Solarworld: Erfolgreiche Orientreise
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 2. März 2010, 14:30 Uhr
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Anfang Januar hatte ich Ihnen an dieser Stelle über Solarworld berichtet. Damals hatte Unternehmenschef Frank Asbeck selbst dafür gesorgt, dass sein Solarunternehmen "in aller Munde" war. Er erteilte all jenen eine offizielle Absage, die schon seit geraumer Zeit auf die Übernahme von Solarworld spekulierten. Asbeck betonte damals in einem Gespräch mit dem Handelsblatt, dass Solarworld Familiensache sei und auch bleibe. Und diese Aussage unterstrich er durch Taten. Er ging auf Reisen.
Schon des Öfteren hatte Asbeck betont, wie bedeutend für die deutsche Solarbranche in Zukunft die sonnenreiche Golfregion werden wird. Mit rund 360 Sonnentagen im Jahr biete sie schließlich optimale Bedingungen. Und so nutzte Frank Asbeck die Gunst der Stunde und reiste noch im Januar mit einer Delegation um Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach Saudi Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. "Wir werden uns hier um Aufträge bemühen", gab Asbeck damals definitiv zu verstehen. Und er hatte Erfolg.
Solarworld geht in die Wüste
Wie heute Morgen in der Wirtschaftspresse zu vernehmen ist, beteiligt sich der deutsche Solarkonzern an einem Joint Venture im Wüstenstaat Katar. Für über 500 Mio. Dollar soll die erste Produktionsanlage für Polysilizium auf der Arabischen Halbinsel installiert werden. Solarworld will sich dafür mit 29 Prozent am neu gegründeten Joint Venture Qatar Solar Technologies beteiligen. Der Produktionsbeginn ist für das dritte Quartal 2012 geplant.
Am geplanten Standort Las Laffan Industrial City gebe es eine hervorragende Infrastruktur, an dem die gesamte Wertschöpfungskette bis hin zum fertigen Photovoltaik-Modul abgedeckt werden könne. Solarworld betonte, dass es mit der neuen Produktionsstätte seine Silizium-Versorgung zusätzlich zu den bestehenden Eigenkapazitäten und Langfristverträgen weiter absichere. Die Centrotherm Photovoltaics AG werde das Equipment für den Aufbau der Produktionslinie liefern.
Zahlen sorgen für leichte Enttäuschung
Dieser Auftrag kommt zur rechten Zeit. Denn die Anleger schienen nach der Vorlage der eher gemischten Zahlen zum Geschäftsjahr 2009 in der vergangenen Woche ein wenig beunruhigt. Das Bonner Photovoltaik-Unternehmen konnte zwar beim Umsatz die Erwartungen erfüllen. Wegen des Preisverfalls musste Solarworld aber einen massiven Gewinnrückgang verkraften. Bei der Prognose für 2010 blieb der Solarkonzern zudem äußerst vage.
Auf den ersten Blick war eigentlich alles toll: Schließlich hat Solarworld im abgelaufenen Geschäftsjahr die magische Umsatzgrenze von einer Milliarde Euro geknackt. Waren es 2008 noch gut 900 Mio. Euro steht nun ein Erlös von 1,012 Mrd. Euro in den Bücherns. Der Absatz konnte um 38 Prozent gesteigert werden. Auch diese Größe lag lag über den Erwartungen des Unternehmens.
Allerdings sind die Preise für Solarmodule im Jahresverlauf auch um rund ein Drittel gesunken. Das operative Ergebnis ist somit deutlich zurückgegangen. Es sank von 263,3 Mio. Euro im Jahr 2008 auf 151,8 Mio. Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. Bereinigt habe der Konzerngewinn bei 59 Mio. Euro gelegen und somit auch deutlich niedriger als noch im Jahr davor.
Die freie Liquidität beläuft sich nach Konzernangaben aber auf 936 Mio. Euro. Man hat also für das "Streben gen Osten" genug Geld im Säckchen. Solarworld kündigte an, man werde an den Ausbauplänen für die Produktion festhalten. Die Investitionen in den Kapazitätsausbau sowie in Forschung und Entwicklung sollen gesteigert werden. Das Unternehmen strebe auch in diesem Geschäftsjahr eine weitere Erhöhung seines Umsatzniveaus an, hieß es bei der Vorlage der Zahlen.
Wie viel der Gang in die Wüste von Solarworld zur Wachstumsstrategie beitragen kann, wird man erst einmal abwarten müssen. Doch es ist damit natürlich ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan. Ich sage nur 360 Sonnentage im Jahr...
Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag
Ihre
Cindy Bach
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