Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar Rohstoffe
vom
Im letzten Update vom 21.09. schrieb ich, die Nachfrageentwicklung sei der entscheidende Faktor - und an dieser Überlegung hat sich nach wie vor nichts geändert, trotz der positiven Faktoren, die ich im 1.Teil aufgezählt habe.
Nachfrage aus China
Für die weitere Entwicklung ist nach wie vor insbesondere die Nachfrageentwicklung Chinas ausschlaggebend. Denn China ist der größte Sojabohnen-Importeur der Welt und seine bislang starke Nachfrage maßgeblich für die Entwicklung der Preise in den letzten Jahren. Berichten zufolge soll die chinesische Nachfrage im Oktober weiter anziehen, doch China ist im Allgemeinen ein preissensitiver Käufer. Soll heißen, wenn die Preise zu hoch steigen, könnte die chinesische Nachfrage durchaus zwischenzeitlich an Dynamik verlieren.
Nachfrage seitens der Viehzüchter
Besonders preissensitiv sind auch die Live-Stock-Produzenten. Hohe Futtermittelpreise drücken hier natürlich empfindlich die Margen. Hohe Sojabohnenpreise könnten somit zu einem Rückgang der Nachfrage seitens der Futtermittelindustrie führen.
Kampf um die Anbauflächen
Ein besonderes Augenmerk sollte auf den Kampf um die Anbauflächen gerichtet werden. Im Allgemeinen führen hohe Preise zu einer Ausweitung der Anbaufläche während der kommenden Aussaat. Nun ist es aber so, dass verschiedene Feldfrüchte um die Anbaufläche konkurrieren. Zum Beispiel Mais und Sojabohnen die in den USA jeweils im April und Mai ausgesät werden. Wenn also die Maispreise deutlich steigen, dann wird von einer Ausweitung der Maisanbaufläche während der nächsten Aussaat ausgegangen. Im Umkehrschluss würde dies zu einer rückläufigen Soja-Anbaufläche führen. Im Moment allerdings sollte das geringe prognostizierte Endbestandslevel für beide Feldfrüchte zu einer Ausweitung von sowohl der Mais-, als auch der Soja-Anbaufläche führen, damit es im nächsten Erntejahr nicht zu einem Defizit bei einem der beiden Feldfrüchte kommt. Das ist mit ein Grund, weshalb die Sojabohnen-Preise aktuell analog zu den Maispreisen nach oben gejagt wurden.
Fazit
Nach den deutlich nach unten revidierten USDA-Prognosen und den schwachen Aussichten für die brasilianische Ernte könnten die Sojabohnen-Preise, mit weiteren unterstützenden News, sogar noch ein wenig weiter auf die Spitze getrieben werden und möglicherweise auch noch die 12 USD-Marke überschreiten, bis das hohe Preislevel schließlich einen Grund für einen deutlichen Rücksetzer bietet. Unterstützungen finden sich bei 11,30 USD und 10,50 USD pro Scheffel an der CBOT. Alles in allem muss dann die weitere Entwicklung der Ernte in Brasilien und der Aussaat in den USA abgewartet werden um sagen zu können, ob sich fundamentale Gründe für einen weiteren Preisanstieg ergeben.
Hier noch die Preisentwicklung seit Anfang September (Sojabohnen zur Lieferung im November an der CBOT in US-Cent pro Scheffel):
Quelle: CFX-Trader
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute....im folgenden wollen wir uns noch mit Weizen und Reis (denen sich das USDA auch angenommen hat) beschäftigen und natürlich mit unserer Silber-Münzen-Reihe (zunächst noch einige Ergänzungen zum Maple Leaf) weitermachen...ich hoffe also, Sie sind dementsprechend auch morgen wieder dabei und wünsche Ihnen noch einen schönen Abend...liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus