So nutzen Sie die Technische Analyse
Tom Firley in Wave Daily
vom 18. März 2010, 13:00 Uhr
ENL5462
Technische Analyse ist ein wichtiger Verbündeter im großen Bereich der Anlage-Bewertung von Aktien, Indizes, Rohstoffen, auch Devisen etc. Manche gehen ohne ihr Handelssystem (aus Technischer Analyse aufgebaut) gar nicht mehr außer Haus, soll heißen: Manche Trader handeln ausschließlich nach dem eigens entworfenen System und geben dann bei Misserfolg der Börse schuld, wenn es mal nicht funktioniert.
Dann gibt es noch sehr erfolgreiche Trader, die mit einem einfachen System gute Ergebnisse erzielen und daneben haben wir die eingefleischten Analysten, die ihr halbes Leben damit verbringen, ein ausgeklügeltes System zu entwickeln, welches sie dann irgendwann selbst nicht mehr verstehen.
Wiederum andere (wie ich) nutzen die Technische Analyse bei der mittelfristigen Analyse als Zusatz-Information, zum Beispiel zur Trenderkennung oder als Hinweisgeber für einen möglichen Trendwechsel. Aber es kann durchaus - gerade beim kurzfristigen Trading oder Day-Trading - Sinn machen, einem selbst entwickelten System „blind" zu folgen, solange der Anwender das System selbst versteht und ggf. Verbesserungen durchführt.
Eine ganz einfache Methode
Nehmen wir doch einfach einmal meinen heiß geliebten 256-Tage-GD. Dies ist ein Gleitender Durchschnitt, der in etwa einen Gleitenden Jahresdurchschnitt darstellt (je nach Anzahl der Börsentage in einem Handelsjahr... mal sind es 254, mal 257... Schnitt ist eben 256 Tage).
Chart Dax mit 256-Tage-GD... Kauf-Signale
Sie sehen im Chart den Dax seit September 1992 und erfolgreiche Kauf-Signale mit dem 256-Tage-GD. Auch ohne genaue Zahlen zu nennen: Die Höhe der Rechtecke repräsentiert die Gewinne, die mit dieser Technik möglich waren. Aber Achtung:
Das ist nur die halbe Wahrheit! Schauen wir auf denselben Chart, nur mit anderen Hinweisen (und einem weiteren Vorteil des 256-Tage-GD als Warnsignal-Geber):
Chart Dax mit 256-Tage-GD... schwierige Phasen und gute Hinweise
Hier sieht die Welt schon etwas anders aus. Schwarz eingekreist sind die Phasen, in denen der 256-Tage-GD in kurzer Zeit mehrere Male (von oben nach unten und umgekehrt) gekreuzt wurde. Ein reines Trading in diesen Zeiträumen nach diesem Gleitenden Durchschnitt hätte also zu keinen besonders guten Ergebnissen geführt. Es ist unschwer zu erkennen, dass es sich hier um Seitwärtsphasen handelt. Weiteres Manko:
Der 256-Tage-GD hat 1998 „zu spät" auf den fallenden Kurs reagiert (der Dax musste erst von 6.171 auf etwa 4.800 Punkte fallen) und 2009 hat er zu spät auf den steigenden Kurs reagiert.
Dagegen positiv (grün eingekreist): Sowohl die Abwärtsbewegung 2000 bis 2003, als auch die Baisse 2008 / 2009 wurde mit Hilfe des 256-Tage-GD rechtzeitig erkannt und warnte vor Kursverlusten.
Fazit: Mit dem 256-Tage-GD als Signalgeber und Warnhinweiser hätten Sie im Dax in den letzten Jahren wesentlich bessere Gewinne erzielt als mit einer reinen Buy-and-Hold-Strategie. Allerdings hätten Sie aber auch mehr Zeit in die Börse investieren müssen (durch Beobachtung des 256-Tage-GD) und hätten in Seitwärtsphasen einige, wenn auch kleine Fehlsignale hinnehmen müssen.
Sie vermuten richtig: Das kann sicherlich verbessert werden. Heute Abend mehr hierzu im Investors Daily
Viel Erfolg an der Börse
Tom Firley
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