So finden Sie den für Sie richtigen Broker
Alexander Hahn in Investoren Wissen
vom 20. Mai 2010, 16:00 Uhr
ENL5454
wie angekündigt gibt es heute wieder etwas für die Einsteiger unter Ihnen und zwar geht es um das Thema "Brokerwahl". Ich knüpfe damit an meinen Artikel vom letzten Mittwoch an.
In meinem oben verlinkten Artikel wies ich darauf hin, wie wichtig es ist, sich im Vorfeld zumindest grob darüber im Klaren zu sein, was man an der Börse möchte bzw. welche Strategie man verfolgen will.
Nicht alle diese Fragen sind für die Brokerwahl zwangsläufig von Bedeutung. Was jedoch im Vorfeld klar sein sollte, sind besonders die folgenden Punkte:
- Wie oft möchten Sie pro Monat handeln?
- Wie lange möchten Sie eine Position im Durchschnitt etwa halten?
- Wie gut können Sie mit dem Computer und dem Internet umgehen?
- An welchen Märkten der Welt möchten Sie handeln?
Nicht jeder Broker eignet sich für jeden Handelsstil
Die Brokerlandschaft ist sehr vielseitig und nicht jeder Broker eignet sich für jeden Handelsstil. Dies beginnt schon bei den jeweiligen Tarifmodellen. Einige Banken bzw. Broker verlangen eine jährliche bzw. monatliche Grundgebühr, während andere dies nicht tun, dafür aber oftmals ein Minimum an monatlichen Transaktionen voraussetzen. In ganz anderen Fällen wiederum wird weder eine monatliche Grundgebühr noch ein Transaktionsminimum verlangt, dafür gibt es Abstriche bei anderen Leistungen (z.B. nur Handel in der BRD möglich und nicht an ausländischen Börsen).
Generell würde ich die Brokerlandschaft in die folgenden Gruppen (stark vereinfacht und verallgemeinert) aufteilen:
- Hausbank / Sparkasse
- Einfache Onlinebroker
- Onlinebroker mit Trading-Orientierung und mehreren Handelsplätzen
Die Hausbank / Sparkasse als Broker: Vor- und Nachteile
Einen ganz klaren Vorteil der Hausbank als Broker haben Sie natürlich in der Form, dass Sie einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort haben, den Sie notfalls einmal "an der Krawatte ziehen" können oder mit dem Sie direkt sprechen können, wenn Sie Fragen, Sorgen oder Anliegen haben. Ebenso kann der Börsenhandel über die Hausbank ganz hilfreich sein, wenn Sie etwas Hilfe hierbei brauchen oder nicht direkt mit dem PC arbeiten möchten. Darüber hinaus haben Sie bei Ihrer Hausbank alle Dienstleistungen aus einer Hand.
Oftmals kosten diese Vorteile aber auch entsprechend und Sie zahlen gerade bei diesen Instituten nicht selten eine Grundgebühr und relativ hohe Transaktionskosten, was sich gerade bei einem erhöhten Handelsvolumen sehr schnell sehr negativ in Ihrem Geldbeutel bemerkbar macht.
Mit etwas Glück können Sie hier aber auch mit Ihrer Bank verhandeln und attraktivere Konditionen erhalten. Das hängt natürlich ganz von Ihrer Situation ab.
Die preiswerte Alternative: Ein einfacher Online-Broker
So wie einige von Ihnen ja sicherlich bereits auf Tagesgeldkonten bei Direktbanken ausweichen, können Sie dies natürlich auch in Form eines Onlinebrokers tun. Bekannte Direktbanken bieten hier meist auch Brokerschnittstellen an, welche entsprechend günstiger abfallen als die gewöhnlichen Konditionen der meisten Filialbanken.
Auch hier gilt es natürlich genau zu beachten, was Sie möchten und wie viel Sie handeln: Wenn es Ihnen nur darum geht, Fondssparpläne und gelegentlich vielleicht einmal die ein oder andere DAX-Aktie zu handeln, dann sollten Sie sichergehen, dass Sie keine laufenden Kosten für Ihr Wertpapierdepot haben und möglichst niedrige Ordergebühren.
Möchten Sie hingegen ein wenig mehr handeln und durchaus vielleicht auch mal den ein oder anderen spekulativen Trade mit Derivaten wie Optionsscheinen oder Zertifikaten machen, dann bietet sich ein Onlinebroker mit primär niedrigen Transaktionskosten an.
Bekannte Vertreter aus dieser Brokerkategorie sind z.B. die Diba, Cortal Consors, ComDirect, und viele mehr.
Wenn es ein wenig mehr sein soll...
Wenn Sie gerne ein wenig über das "Standardprogramm" im Tradingbereich hinausgehen möchten, bietet sich natürlich ein Broker mit einem breiteren Funktionsumfang und Zugang zu verschiedensten Produkten und weltweiten Handelsplätzen an. Hier kommt es natürlich sehr genau darauf an, was Sie handeln möchten.
Einige Broker, wie z.B. der CFX-Broker des Verlags, bieten auch den Handel mit reinen Differenzgeschäften wie CFDs an. Einige der o.g. Broker ermöglichen auf Wunsch auch noch eine ganze Reihe an weiteren Funktionen (wie z.B. Zugang zum Future-Handel) als das "Standardpaket", welches die meisten Anleger nutzen (Aktien, Zertifikate, Optionsscheine).
Meine Empfehlung zur Brokerwahl
Sowohl der Verlag als auch ich sind völlig unabhängig und beteiligen uns an keinem Kundenwerbeprogramm für irgendeinen Broker. Meine Empfehlung für die meisten Anfänger ist, ihr Glück einmal bei einem der größeren Onlinebroker zu versuchen. Wenn Sie über grundsätzliche PC- und Internetkenntnisse verfügen, sollten Sie hier (im Vergleich zur Hausbank) recht günstige Gebühren finden und in der Regel einfach zu nutzende Handelsschnittstellen.
Beste Grüße