So unwiderstehlich wie ein kostenloses Mittagessen
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 2. September 2010, 07:30 Uhr
ENL5462
Überall auf der Welt sind Garnisonen amerikanischer Soldaten stationiert. Man meldet Interessen in Gegenden an, von denen die meisten Amerikaner noch nie etwas gehört haben und die noch weniger von ihnen interessieren. Es gibt kein Eckchen und keine Sackgassen auf der Welt, die nicht irgendwie von Amerika kontrolliert werden. Das Pentagon hat die Welt in vier regionale militärische Abschnitte unterteilt - jeder hat einen eigenen Oberbefehlshaber. Die Rolle dieser Oberbefehlshaber ist laut General Anthony Zini, so ähnlich wie die der Prokonsule im römischen Reich. Am Ende des Jahres wird Amerika mehr für seine „Verteidigung" ausgegeben haben, als der Rest der Welt zusammengenommen.
Schon jetzt werden die Leser dieses Newletters sich einige Fragen stellen. Amerika ist seit der Kapitulation der Sowjetunion die einzige Supermacht der Welt. Amerika hat keine Feinde, die eine ernste Bedrohung darstellten oder ernsten Schaden anrichten könnten. Wogegen verteidigt man sich?
Aber genau das ist der Punkt. Der imperiale Geist hat Amerika untergekriegt. Man spielt nicht länger eine Rolle, die man verstehen oder kontrollieren könnte. Jetzt ist Amerika eine Imperialmacht und spielt die Rolle, die ihm in die Hände gefallen ist. Man muss die „Sicherheit" der gesamten Welt gewährleisten. Man muss das öffentliche Gut von „Ordnung und Gesetz" gewährleisten. Irgendjemand muss es tun. Wer außer Amerika wäre dazu in der Lage? Amerika ist die Diktatorin der Welt, hat sich aber selbst nicht mehr unter Kontrolle...und auch nicht die eigenen Finanzen.
Ich halte einen Moment inne, um darüber nachzudenken. Der Reiz eines Imperiums ist so unwiderstehlich wie ein kostenloses Mittagessen. Die Männchen einer Art lassen keine Gelegenheit aus, herumzustolzieren und sich überlegen zu fühlen, wie der Hahn im Hühnerhof. Rote Tuniken und Straußenfedern sind heute nicht mehr in. Aber die, die sie trugen, sind die gleichen, die unter Alarich Rom plünderten, die unter dem Grafen von Montfort Albi in Schutt und Asche legten und die mit der dritten Division der amerikanischen Infanterie aus der Luft in Bagdad einfielen. Die Uniformen ändern sich, aber die Männer sind immer noch die gleichen habgierigen, sich mit Unsinn brüstenden Idioten, die sie schon immer waren.
Das macht die Geschichte ja so unterhaltsam. In der Geschichte der Reiche ist es jedoch besonders unterhaltsam die großen Eroberer zu beobachten...die Napoleons, Alexanders, Caesars, Attilas und Adolfs dieser Erde - mit ihren glorreichen Ansprüchen und ihren schmutzigen Metzeleien - wie sie alle ihre roten Tuniken überstreifen und die blankpolierten Helme... ihre weißen Rosse besteigen... und direkt in die nächste Wand reiten.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Rejhons F C (02.09. 2010 09:37 Uhr):
Darf ich mich ihnen vollinhaltlich anschließen? Ich bin nun bereits 75 Jahre auf dieser Erde und habe viel miterlebt. Insbesondere die letzte Dekade mit den Bush’s, Cheney’s und deren Imperium. Im Namen der Humanität (Kreuzritter) wird versucht, alles so zu biegen wie diese Tunikaträger sich das vorstellen. Gewachsene ethnische Strukturen – was ist das? Und wogegen verteidigen? Gegen die Rück-Besitznahme von (fast) gestohlenen Ölförderregionen? Und alles auf dem Rücken Millionen Unschuldiger? Es ist nicht zu fassen, aber wie Viele sehen heute noch immer in ehrfürchtigem Staunen auf das Land der (un)begrenzten Möglichkeiten … es ist nicht zu fassen . . . Ich danke ihnen für ihre Ausführungen
Antworten - Kommentar von Nikolaus (02.09. 2010 11:02 Uhr):
Dear Bill, you forgot the oil, we (the "West") we've got to protect "our" oil. Hier haben die Amerikaner schwer nachgelassen. Bei den Indianern ging das noch besser und nachhaltig wirkungsvoller! verweichlicht? so ist rom auch untergegangen!!
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