So könnte es sein
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. Dezember 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Die amerikanischen Konsumenten hatten jahrzehntelang die gesamte Weltwirtschaft mit sich nach oben gezogen, aber jetzt sind sie so mit Schulden beladen, dass sie sich kaum noch selber vorwärts schleppen konnten. Selbst die amerikanische signifikante Vormachtstellung im militärischen Bereich hatte sich in einen extrem teuren Kostenblock verwandelt, den sich die Steuerzahler der Nation kaum noch leisten konnten.
Diese Probleme könnten von einer jungen und kraftvollen Nation vielleicht gelöst werden...aber die Amerikaner sind älter geworden, und auch ihre Institutionen begannen, altersschwach auszusehen. Ein struktureller Wandel ist notwendig, aber die Struktur der amerikanischen demokratisierten Märkte und die degenerierte, kollektivierte Regierung machen Veränderungen schwierig. Sie glauben, dass die Mehrheit nicht falsch liegen könne. Und die Mehrheit denkt, dass ihr ein Ruhestand zusteht, den sie sich nicht verdient hat. Und Regierungsprogramme, für die sie nicht zahlen will, und ein Lebensstil, den sie sich nicht leisten kann. Die Mehrheit Amerikas erwartet, dass ihre Führer etwas tun", um sicherzustellen, dass sie das bekommen werden, was sie erwarten. Und nicht das, was sie verdient haben.
Was wird als nächstes passieren? In diesem Beitrag richte ich meine Aufmerksamkeit auf die Zukunft. Nicht, dass ich wüsste, was in den Zeitungen von morgen stehen wird. Ich weiß nicht, was in der Zukunft passieren wird, genauso wenig wie diejenigen bei der US-Zentralbank, die Prognosen abgeben, oder wie eine Kummer-Hotline.
Die Amerikaner können sich nicht von dem Versprechen abwenden, dass sie für nichts etwas erhalten sollen. Das wäre zu vernünftig...zu sensibel...zu ehrfürchtig. Ja, die US-Regierung könnte die Ausgaben senken. Sie könnte auch zum Beispiel verkünden, dass sie die Rolle des Weltpolizisten aufgibt und sich auf die Verteidigung der Nation beschränkt. Große Ausgabenkürzungen würden es der Regierung ermöglichen, den Haushalt auszugleichen und den Bürgern dennoch eine Steuersenkung zu geben. Und ja, die Leute könnten ihre eigenen Ausgaben senken und wieder damit anfangen, 10% ihrer Einnahmen zu sparen, wie sie das in den 1950ern und 1960ern getan hatten. Das Handelsbilanzdefizit würde eliminiert werden, und die Schulden könnten zurückbezahlt werden.
Und ja, auch der Dollar könnte wahrscheinlich gerettet werden. Vielleicht würde er noch ein bisschen weiter fallen, aber eine klare Politik des starken Dollar" könnte seinen Rückgang aufhalten (vielleicht würde eine solche Politik glaubwürdiger, wenn man den ehemaligen Fed-Vorsitzenden Paul Volcker aus seinem Ruhestand zurückholen würde - denn dieser Mann hatte glaubhaft so eine Politik vertreten).
Nach einer sehr schwierigen Rezession - in der die Aktien fallen würden und der Lebensstandard reduziert würde - könnte sich die US-Wirtschaft erholen und könnte dann auf dem sicheren Fundament von heimischen Ersparnissen stehen.
So könnte es sein.
ähnliche Beiträge:
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Umberg Norbert (28.12. 2010 11:20 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner Herzliches Dankeschön für Ihre interessanten Beiträge. Es ist jedesmal eine Freude Ihren Gedanken wieder Aufmersamkeit zu schenken. Wenn ich mit meiner Tochter Monopoly spiele und mir dann alle Felder gehören und sie sich dann nur noch auf meinen teuren, mit Hotel besetzten Ländereien bewegen kann, gebe ich ihr oft noch eine letzte Chance, um das unvermeidliche Chaos und Game over eventuell dann doch noch abwenden zu können. Ich nehme dann als ihr Vater und als Spielgewinner grosszügig Geld aus der Bank und frage sie, ob sie es haben möchte. Natürlich erhalte ich dann trotz meines bereits unaufhaltsamen Sieges für meine gute Geste auch noch eine Art Abfindung. So eine Art Boni oder so. Bei gutem Spielverlauf (für mich) zähle ich oft nicht einmal mehr genau, was ich ihr und mir freundlicherweise so zustecke und freue mich sehr darüber, wenn ich nach wenigen weiteren Runden auch ihr Geld auf meiner Seite weiss. Heute ist sie aber schon ein bisschen schlauer geworden und mag dann nicht mehr so lange mitspielen. Zum guten Glück hat sie auch schon mal gewonnen, sonst hätte ich ja gar keinen Mitspieler mehr. Auch noch schön zu erwähnen, dass ich manchmal nur am Anfang ein wenig bescheissen, lügen,betrügen muss, bis der Spielverlauf dann bereits in den richtigen Bahnen läuft und voraus zu ahnen ist. Nur gut, dass sie diese kleinen Anfangslügen noch nicht bemerkt hat, sonst wäre die Spieldauer eventuell noch kürzer. Aber eben sie wird auch sonst immer schlauer. Ich werde mir schon bald neue Spiele anschaffen müssen, wo ich wieder gewinnen kann, bis sie die ganze Sache von neuem durchschaut. Nur gut, dass ich mit meiner "Weisheit" und Lebenserfahrung die ganze Sache noch unter Kontrolle wähne. Ja wo kämen wir denn da hin, wenn mir die ganzen Spiele mal aus den Händen gleiten? Gut , lügen und schummeln sollte ich als Vorbild natürlich nicht aber vielleicht kann sie sich dann schon mal an die harte Welt da draußen gewöhnen, das ist ja auch eine Art von Verantwortung. Aber irgendwie reizt es mich immer wieder mal mit meiner Tochter ein Monopoly zu spielen um mir weitere Siege zu erringen. Bin ich ein schlechter Vater? Es ist ja alles nur ein Spiel................. Ein erfolgreiches, neues Jahr oder..... viel Spielfreude für uns alle Man gönnt sich ja sonst nix.......... Norbert Umberg
Antworten - Kommentar von Klaus Morian (28.12. 2010 13:44 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner Mit Genuß lese ich immer ihre Artikel. Wirft man Inen in den USA evtl. Europäisches Denken vor?. Und wie geht es der Farm in Argentinien? Frohes neues Jahr
Antworten - Kommentar von Norbert Andres (28.12. 2010 15:34 Uhr):
Der Grossteil der amerikanischen Bürger kann nicht mehr sparen weil ihre Einkommen in den letzten 10 Jahren stetig gesunken ist, sie sind froh wenn Sie mit ihrem Einkommen das Essen finanzieren können obwohl sie ja teilweise mehrere Jobs gleichzeitig ausführen. Das Wettbewerbsprinzip unter den Arbeitern weltweit hat dazu geführt dass die Produktion in die Tieflohnländer verlagert wurde. Das sind letztlich auch die Ursachen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise. Die nachlassende Kaufkraft der grossen Massen und das gänzliche Aussterben der Mittelschicht.
Antworten