Solarbranche
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 26. Februar 2010, 08:30 Uhr
ENL5462
bei den gestrigen Konjunkturdaten war für jeden was dabei. Positiv überraschten die deutschen Arbeitslosenzahlen, da im Februar lediglich ein Anstieg von 7.000 zu verzeichnen war, während Volkswirte wesentlich mehr befürchtet hatten. Auch der Konjunkturklimaindikator der EWU fiel mit einem Wert von minus 0,98 minimal besser aus als angenommen (Erwartung hier: minus 1,05 Punkte). Dafür sank der Economic Sentiment Index der EWU auf 95,90 Zähler, während ein Anstieg auf 96,60 Zähler erwartet wurde.
Am Nachmittag enttäuschten dann in den USA die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe der Vorwoche erneut auf ganzer Linie. Sie stiegen auf 496.000, während eigentlich ein Rückgang auf 460.000 erwartet wurde. Vielleicht war wieder einmal die schlechte Witterung Schuld daran. Wer rechnet schon im Winter mit schlechtem Wetter? Dagegen entwickelten sich die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im Januar im Monatsvergleich mit einem Plus von 3 Prozent deutlich besser als die Schätzungen, die im Vorfeld bei nur 1,5 Prozent lagen.
Schließlich gab es auch noch gute Quartalszahlen von BASF, Henkel, Allianz und Fresenius SE, während die von RWE, Deutsche Telekom, Solarworld, centrotherm und Sky Deutschland am Markt keinen Gefallen fanden. Insbesondere die Solarbranche (Solarworld, centrotherm u.a.) hat ja derzeit unter den angekündigten Subventionskürzungen zu leiden. Der Solarmarkt ist in den letzten Jahren ganz wesentlich aufgrund staatlicher Gelder gewachsen. Eine steuerfinanzierte Spekulationsblase hatte sich in 2007 gebildet, die im Zuge der Finanzkrise zu platzen begann. Den Wegfall der Stützungsmaßnahmen könnten nun bis zu 80 Prozent der Solarunternehmen nicht überleben, wie ich kürzlich in einer Expertenschätzung las. Hoffen wir nicht, dass das Beispiel in der Gesamtwirtschaft Schule macht, wo inzwischen auch massive Subventionen auslaufen, die im Zuge der Finanzkrise gewährt wurden. Denken Sie nur an die Autoindustrie (Abwrackprämie).
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