So finden Sie Ihre eigene Geldanlage-Strategie
Thomas Firley in Investors Daily
vom 02. Februar 2007 18:00 Uhr
ENL5462
Rückblick, Teil 1
Am Jahresanfang schrieb ich:
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Geldanlage-Strategie vom 4. Januar:
Ein Plan muss her
Da wir in meiner Geldanlage-Strategie eher mittel- bis langfristig orientiert sind (und nur bei Sondersitutationen etwas kurzfristiger agieren...), würde ich also im MDax die 8.600er Marke als die wichtigere Unterstützung sehen. Der "Plan" (und den sollten Sie als Investor haben) dahinter ist ganz einfach:
1.) Steigt der MDax weiter in Richtung in 10.000, kann der Stopp bedenkenlos bis auf 9.000 Punkte angehoben werden.
2.) Fällt der MDax auf 9.000 Punkte wird es langsam bedenklich. Um diese Marke herum könnte dann ein heftiger Kampf zwischen den Bullen und Bären stattfinden.
a) Sollten sich hierbei die Bullen behaupten, mithin die 8.600er Marke hält, bleibt der Investor im Spiel.
b) Gewinnen die Bären, wird der Investor bei 8.600 (entweder mit einem Verlust von 10% oder eben einem Gewinn - wie in unserem Fall - von 7,5%) ausgestoppt.
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Da der MDAX tatsächlich die 10.000er Marke in Angriff nimmt, kann der gewinnsichernde Stopp jetzt bedenkenlos auf ca. 9.000 Punkte angehoben werden. Seit dem Signal in der Geldanlage-Strategie Mitte August (blau eingekreist) liegen nun gut 5 Monate zurück und wir 2000 Punkte vorne.
Charttechnisch stellt sich dem Index-Highflyer kein Widerstand in den Weg, psychologisch ist es natürlich ganz klar die 10.000 Punkte-Marke. Die nächste (sinnvolle) Unterstützung finden wir erst bei 9.540 Punkten, danach folgt der Support (=Unterstützung) im Bereich von 9.340 Punkten. Ähnlich wie gestern für den Dax dargestellt warten wir – falls es so weit kommt – erst einmal, mit welcher Dynamik der MDax korrigieren könnte.
Momentan machen die Börsen wirklich Spaß. Die Indizes durchbrechen Widerstand für Widerstand, ohne die entscheidenden Unterstützungen zu tangieren. Schon jetzt möchte ich aber darauf hinweisen, dass das nicht ewig so weitergehen kann. Irgendwann kommt die Korrektur (auf die eigentlich schon jeder wartet…). Werden Sie also nicht übermütig, bleiben Sie Ihrer Strategie treu und nehmen Sie auch mal Gewinne mit.
Das zum Thema Indizes. Kürzlich habe ich darüber berichtet, dass Stopp-Strategien dann Sinn machen, wenn man sie (logischerweise) auch durchhält und dabei mehrere Werte gleichzeitig in einem Korb hat. Auch daher möche ich kurz eine weitere Geldanlage-Strategie zitieren:
Rückblick, Teil 2
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Geldanlage-Strategie vom 5. Januar
Per heute sieht die Bechtle-Aktie interessant aus. Wie ich bereits öfter erwähnt habe, ist ein Einstieg in eine Aktie oft relativ leicht zu finden, aktuell wäre dies ein Halten oder ein Rebreak der 20-Euro- Marke. Schwieriger ist die Ausstiegsstrategie.
In diesem Falle - und im Zusammenhang mit meinen Trailing Stopps - dürfte aber klar sein, wo ein Ausstieg zu finden sei.
Ein weiteres Mal wiederhole ich mich: Bechtle darf und kann an dieser Stelle keine Kaufempfehlung sein. Aber halten Sie einmal Ausschau nach ähnlichen Chart-Konstellationen. Bei den TecDax-Einzelwerten finden Sie diese u.a. auch bei Evotec, bei dem Highflyer Solarworld und Qiagen.
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Die Bechtle-Aktie, die ich bereits am 30. Oktober hier als charttechnisch interessantes Beispiel genannt habe, konnte sich auch seit Jahresanfang – wie Sie im Chartbild erkennen - schön weiter entwickeln. Aber zurück zur Strategie. Als weitere interessante Beispiele nannte ich die Werte Evotec, Solarworld und Qiagen.
Um die Darstellung (und das Ergebnis…) nicht unnötig zu „verschönern“, beginnt der Chart am 8. Januar, also einen Börsentag nach meinem Schreiben vom 5. Januar. Sie erkennen im Chart, dass Solarworld seither etwa 25% angestiegen ist; bei Bechtle sind es 12%, bei Qiagen 11% und Evotec (die heute etwas unter die Räder kommen…) ist bislang ein Nullsummenspiel.
Insgesamt (wenn auf alle 4 Aktien dieselbe Summe gesetzt worden wäre) also eine Performance von genau 12% nach etwa 4 Wochen. Rein hypothetisch: Angenommen diese 4 Aktien wären seit Anfang Januar in Ihrem Depot, wie würden Sie jetzt weiter agieren?
Nun, ich würde weiterhin an meiner Trailing-Stopp-Strategie festhalten, gepaart mit Charttechnik, also möglichst sinnvollen Unterstützungen. Im Einzelnen sehen die Chartbilder folgendermaßen aus:
Und bei Solarworld haben wir schon die erste Herausforderung. Durch den Höhenflug des Solar-Highflyers findet sich keine sinnvolle Unterstützung in moderater Nähe. Also könnte sich der Anleger einen 10%-Stopp bei etwa 55 Punkten überlegen.
Bei Qiagen haben wir eine klare Unterstützung bei 12,3 Punkten, die es zunächst zu beachten gilt. Da Stopps sinnigerweise nicht „ganz genau“ bei den Unterstützungen gesetzt werden, (um nicht abgefischt zu werden), könnte auch hier der 10%-Abstand bei etwa 12 Punkten der sinnvollere Stopp sein.
Sondersituation bei Evotec: Am 5. Januar nutzten viele Investoren den damaligen Durchbruch des Widerstands bei 3,5 Punkten zum Kauf (siehe schwarzer Kreis bei den Umsätzen im unteren Chartteil). Vom letzten Hoch bei 3,81 Punkten wären es also 0,38 Punkte bis zum 10%-Stopp (also bei 3,43 Punkten). Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Derjenige, der eher mit engen Stopps arbeitet, orientiert sich am Ausbruchslevel bei 3,5 Punkten; wer der Evotec-Aktie aber noch etwas Spielraum lassen möchte, der nutzt die starke Unterstützung bei 3,33 Punkten.
Fazit: Schlimmstenfalls wird der Investor mit dieser Strategie in allen 4 Aktien wieder ausgestoppt und ihm bleibt ein Mini-Gesamt-Gewinn von 2%. Aber mal ehrlich: Halten Sie es für wahrscheinlich, dass das bei allen vier Aktien passiert? Und das ist der Unterschied, wenn Sie mehrere Aktien betrachten statt nur einen Wert…
Ich betone: Diese einfache Strategie ist eine von tausenden. Und wenn Sie langfristig von den einzelnen Aktien überzeugt sind, machen enge Stopps natürlich wenig Sinn. Wie gesagt: Legen Sie sich ihre eigene Strategie zurecht und halten Sie sich strikt daran. Auch das dürfte langfristig zu mehr Erfolg führen als „aus dem Bauch heraus“ zu handeln.
Weiterhin viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
Geldanlage-Strategie
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