So funktioniert eine einfache Dividendenstrategie
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 17. November 2005 16:00 Uhr
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Bei den deutschen Unternehmen sprudeln die Gewinne. Die 30 Firmen im DAX beispielsweise konnten im 3. Quartal ihren Gewinn gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich um rund 50 % steigern. Damit stehen die deutschen Blue Chips vor dem zweiten Rekordjahr in Folge.
Höhere Gewinne bedeuten meist auch steigende Kurse. Tatsächlich konnten in den letzten Monaten die Aktien von vielen Firmen stark zulegen. Bayer, FMC, Münchner Rück und ThyssenKrupp schafften ein Kursplus von mehr als 10 % in den letzten 3 Monaten. Bei der Hypovereinsbank waren es sogar 13 %, die Deutsche Bank brachte ihren Anleger gar 15 % Plus. Der DAX schaffte dagegen nur bescheidene 3 %.
Niedriges KGV
Sehen wir uns einmal an, wie es mit der Bewertung der einzelnen Indexmitglieder aussieht und ob hier noch Luft nach oben ist.
Ein erwartetes Kurs Gewinn Verhältnis KGV für 2006 von unter 10 haben: Allianz (9,2), BMW (9,8), Münchner Rück (9,5) und TUI (8,6). Ähnlich moderat mit einem 2006er KGV von 10 oder 11 sind im DAX noch BASF, Continental, Deutsche Bank, Deutsche Post und ThyssenKrupp bewertet. Am teuersten sind SAP mit einem erwarteten KGV von 27 und Infineon mit 83.
Im MDAX sind die Depfa Bank (7,8), Hannover Rück (8,0), Südzucker (9,9) und Salzgitter (10,5) die billigsten Aktien bezogen auf das 2006er KGV.
Im SDAX sind es Deutsche Beteiligungs AG (9,4), Deutz (8,4) und Indus Holding (8,1).
Es ist so: Um so höher das KGV, um so länger dauert es, bis ein Unternehmen seinen eigenen Börsenwert verdient. Bei einem KGV von 10 beispielsweise dauert das 10 Jahre. Ergo: Um so niedriger das KGV um so besser. Spannend sind Aktien, bei denen das KGV deutlich unter dem Branchendurchschnitt oder unter dem Wert des Vergleichsindex liegt.
Wichtig ist aber auch, wie es mit dem Gewinnwachstum aussieht. Unternehmen, die in der Vergangenheit immer wieder bewiesen haben, dass sie stark wachsen können, dürfen auch etwas mehr kosten.
Dividendenstrategie
Sie können Aktien aber nicht nur nach dem KGV auswählen. Eine andere, seit Jahrzehnten sehr erfolgreiche Strategie, zielt auf die Dividende ab. Konkret: Low Five. Bei dieser Strategie wählen Sie die 10 Aktien mit der höchsten Dividendenrendite in % aus einem Index. Von diesen 10 Werten nehmen Sie die 5 Aktien mit dem niedrigsten Kurs. Diese 5 Aktien halten Sie dann ein Jahr im Depot.
Zwischen 1960 und 2004 brachten diese Low Five beispielsweise im DAX durchschnittlich rund 10 % Plus pro Jahr und damit doppelt so viel, wie der Index selbst.
Tipp:
1) Wenn Sie bei Geldanlage in Aktien Ihre Risiken so gering wie möglich halten wollen, sollten Sie darauf achten, dass von folgenden Kriterien möglichst viele erfüllt sind:
KGV < 10, Gewinnwachstum > 10 % pro Jahr und zwar nachhaltig, Dividendenrendite > 5 % pro Jahr, Kurs-Buchwert-Verhältnis < 1, Eigenkapitalquote > 30 %.
2) Die Kennziffern finden Sie beispielsweise im Kursteil von Anlegerzeitschriften wie Börse Online oder im Internet zum Beispiel bei www.onvista.de.
3) Die Low Five im DAX sind aktuell: Deutsche Post, Deutsche Telekom, Lufthansa, ThyssenKrupp und TUI. Im MDAX sind es AWD, IKB, MLP, Norddeutsche Affinerie und Südzucker.
4) In meinem aktuellen Buch "Die besten Dividendenstrategien" finden Sie noch 9 weitere profitable Strategien mit Dividenden. Das Buch ist erschienen im Finanzbuchverlag, München. www.finanzbuchverlag.de