Sojabohnen – steigendes Angebot, starke Nachfrage
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 10. Februar 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Gestern gab das USDA - wie gesagt - die neuesten Ernteschätzungen bekannt: dabei wurde die Prognose für die Sojabohnen-Endbestände zum Ende des Erntejahres 2009/10 am 31. August von zuvor 245 Millionen auf 210 Millionen Scheffel deutlich nach unten revidiert.
Dies resultiert in einer stocks-to use-ratio von 6% - immer noch ein sehr enges Verhältnis!
Steigende Produktion
Aktuell erwartet das USDA für 2009/10 eine US-Produktion in Höhe von 3,36 Milliarden Scheffel - ein Rekordvolumen, welches deutlich höher liegt als in den vorherigen Jahren. Auch weltweit wird für 2009/10 ein Anstieg der Produktion um etwa 20% gegenüber dem Vorjahr erwartet - dank Rekordernten nicht nur in den USA, sondern auch in Brasilien und Argentinien. Diese drei Länder sind die größten Sojabohnen-Anbauländer der Welt.
Dank des hohen Preisniveaus erweist sich der Sojabohnenanbau als attraktiv, was logischerweise in einer Ausweitung des Anbauflächen resultiert. In den vergangenen 2 Erntejahren befand sich der Markt in einem Angebotsdefizit, woraus die sinkenden Endbestände resultieren.
Dies könnte sich im aktuellen Erntejahr ändern, obgleich die Nachfrage deutlich wächst und - wie gesagt - für 2009/10 trotzdem mit einem nach wie vor geringen Endbestandslevel zu rechnen ist.
Sehen wir uns folgende Grafik an, die einen Überblick über die US-Sojabohnen-Markt-Statistik gibt:
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Starke Nachfrage wirkt unterstützend
Das USDA prognostiziert für 2009/10 einen Verbrauch in Höhe von 3,3 Milliarden Scheffel - ein Anstieg von 14,75% gegenüber dem Vorjahr.
Der wichtigste Nachfragefaktor ist China! Aufgrund anhaltend enttäuschender Ernten ist das Land gezwungen durch Zukäufe auf den internationalen Getreidemärkten den heimischen Verbrauch zu decken. In 2009 stiegen die gesamten Sojabohnenimporte um 14% gegenüber dem Vorjahr auf 42,5 Millionen Tonnen - das entspricht mehr als der Hälfte der US-Produktion in 2008/09. Und die Nachfrage von Seiten Chinas steigt weiterhin an. Bereits im Dezember hatte China mit rund 4,78 Millionen Tonnen ein neues Rekordvolumen an Sojabohnen importiert.
Fazit
Im vergangenen Jahr wirkte sich insbesondere die anhaltend starke Nachfrage aus China preisunterstützend aus. Auch in diesem Jahr kommt es insbesondere auf die Nachfrageentwicklung an, wobei trotz allem damit zu rechnen ist, dass das Defizit der vergangenen Jahre sich in einen leichten Überschuss umkehrt. Grundsätzlich dürften die Preise, auch saisonal bedingt, zumindest einmal bis zum Abschluss der Ernte in Südamerika vom aktuell günstigen Preisniveau aus eine leicht steigende Tendenz aufweisen. Dann kommt es insbesondere auf die Aussaat in den USA Mitte des Jahres an. Sollte es hier zu einer massiven Ausweitung der Anbaufläche kommen, wirkt sich dies natürlich belastend auf die Preise aus. Alles in allem rechne ich aber von fundamentaler Seite her mit einem moderaten Plus für die Sojabohnenpreise in 2010.
So long liebe Leser....zudem kommt es insbesondere für die Agrarrohstoffe auch auf weitere langfristige Faktoren und nicht zuletzt auch auf den spekulativen Faktor an...damit wollen wir uns morgen noch beschäftigen und ebenso mit dem Jahresausblick für Mais.....damit verabschiede ich mich für heute und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend....bis morgen, wenn wir uns wieder lesen...
Liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
- Aurubis: verhalten positiver Ausblick nach hervorragendem 2011
- Rohstoffe und der Mythos von Preise nur durch Angebot und Nachfrage
- Sojabohnen-Preise: ein neues Signal für Stärke
- Rohöl – Fundamentaldaten zum Angebot
- Thema Rohstoffe
- Im Nahrungsmittelsektor wird die Schere immer größer
- Angebot und Nachfrage
- Kaffeepreis ist explodiert – was ist da los?
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von jürgen schöpplein (11.02. 2010 12:00 Uhr):
sehr geehrte frau kraus ich als landwirt und schweinemäster der soja und weizen verfüttert kann dazu sagen das im letzten halben jahr der sojapreis viermal so hoch war und ist wie der weizenpreis normal ist eine verdoppelung auf dauer der letzten 50 jahre. entweder der weizenpreis verdoppelt sich oder der soja halbiert sich. MFG jürgen schöpplein
Antworten
Artikel weiterempfehlen