So profitieren Sie vom Small Cap Effekt
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 15. März 2005 16:00 Uhr
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Sie sollten auf Small Caps setzen. In den vergangen zwölf Monaten brachte der SDAX als Index der kleinen Firmen ein Plus von 25 Prozent, doppelt so viel, wie der DAX. Dass Nebenwerte derzeit besser laufen, als Blue Chips, habe ich Ihnen schon in einer der letzten Ausgaben der Investoren Akademie geschildert. Tatsächlich bieten Ihnen Small Caps aber auch langfristig höhere Kursgewinne. In den USA beispielsweise brachten die kleinen Firmen in den 75 Jahren zwischen 1925 und 1999 ein jährliches Plus von 12,7 Prozent. Die Blue Chips schafften nur elf Prozent.
Zu den Small Caps zählen in Deutschland Firmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als einer Milliarde Euro. In den USA liegt diese Grenze bei zwei Milliarden Euro. Wachsen Umsatz und Gewinn in einem Unternehmen, dann steigt normalerweise auch der Börsenwert. Aus einem ganz kleinen Micro Cap wird ein Small Cap, ein Mid Cap, Big Cap oder sogar ein Mega Cap. Richtig riesig ist etwa der US-Ölkonzern Exxon Mobil mit einem Börsenwert von rund 310 Milliarden Euro.
Eine Frage drängt sich auf: Warum haben Small Caps höhere Kursgewinne? Die Begründung ist theoretisch, leuchtet aber ein: Die höheren langfristigen Kursgewinne der Small Caps sind eine Entschädigung für vergleichsweise größere Risiken. Denn der Aktienkurs von kleinen Firmen ist volatiler, hat also größere Schwankungen. Grund: Die Gewinne von Small Caps sprudeln nicht gleichmäßig, die größeren Gewinnschwankungen führen zu starken Kauf- und Verkaufswellen und entsprechenden Kursausschlägen.
Dabei ist Small Cap nicht gleich Small Cap. Da gibt es die "Fallen Angels", die gefallenen Engel. Sie kennen sicher den einen oder anderen vom Crash am Neuen Markt. Intershop beispielsweise. Die Aktie des Anbieters von Technologie für e-Commerce sah schon Kurse je Aktie von 600 Euro. Im Hoch lag der Börsenwert des Unternehmens aus Jena schon bei 15 Milliarden Euro. Jetzt, wo alle wissen, dass das Geschäftsmodell nicht funktioniert und die phantastischen Wachstumspläne geplatzt sind, notiert die Aktie bei 0,98 Euro, der Marktwert liegt bei 25 Millionen Euro.
Viel interessanter für Sie sind die "Rising Stars", die aufgehenden Sterne. Hier finden Anleger meist Tech-Werte, die sich noch in der Frühphase der Entwicklung befinden, langfristig aber zum Blue Chip werden. Bekanntestes Beispiel ist Microsoft. Sicher haben auch Sie schon einmal davon geträumt, irgendwann einmal eine zweite Microsoft auszugraben.
Ein gutes Beispiel für einen Rising Star ist Puma. Die Aktie des Sportartikel Herstellers aus Herzogenaurach dümpelte jahrelang bei Kursen um 15 Euro. Doch dann kam 2001 mit Jochen Zeitz ein neuer Mann auf den Chefsessel und brachte neue Ideen mit. Das brachte Puma auf die Beine. Die Aktie kletterte um mehr als das Zehnfache auf derzeit 190 Euro, stieg in den MDAX auf und wird immer wieder sogar als DAX-Kandidat gehandelt.
Auch der "Phönix aus der Asche" bringt Anlegern Spaß. Dazu zählt etwa Elexis. Das Unternehmen aus Wenden in Nordrhein Westfalen war vor fünf Jahren noch ein Sammelbecken für Teile der guten alten AEG. Noch Ende 2000 notierte die Aktie bei fast zehn Euro. Doch dann ging es bergab bis auf 0,25 Euro. 2002 kam die Neuorientierung und der Verkauf zahlreicher Unternehmensteile. Das brachte die Wende. Die Aktie notiert inzwischen bei elf Euro.
Das bedeutet für Sie: – Wenn Sie nur kurzfristig investieren wollen, sollten Sie nicht auf Small Caps setzen. Denn wegen der höheren Volatilität ist auch Ihr Verlustrisiko höher.
- Meiden Sie Firmen, bei denen es nicht wahrscheinlich ist, dass sich ihr Geschäftsmodell jemals rechnet. Sie sind billig und bleiben es meistens auch.
- Sehen Sie sich Einhell an. Hier haben wir einen interessanten Rising Star auf dem Weg nach oben.