Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar Rohstoffe
vom
nachdem wir uns in der letzten Woche bereits mit den saisonalen Preistrends bei Mais und Weizen beschäftigt haben, wollen wir uns heute die saisonalen Besonderheiten bei den Sojabohnen ansehen.
Sie erinnern sich: als ich vergangenen Mittwoch über die saisonalen Trends der Weizensorten geschrieben hatte, habe ich auf eine Besonderheit aufmerksam gemacht: die so genannte February-Break. Auch bei den Sojabohnen ist diese February-Break zu beobachten.
Heute möchte ich zunächst noch einmal ausführlich auf diese Februarpause anhand der Sojabohnen eingehen, bevor wir dann die weiteren saisonalen Besonderheiten dieses Getreides evaluieren.
Besonderheit: die Februarpause
Die Sojabohne weist eine spezielle saisonale Besonderheit auf. Diese nennt man auch die Februarpause.
Was geschieht in der Februarpause?
Beginnend im Januar stehen die Sojapreise meist bis Mitte/Ende Februar unter Druck. Erst danach Ende Februar/Anfang März geht der saisonale Aufwärtstrend weiter. Der kleine Kurseinbruch Mitte Februar könnte somit auch noch einmal als Kaufgelegenheit vor einem stärkeren Trend genutzt werden, obwohl der Kursrückgang während der Ernte im Oktober/November deutlich stärker ist. (dazu im 2.Teil mehr)
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In den USA verkaufen viele Farmer ihre Soja-Ernte erst zu Beginn des neuen Jahres - also etwa im Januar und Februar. Dies zum einen aus steuerlichen Erwägungen und zum anderen, da sie meist zu diesem Zeitpunkt Cash brauchen, um die kommende Aussaat zu finanzieren.
Überwiegend werden in den USA die Sojabohnen auf dem Wasserweg transportiert. Da dies also im Winter (Januar/Februar) geschieht, kann es zu deutlichen Behinderungen kommen, wenn zum Beispiel Flüsse zufrieren. Zwischenhändler gehen deshalb im Januar und Februar mit eher niedrigen Kaufgeboten in den Markt um ihre Margen zu schützen, denn schließlich müssen sie die höheren Transportkosten zu dieser Jahreszeit tragen.
Dies sind die Gründe dafür, dass es bis Mitte/Ende Februar zu einem kleinen Kurseinbruch kommen kann.
Sehen wir uns zunächst den typischen saisonalen Verlauf der Sojabohnen-Preise im Durchschnitt der letzten 5 und 15 Jahre an:
Quelle: GS
Blau - Durchschnitt der letzten 15 Jahre
Rot - Durchschnitt der letzten 5 Jahre
Und nun eruieren wir die saisonalen Besonderheiten:
Aussaat:
Der überwiegende Teil der Sojabohnen in den USA wird vom 10. Mai bis zum 23.Juni ausgesät.
Blütezeit:
Im Normalfall erfolgt die Blütezeit etwa in der zweiten und dritten Juliwoche. Danach bildet die Pflanze ihr Wurzelwerk aus.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Pflanze in der Keim- und Blütephase recht anfällig. Erst danach, oder besser gesagt mit der Blütephase lässt sich eigentlich eine erste richtige Prognose dahingehend stellen, wie die Ernte ausfallen könnte. Erst nach der Blüte, mit Ausbildung der Wurzeln ist die Pflanze robuster.
Wir sehen anhand des typischen Verlaufsmusters, dass etwa um diese Zeit (Ende der Aussaat; Beginn der Blüte) der Aufwärtstrend beendet wird. Danach erfolgt der saisonale Abwärtstrend.
Vor der Ernte:
Der saisonale Abwärtstrend der zweiten Jahreshälfte wird meist durch eine kleine Erholung vor der Ernte unterbrochen. Dies in etwa nach der Bestäubung. Zu diesem Zeitpunkt gilt die Ernte als - na ja ich sage mal - gesichert. Denn nun hat die Pflanze ihr Wurzelwerk bereits vollständig ausgebildet und ist auch gegen extremere Wetterverhältnisse gewappnet.
Die Zwischenerholung läuft meist bis zum Beginn der Ernte.
Erntezeit:
In den USA beginnt die Erntezeit meist um den 21. September herum und sollte etwa bis zum 10. November in allen Bundesstaaten abgeschlossen sein.
Zu diesem Zeitpunkt - etwa mit Beendigung der Ernte - sehen wir auch im typischen Verlauf das saisonale Preistief. Erst danach beginnen die Preise im saisonalen Muster wieder zu steigen.
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