So investieren Sie in Gold!
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 21. Juli 2009, 20:00 Uhr
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Ich weiß, ich habe schon mehr als einmal über die Anlagemöglichkeiten in Gold berichtet. Wer sich auf diesem Gebiet also bereits zur Genüge auskennt - und sich folglich jetzt zu langweilen beginnt - möge doch schlicht und einfach morgen weiter lesen. Für alle anderen: Voila!
Die klassische Anlagemöglichkeit in Gold ist mit Sicherheit der Kauf von Barren oder Münzen.
Barren:
Barren werden entweder in Gramm oder Unzen gemessen. International gebräuchlich ist die Einheit der Feinunze. Eine Feinunze entspricht 31,1035 g.
Bei Goldmünzen unterscheidet man zwischen den klassischen Anlagemünzen und den Sammlermünzen. Die wohl bekanntesten Anlagemünzen sind der südafrikanische Krügerrand, der US-amerikanische American Eagle und der kanadische Maple Leaf. Zu den Sammlermünzen zählt zum Beispiel der Gold-Euro. Sammlermünzen können zwar oft eine erhebliche Wertsteigerung erfahren, da sie meist nur in geringer Auflage geprägt werden, doch Sie sollten hierbei auch beachten, dass Sammlermünzen oft teurer sind als der reine Materialwert. Eben weil sie ein Sammelgut sind und somit zusätzlich ein ideeller Wert mit eingepreist wird.
Beachten Sie aber, dass beim Kauf von physischem Gold weitere Kosten auf Sie zukommen (SWAP, Transaktionskosten usw. als Aufschläge), gerade aktuell, da die Nachfrage nach physischem Gold zum Teil deutlich das Angebot übersteigt. Bei vielen Banken muss man deshalb zum Teil schon Wochen an Wartezeit in Kauf nehmen.
Hinzu kommen dann noch die Kosten für die sichere Unterbringung, sofern Sie nicht über einen eigenen Tresor zu Hause verfügen.
ETC:
Ich rechne an dieser Stelle die bekannten Exchange Traded Funds (richtiger: Exchange Traded Commodities ) zur physischen Anlage hinzu, da sie hier - ich sage einmal - Gold zwar auf dem Papier kaufen, sich dieses aber auch physisch ausliefern lassen können. Ihr Vorteil: Mit einem ETC kaufen Sie zwar ein börsengehandeltes Wertpapier mit allem was dazu gehört (Kurssteigerung, Handel, Kauf und Verkauf rund um die Uhr), gleichzeitig steckt hinter dem ETC aber der tatsächliche Wert in Form des physisch eingelagerten Goldes auf das Sie ein Anrecht zur Lieferung haben. Erst dann, wenn Sie die Auslieferung beantragen, müssen sie die Aufschläge für Scheide -, Schmelz - und Transportkosten bezahlen.
Die physische Goldanlage ist eine -meiner Meinung nach- langfristig immer zu favorisierende Strategie und sollte zur Absicherung eines Depots bereits vorliegen.
Weitere Anlagemöglichkeiten
Das Goldkonto:
Das so genannte Goldkonto ist ein Konto bei einer Bank, das praktisch in der Währung" Gold angegeben wird. Hierbei zahlen Sie einen bestimmt Betrag auf das Konto ein, die Bank erwirbt den Goldbestand für den Kunden. Sie können jederzeit wieder Geld von diesem Konto abheben. Der Kontostand verändert sich je nach Veränderung des Goldpreises in US-Dollar. Allerdings wird Ihnen der physische Bestand an Gold nicht ausgehändigt. Andererseits fallen somit auch keine Lagerkosten an. Zudem müssen Sie bedenken, dass hierbei eine Art Währungsrisiko besteht, da die Veränderung des Goldpreises wie gesagt in US-Dollar angegeben wird. Zinsen bekommen Sie überdies ebenfalls nicht gutgeschrieben.
Goldzertifikate:
Diese verbriefen das Recht sich den Wert des verbrieften Goldes vom Emittenten auszahlen zu lassen und werden von vielen Investmentbanken angeboten. Der Wert der Zertifikate verändert sich mit der Veränderung der Goldmarktpreise. Allerdings sollten Sie bei Emittenten auf die geringste Spanne zwischen An-und Verkaufskurs achten.
Ebenso gibt es natürlich die Möglichkeit von Index-Zertifikaten, auch mit Hebeleffekt. Hierbei setzen Sie zum Beispiel auf einen Index aus Goldminenaktien, die bestimmte Kriterien erfüllen müssen, um in diesen Index aufgenommen zu werden. Bei einem Hebelzertifikat wird nur ein Teil des Kapitals benötigt.
Goldfonds:
Neben den ETFs können Sie natürlich auch einem Fondsmanger bei der Auswahl der best-performenden Gold-Aktien Vertrauen entgegen bringen.
Optionsscheine:
Sie geben dem Inhaber das Recht innerhalb einer fixierten Frist Gold zu einem bestimmten Preis zu kaufen.
Ebenso spekulativ ist auch die Anlage in CFDs, die ebenfalls eher für kurzfristig und spekulativ orientierte Trader gedacht ist.
Die Anlage in Goldaktien
Die Vor- und Nachteile von Goldaktien sind folgende:
Sie haben es hier natürlich in erster Linie mit einem Wertpapier zu tun, welches den Anteil an einer Gesellschaft verbrieft. Goldaktien unterliegen dementsprechend auch den Schwankungen an den Aktienmärkten.
Auf der anderen Seite funktionieren Goldaktien in der Regel fast wie ein Hebelprodukt auf den Goldpreis. Das ist einfach erklärt: sofern Sie ein gesundes Unternehmen aussuchen, wird es wenn der Goldpreis steigt, die Kosten aber gleich bleiben und sofern es ungehedgt ist, also an der aktuellen Gold-Spotpreis-Entwicklung partizipieren kann seine Gewinne steigern können. Dies drückt das KGV und verspricht ein gutes Kurspotenzial.
Umgekehrt kann die Sache natürlich auch - auf gut deutsch - in die Hose gehen, aufgrund des Hebeleffekts bei stark fallenden Goldpreisen zum Beispiel, oder - und was noch viel wichtiger ist - wenn Sie sich ein ungesundes Unternehmen ausgesucht haben. Eines dessen Kosten möglicherweise zu hoch sind, oder aktuell eines, das Probleme bei der Finanzierung hat.
Dennoch gehören Goldaktien, vor allem in einem Umfeld steigender Goldpreise, unbedingt ebenfalls in ein gut diversifiziertes Portfolio. Allerdings müssen Sie bei der Auswahl der einzelnen Aktien - wie eigentlich generell bei der Auswahl von Aktien - umsichtig sein. Suchen Sie sich alle nötigen Informationen, sehen Sie sich die Bilanzen gut an und entscheiden Sie nach fundamentalen Kriterien.
So long liebe Leser....apropos, wenn Sie sich auch fragen sollten, warum in letzter Zeit beispielsweise der größte Gold ETF, der US-amerikanische SPDR Gold Trust eigentlich immerzu stagniert oder Abflüsse zu beklagen hat: ich las kürzlich Interessantes, welches ich Ihnen einfach einmal zur Überlegung nicht vorenthalten möchte....einer der großen Hedge-Fonds, Greenlight, der bislang 4,2 Millionen Gold-ETF-Anteile hielt, hat offenbar in der letzten Woche seine Kunden darüber informiert, dass man aus der ETF-Position aussteigen werde, um stattdessen gleich das physische Edelmetall zu kaufen...interessant, nicht wahr?!....bis morgen
Ihre Miriam Kraus