Sojabohnen: 6-Wochenhoch und weiter...

in Rohstoff Daily zum Thema Agrar Rohstoffe
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heute wollen wir uns - wie versprochen - ein Update zu den Sojabohnen ansehen. Die Grains erhalten aktuell deutliche Unterstützung: Mais erreichte in dieser Woche bereits ein 3-Monatshoch und Weizen das höchste Preislevel seit 2 Monaten.

Sojabohnen zur Lieferung im November (Nearby) haben am Montag die 10 USD-Marke wieder nach oben durchbrochen und am Dienstag das bisherige Wochenhoch bei 10,10 US-Dollar pro Scheffel an der CBOT erreicht.


Betrachten wir also die Faktoren, welche die Preisentwicklung aktuell unterstützen:

Stocks to use ratio immer noch auf kritischem Level

Am vergangenen Freitag veröffentlichte die USDA ihre aktuellen Bericht zur Ernteschätzung. Wie auch bei Mais hat das US-Landwirtschaftsministerium die Endbestandsprognose angehoben.

Ähnlich wie bei Mais könnte es sich hierbei allerdings um die höchste Ernteschätzung in diesem Jahr handeln, da die Prognosen auf Ergebnissen bis zum 1.Oktober basieren und somit der letzte Kälteeinbruch in den Anbaugebieten der USA und dessen Auswirkungen noch nicht in die Prognosen mit einfließen konnten.

Die USDA hat ihre Endbestandsprognose für das Erntejahr 2009/10 um 10 Millionen Scheffel gegenüber der Vorprognose auf 230 Millionen Scheffel angehoben. Dieser Wert liegt zwar deutlich über den prognostizierten 138 Millionen Scheffel an Endbestand für das Jahr 2008/09, doch die stocks to use ratio liegt mit nur 7% nach wie vor auf einem kritischen Level. Bei Sojabohnen liegt das kritische Level bei einer stocks to use ratio von unter 10%. Nach wie vor besteht also ein sehr enges Angebots- und Nachfrageverhältnis im Sojabohnenmarkt.

Sehen wir uns hier die aktuelle Sojabohnen-Markt-Statistik an:

U.S. Sojabohnen Markt Statistik (in Milliarden Scheffel)

Ende des Erntejahres
31. August

2002

2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Produktion

2.89

2.76

2.45

3.12

3.06

3.20

2.68e

2.97e

3.25e

Gesamtverbrauch

2.93

2.79

2.52

2.99

2.87

3.08

3.06e

3.05e

3.17e

Endbestände

.208

.178

.112

.256

.449

.574

.205e

.138e

.230e

Stocks toUse ratio

.07

.06

.04

.09

.16

.19

.07e

.05e

.07e

Wetterlage erschwert die Ernte

Wie ich gestern schon schrieb, haben die Farmer in den Anbaugebieten des Mittleren Westens der USA aktuell mit einer ungünstigen Wetterlage zu kämpfen. Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Schneefälle erschweren die Ernte - und dies ausgerechnet im Oktober, als während der aktivsten Phase der Ernte.

Bis zum 11.Oktober wurden bislang nur rund 23% der Ernte eingefahren. Im Durchschnitt der vergangenen 5 Jahre waren zu diesem Zeitpunkt bereits 57% der Ernte abgeschlossen.

Doch, zuvor schon hatte die ungünstige Wetterlage die Aussaat erschwert: heftige Regenfälle, werden der Aussaatphase führten zur erheblichen Verzögerungen. Ein Aspekt der gerade jetzt im Herbst günstige Wetterbedingungen erforderlich macht, damit die Erträge nicht sinken.

von
Miriam Kraus
Miriam Kraus

Miriam Kraus ist eine gesuchte freiberufliche Finanzanalystin, deren besondere Kennzeichen die hartnäckige Recherche und ein Gespür für wesentliche Aspekte sind.

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