„So stark wie die Mark“
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 3. Juni 2011, 07:30 Uhr
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Nach zwei äußerst turbulenten und hochvolatilen Handelstagen steht nun am heutigen Freitag (14.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) die Bekanntgabe der mit großer Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten zum Monat Mai an. Wehe, wehe, wenn nun auch diese einmal mehr enttäuschend ausfallen und der Stellenaufbau geringer als die nach den äußerst schwachen ADP-Daten vom Mittwoch ohnehin gesenkte Konsenserwartung ausfällt.
Stunde der Wahrheit für Griechenland
Heute Nachmittag findet in Luxemburg auch ein Treffen - offiziell Arbeitsbesuch" - zwischen dem Chef der Eurogruppe Juncker und dem griechischen Ministerpräsidenten Papandreou statt. Angeblich soll dort von Papandreou ein neues umfassendes Spar- und Privatisierungsprogramm vorgestellt werden. Ebenfalls heute soll der Forschrittsbericht, von dem ja weitere Finanzstützen für die krisengebeutelten Hellenen abhängen, der Troika aus IWF, EZB und EU-Kommission vorgelegt werden. Laut Reuters ( http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE75100420110602 ) ergebe der Bericht ein gemischtes Bild. Es sei noch unklar, ob die nächste Tranche ausgezahlt werden kann.
Griechische Einzelhandelsumsätze brechen massiv ein
Indes scheint sich realwirtschaftlich die Lage im Mittelmeerland dramatisch zuzuspitzen. Die jüngst veröffentlichten
Einzelhandelsdaten für den Monat März 2011 fielen depressiv schwach aus. Ja, ein preisbereinigtes Umsatzminus von fast 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr spricht für sich. Besonders krass war der Umsatzzusammenbruch bei Schuhen, Kleidung und Möbel. Ob ein neues Austeritätsprogramm dem griechischen Einzelhandel wieder wirklich auf die Beine helfen kann?
Trichet erhält Internationalen Karlspreis zu Aachen
Last but not least sei es mir gestattet, einige Ausschnitte/Zitate aus der Rede
http://www.karlspreis.de/fileadmin/dokumente/reden2011/karlspreis_2011_trichet_dt.pdf
des Karlspreisträgers 2011, Jean-Claude Trichet (Präsident der EZB), anlässlich der gestrigen Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen in den Raum zu stellen. Diese sollen bewusst unkommentiert bleiben.
Der Euro ist eine starke und glaubwürdige Währung. Er hat das Vertrauen unserer Mitbürger, Anleger und Sparer. Es gibt keine Krise des Euro."
In den ersten zwölf Jahren des Euro betrug die durchschnittliche jährliche Inflationsrate weniger als zwei Prozent. Über einen so langen Zeitraum ist das Ergebnis besser als das, was in allen größeren Euroländern in den letzten 50 Jahren erreicht wurde. Hier in Aachen kann ich sagen: Stark wie die Mark sollte der Euro werden, und stark wie die Mark ist er geworden."
Wäre es zu kühn, sich eine Union vorzustellen, die nicht nur einen gemeinsamen Markt, eine gemeinsame Währung und eine gemeinsame Zentralbank hat, sondern auch ein gemeinsames Finanzministerium?"
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von VonRupp (03.06. 2011 09:42 Uhr):
Da Trichets Gelaber sich nur die dort Anwesenden live anhören müssen, die eben das Gleiche sagen (müssen), ist es den "Mitbürgern" ziemlich egal. Sonst müsse man glauben, der Mann ist schon durch die Altersdemenz so behindert, dass er die Realität gar nicht wahrnimmt. Vor allem der Satz: "Der Euro ist eine starke und glaubwürdige Währung. Er hat das Vertrauen unserer Mitbürger, Anleger und Sparer. Es gibt keine Krise des Euro." klingt wie ein ganz zynischer Witz eines geisteskranken, machtbesessennen Ignoranten.
Antworten - Kommentar von fettarm (03.06. 2011 12:18 Uhr):
Trichet erhält Internationalen Karlspreis zu Aachen Lebt Herr Trichet in Europa? "In den ersten zwölf Jahren des Euro betrug die durchschnittliche jährliche Inflationsrate weniger als zwei Prozent" Ein Beispiel: Ich habe vor der Euroeinfuehrung ca. 3000 D-Mark manatlich fuer meine Lebenshaltung ausgegeben ohne auf Preise zu achten, d.h. ich habe vorzugsweise Oekoware gekauft. Heute nach 9 Jahren Euroeinfuehrung muss ich fuer die gleiche Lebenshaltung 3000 Euro ausgeben und dabei sehr auf die Preise achten und kann mir nicht immer Oekowaren leisten. Das ist eine Inflationsrate von mehr 50% in 9 Jahren. Von der Kernschmelze meiner langfristigen Anlagen einschliesslich Immobilien moechte ich erst garnicht reden. So vernichtet die Politik 40 Jahre langes Arbeiten. Heute mit 70 Jahren muss ich wieder arbeiten, wie gehabt bis zu 10 Stunden taeglich, um meinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten und Ruecklagen bilden fuer einen wuerdiges Abhandenkommen, um nicht in einem dieser elenden Altersheime zu verenden. Die duemmsten Kaelber waehlen sich nun einmal ihre Schlaechter selber.
Antworten - Kommentar von christian holste (03.06. 2011 13:23 Uhr):
Die Vorstellung eines gesamteuropäischen Finanzministeriums sprengt sicherlich die Vorstellungskraft vieler Mitbürger und Politiker. Ein Blick zurück über Jahrhunderte aber zeigt (und lehrt) uns, dass eine Finanzunion - zuletzt die latinische Finanz- und Währungsunion um den Franken Gold - letztlich doch scheitern muss und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch wieder wird, wenn der Finanzunion keine politische Union folgt. Die Mark von 1871 wäre nie etwas geworden, wenn jeder Duodezfürst im deutschen Sprachraum weiterhin sein eigenes Süppchen hätte kochen können oder dürfen. Solange keine Krise kommt, gehts wohl wunderbar - wie bisher. Aber nun kommen Krisen und schon will alles in unterschiedliche Richtungen auseinanderlaufen. Mir ist nicht wohl dabei.
Antworten - Kommentar von Dr Heinemann (03.06. 2011 13:44 Uhr):
Liebe Leser, was denkt der Herr Trichet, "alle doof außer ich"? 350 Mio. EU-Bürger sehen jeden Tag, daß sie von den Finanzämtern, beim Einkauf, bei der Inflation durch das System Euro betrogen werden und der Trichet sagt, daß es "eine glaubwürdige Währung" sei. Wer spinnt hier und warum bekommt dieser Lügner für seine Lügen noch einen Preis? Wir müssen endlich aufräumen! Ich frage Sie alle: Welche eine, nur eine Tat hat der Mensch vollbracht, für die er ausgezeichnet werden sollte? Ich weiß keine. Bitte nennen Sie mir eine gute Tat. Beste Grüße Ihr Dr. H.
Antworten- Antwort von christian holste (04.06. 2011 09:39 Uhr):
Mit Trichets Lebenswerk habe ich mich nicht en detail beschäftigt. Aber bitte vergessen wir alle nicht, dass es sich bei unserem Papiergeld um 100% "Trust-Money" handelt, also um sog. Vertrauensgeld. Der Euroschein per se ist nicht wert, das ist nur Papier. Aber dass Menschen in dieses Papier Vertrauen haben sollen, dass muss ihnen schmackhaft gemacht werden und deswegen muss die Finanzwelt nicht aufhören, uns die Ohren vollzublasen, dass dieses Papier Vertrauen verdient. Und deswegen meint auch Trichet, dass es sich um "eine glaubwürdige Währung" handele. Alles Propaganda, gestützt auf ein paar volkswirtschaftliche Daten.
- Antwort von christian holste (04.06. 2011 09:39 Uhr):
- Kommentar von Suzette Mota Veiga (07.06. 2011 01:25 Uhr):
Trotz der Krise und all der Schulden, hat sich der Euro doch sehr gut gehalten. Oder welche Waehrung ware besser? Der USD, der stets entwertet wird? Oder der CHF, der die Schweiz wegen seinem hohen Wert in Exportschwierigkeiten bringt?? Es gibt keine grosse Auswahl und meckern nuetzt nichts. Deutschland exportiert mehr denn je, dank dem Euro. Andere Laender muessen sich nun endlich mal an Disziplin gewoehnen und Schulden abbauen. Lang lebe der Euro! Jede andere Loesung wuerde ein ungeheures Finanz-Abenteuer bewirken.
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