Solaranbieter Q-Cells: verkaufen
Profit Radar
vom 17. Mai 2011, 19:00 Uhr
ENL5454
Die Performance dieses ehemaligen Weltmarktführers war schon immer grottenschlecht: -12% innerhalb einer Woche, -26% innerhalb eines Monats, -54% seit einem Jahr. Und auch auf Sicht von drei Jahren bleibt nicht mehr viel übrig: Minus von über 96%. Trotz dieser massiven Kursverluste ist die Aktie des Solaranbieters noch immer kein Kauf.
Im Gegenteil, das Urteil von Analysten wie der Landesbank Berlin ist eindeutig: verkaufen. Q-Sells ist mit seiner offensiven Wachstumsstrategie in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Die Strategie lautet: vom reinen Solarzellenhersteller zum Anbieter von kompletten Photovoltaiklösungen. Das machen aber auch Dutzende andere Firmen, zum Beispiel chinesische.
Und der Preiswettbewerb ist gnadenlos. Fallende Preise gehen zu Lasten der Marge. Hinzu kommt, dass gerade in vielen Wachstumsmärkten die Förderungen gekürzt wurden. Damit zeigt sich auch, wie stark gerade deutsche Solaranbieter von staatlichen Förderungen abhängig sind. Und wer wie Q-Cells auf starkes Wachstum gesetzt hat, muss auch mit Überkapazitäten kämpfen, was den Preisdruck noch weiter verschärft.
Entsprechend mies fiel auch das erste Quartal aus - ein satter Umsatzeinbruch von über 46%. Ein schwaches Ergebnis aus der Vergangenheit, das kann Börse manchmal verkraften, wenn der Ausblick dafür umso besser aussieht. Doch bei Q-Cells ist das nicht der Fall: Aufgrund der unsicheren Nachfragesituation ist eine Prognose „mit erheblichen Unsicherheit behaftet."
Auf eine solche Aussage kennt die Börse eigentlich nur eine Antwort, und die lautet: verkaufen. Q-Sells hat ein Kursziel von 1,80 €, Aktuell steht die Aktie bei 2,20 €.
Gute Kurse wünscht Ihnen
Volkmar Michler