Sollten wir uns Sorgen wegen Klassentrennung machen?

Gastautor Jeffrey Tucker in Kapitalschutz Akte zum Thema Weitere Börsenthemen
vom


Das neue Buch namens "Coming Apart" von Charles Murray hat in den USA eine unglaubliche Menge an Feedback erhalten. An alle, welche solche Debatten ignorieren - guter Impuls, sage ich! - hier kurz eine Zusammenfassung: Seine These ist, dass die Ebbe und Flut von Reichtum und Status zwischen den Klassen, welche einst die amerikanische Kultur charakterisierten, geendet hat.

Er bringt Beweise dafür an, dass wir jetzt zwei separate Welten haben, eine für die Oberschicht und eine für die Unterschicht, und einen großen Abgrund zwischen beiden. Er zeigt das mit einer Menge Daten, welche bestätigen, dass das unterste Drittel auf jede mögliche Weise zurückfällt.

Die Unterschicht wird charakterisiert durch Scheidungen, Arbeitslosigkeit, soziale Entfremdung und wirtschaftliche Stagnation, während die Oberschicht durch das genaue Gegenteil definiert wird.

Da mag was dran sein. Er zitiert Alexis de Tocqueville (welcher irgendwie den Standard setzt dafür, wie wir Amerikaner als Nation sein sollten): In Amerika "achten die reichsten Bürger sehr darauf, nicht zu abseits vom Volk zu stehen; im Gegenteil, sie bleiben konstant in Kontakt mit den niedrigeren Schichten: Sie hören ihnen zu, sie sprechen mit ihnen jeden Tag."



Ist das nicht länger wahr? Murray sagt nein.

Aber warum ist das nicht wahr, was bedeutet das alles und was können wir tun? Darum geht es in der Debatte. Bei der Linken ist die Antwort darauf, was zu tun ist, komplett offensichtlich. Wir brauchen massive staatliche Eingriffe, um die Unterschicht zu fördern, und wir brauchen neue Steuern und Strafen, um die Oberschicht gut und hart zu treffen. Es ist egal, dass die Programme für die Unterschicht nicht funktionieren und dass das Bestrafen der Reichen nur zu einer neuen Regierungs-Elite führt, welche diese vor jedem schützt.

Die Rechte hat eine andere Lösung. Nun, nicht jeder auf der Rechten, aber die Neokonservativen, welche es als gegeben ansehen, dass jede stimmige Nation eine vereinte nationale Kultur benötigt. Ich zitiere David Brooks:

"Wir brauchen ein Programm, welches die Mitglieder der Oberschicht und die der Unterschicht zwingen würde, zusammen zu leben, und sei es nur für ein paar Jahre. Wir brauchen ein Programm, bei dem Menschen von beiden Stämmen zusammenarbeiten und die Werte, Praktiken und Institutionen (...) verbreiten. Wenn wir beide Stämme zusammenbringen, dann hätten wir eine bessere Elite und eine bessere Masse."

Nein danke zu diesem stalinistischen Plan. Die Rechte ist wie die Linke in diesem Sinn: Wenn es ein nationales Problem gibt, dann braucht das eine Lösung, welche gewaltsam aufgezwungen wird. Die Linke bevorzugt es, Leuten Geld wegzunehmen und die Rechte bevorzugt es, Leuten etwas vorzuschreiben. So oder so geht es um eine Erhöhung der Polizeimacht des Staates.


Zum ersten Teil von: Humanitäre Katastrophe

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Kommentar von Livia

Die UAS ist dadurch groß geworden, daß jeder die Chanche hatte, reich zu werden; der berühmte Spruch: Vom Tellerwäscher zum Millionär. Recht bald hatte man aber erkannt, daß es besser ist, wenn die Bevölkerung auch ethnisch und kulturell zusammenpaßt und erließ Einwanderungsverbote z.B. gegen Chinesen. Selbst die Einwanderung aus katholischen Ländern Europas wurde quotiert. Diese Erkenntnisse wurden ab 1964 einfach so über den Haufen geworfen, sodaß selbst Muslime in den USA in großer Zahl anzutreffen sind. Die Gründer, protestantisch-calvinistische Sekten, geraten in die Unterzahl. Aber gerade diese sind es, die mit ihrer Einstellung, daß wirtschaftlicher Erfolg dem Segen Gottes adäquat ist, die Entwicklung der USA zur Weltmacht vorangetrieben hatten. Schon der Katholizismus ist weniger erfolgsorientiert und der Islam legt darauf überhaupt keinen Wert, hier steht die Unterwerfung unter die Regeln des Koran im Vordergrund. Sobals die Klammer des wirtschaftlichen Erfolges entfällt, wird das US-Amerikanische "Volk" feststellen, daß es keines ist und sich die ethnisch/kulturellen Gruppen (wieder-)finden, aus denen sich die Bevölkerung zusammensetzt. Vielvölkerstaaten lassen sich nun mal nur diktatorisch regieren, sobald die "harte Hand" oder der "charismatische Führer"(s.Tito!) entfällt, bricht das Ganze auseinander. Klar, daß die Führungselite sich dann absondert und versucht, Vermögen und Familie in Sicherheit zu bringen! Zuerst bricht die Mittelschicht ein, dann löst sich das Staatsgebilde auf, bzw. die Revolution bricht aus. Das war im spätromischen reich so, der untergehenden Sovietunion, ExJuguslavien und auch in Frankreich vor der Revolution(Hier blieb das Land aber bestehen, weil es ein Volk und eine Religion war)

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Kommentar von Silosis

Polizeimacht brauchen wir auf jeden Fall - entweder um vor dem "linken" zu schützen - oder um vor den "rechten" zu schützen - oder um die "NeoLibs" vor den beiden - oder einen zu schützen. Was wir brauchen ist ein System, welches alle zufriedenstellt und welches sowohl Sozialismus als auch Kapitalismus "erlaubt" - ohne das jedwelche Ideologie die andere keult.

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