gegensätzlich, aber lesen Sie selbst. Hier ein kleiner Auszug aus den besten Tipps für einen "heißen Börsensommer":
Zürcher Trend: "Der Sommer bringt voraussichtlich eine Konsolidierung über mehrere Monate"
Die Experten vom Zürcher Trend haben drei "Instrument" für die nach ihrer Meinung ganz sicher anstehende mehrmonatige Konsolidierungsphase an den Aktienmärkten geprüft und kommen zu folgendem Fazit:
"Instrument 1: Wer Stopp-Kurse konsequent nutzt, begrenzt das Risiko auf 5 bis 6% gegenüber den Spitzenkursen und wird in den meisten Fällen einen Gewinn realisieren, wenn der Stopp-Kurs unterschritten ist. Ohne Stopps ist das Risiko mit Sicherheit deutlich grösser, denn: Eine Marktkonsolidierung enthält ein Indexrisiko von 7 bis 8%, aber ein Kursrisiko in den wichtigsten Werten bis 20 %. In jedem Fall führt deshalb ein Stopp zur Liquidität und diese wird zunächst geparkt.
Instrument 2: Kann man in Derivate wechseln? Dafür gibt es eine Reihe von Vorschlägen, die Ihnen die Banken nahelegen werden. Es handelt sich in den meisten Fällen um Aktien-Zertifikate mit dem Charakter des Discounts oder der Garantie, ggf. Bonus-Zertifikate. Sie stellen darauf ab, dass eine Seitwärtsbewegung des Marktes mit einem solchen Investment abgefangen werden soll. Theoretisch ist dies richtig. Der praktische Nutzen ist jedoch nur sehr gering oder gar nicht vorhanden. Aktuell bieten mehrere Banken solche Produkte an, die eine Rendite von 10% bis Jahresende rechnen lassen, aber natürlich unter dem Vorbehalt von Bedingungen steht. In jedem Falle binden Sie jedoch Geld für die Laufzeit des Zertifikates und können die Tiefstkurse am Ende einer Konsolidierung, die schon sehr viel früher einsetzen dürfte, nicht nutzen. Dann steht der lukrativ erscheinenden Rendite von 10 % ein Nachteil von 20% und mehr gegenüber. Deshalb ist es eine Scheinlösung.
Instrument 3: Es gibt die Möglichkeit, das gesamte Portfolio unverändert zu lassen, weil es sich um Qualitätsaktien handelt. Das Marktrisiko kann man über ein Put-Zertifikat auf den jeweiligen Index absichern. Dies ist sowohl für den S&P als auch für den DAX jederzeit und in allen Varianten machbar. Doch auch hier gilt: Theoretisch richtig, aber nicht optimal."
BÖRSENSIGNALE: "Meldet sich der Saison-Faktor zurück?"
Auch die Redaktion von BÖRSENSIGNALE sieht das traditionelle Saison-Geschehen nach dem Außerkraftsetzen durch die Finanzkrise nun wieder als relevant an. Dennoch raten die Experten, die theoretischen Saison-Methoden nicht überzubewerten:
"Wir befinden uns momentan im Übergang zur erfahrungsgemäß schwachen Börsensaison. Unser Saisonindikator, berechnet sich aus den durchschnittlich schlechtesten 16-Börsenwochen der vergangenen zehn Jahre. In diesem Jahr kommt das Warnsignal am 3.Juni, also in drei Wochen. Obendrein verfolgen wir auch eine weitere Saison-Methode, die sich nicht an den vergangenen Jahren orientiert, sondern stets am letzten Freitag im April zum Verkauf rät und am letzten Freitag im Oktober dann wieder zum Einstieg klingelt. Diese starre' Saison-Methode hat also bereits ein Verkaufsignal gegeben. Doch wie nicht nur die vergangenen beiden Jahre gezeigt haben, ist es richtig, gerade während einer Hausse die Ausstiegssignale der Saison-Methoden nicht überzubewerten.
Auch während der letzten Hausse von 2003 an hätte man mit der 16-Wochen- Methode die Kursgewinne während der Sommermonate verpasst. Nun läuft die Hausse ja bereits seit über zwei Jahren und die Aktien sind nach dem KUV weder unterbewertet noch überbewertet. Die allgemeine Lage hat sich also mittlerweile einigermaßen normalisiert und damit stellt sich nun die Frage, ob der Saisonfaktor jetzt wieder zum Tragen kommt? Freilich können wir diese Frage so nicht beantworten, doch sollten wir den Saison-Faktor nicht ignorieren, wenn die Indizes in den kommenden Monaten ohne ersichtlichen Grund nur auf der Stelle treten", so die Experten der BÖRSENSIGNALE.
Fazit: Das Manko an Marktkommentaren zum Thema "Sommerloch an der Börse" wird bei beiden vorangehenden Beiträgen sehr schnell sichtbar, wirkliche Lösungen gibt es hier nicht. Sollten wir in diesem Sommer wieder vor einer länger anhaltenden Seitwärtsphase an den Börsen stehen, dann werden wir diese wohl aussitzen müssen, außer wir spekulieren hin und wieder auf kurzfristige Trades im Rahmen außergewöhnlicher Nachrichten aus Politik und Wirtschaft. Und mit Stopp-Kursen sind Sie gegen drastische Kurseinbrüche abgesichert. Doch fest steht auch: Die Konsolidierung bedeutet ganz sicher nicht das Ende der laufenden Sachwerte-Hausse. Viele Experten sehen die großen Indizes bis zum Jahresende bei neuen Allzeithochs.