Sojabohnen – die Nachfrageentwicklung ist ausschlaggebend
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Agrar-Rohstoffe
vom 21. September 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Anhand der Tabelle im 1.Teil sehen Sie, dass für 2010/11, trotz eines erheblichen Produktionsanstiegs ein Rückgang der Nachfrage erwartet wird. Das USDA geht für 2010/11 von einem Verbrauch in Höhe von 3,29 Milliarden Scheffel aus - das entspricht einem Rückgang von 70 Millionen Scheffel gegenüber 2009/10.
Hohe Stocks to use ratio von 11% erwartet
Obgleich das US-Landwirtschaftsministerium am 10.September die Prognose für das Endbestandslevel um 10 Millionen auf 350 Millionen Scheffel nach unten revidiert hat, ergibt sich dennoch für das aktuelle Marktjahr eine sehr hohe stocks to use ratio von 11%.
Anders gesagt: zumindest nach den Prognosen des US-Landwirtschaftsministeriums ist die Zeit niedriger Endbestände und der Knappheit im Sojabohnenmarkt erst einmal vorbei. Natürlich handelt es sich hierbei erst einmal um Prognosen, schließlich beginnt die Ernte in den USA erst Ende September/Anfang Oktober und sollte bis Mitte November abgeschlossen sein. (In Brasilien dem zweitgrößten Sojabohnenproduzenten der Welt beginnt die Ernte im Übrigen im Februar und sollte bis Mai in allen Anbauregionen abgeschlossen sein. Die aktuellen Wetterwidrigkeiten in Südamerika behindern die Aussaat.) In dieser Phase können immer noch widrige Wettereinflüsse die Ernte behindern. Doch die Tendenz der USDA-Prognosen ist klar: nach der deutlichen Flächenausweitung wird in diesem Jahr mit einer Rekordernte gerechnet.
Das entspricht auch meiner Prognose vom 10.02.:"Auch in diesem Jahr kommt es insbesondere auf die Nachfrageentwicklung an, wobei trotz allem damit zu rechnen ist, dass sich das Defizit der vergangenen Jahre in einen Überschuss umkehren wird." Behält das USDA Recht, dann entwickelt sich in diesem Jahr aus dem Primärmarktdefizit der letzten Jahre ein Überschuss.
Doch, wie ich im Februar schon schrieb, es kommt auch insbesondere auf die Nachfrageentwicklung an.
Nachfrageentwicklung ist entscheidend
Sollte China auch in diesem Jahr massiv Sojabohnen aufkaufen müssen, dann wendet sich das, aufgrund der US-Rekordernte aktuell noch eher gemischte Bild, deutlich. Dies bleibt erst einmal abzuwarten.
Vorerst aber wirken zwischenzeitliche News in Bezug auf Wetterwidrigkeiten allerdings immer wieder unterstützend, so dass ich zunächst an meiner Prognose für ein moderates Plus bis Jahresende festhalte.
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute von Ihnen....mit dem Silber geht's dann morgen weiter...liebe Grüße und noch einen schönen Abend...
Ihre Miriam Kraus
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