So bewerten Sie Unternehmen
Dr. Steve Sjuggerud in Investors Daily
vom 16. Februar 2005 18:00 Uhr
ENL5454
Ich möchte auf meinen gestrigen Beitrag zur Berechnung des Wertes eines Unternehmens zurückkommen.
Sie erinnern sich – ein "Mr. Bigshot" wollte Ihr Unternehmen kaufen, und er bittet Sie, das, was Sie ihm mitgeteilt haben, noch einmal schwarz auf weiß zusammenzufassen. Das machen Sie am nächsten Tag. So sieht das aus:
Umsätze – Ausgaben = Gewinn
Was Sie verfasst haben, ist eine Gewinn- und Verlustrechnung. Umsätze minus Ausgaben ist gleich Nettogewinn.
Es ist ganz einfach, oder? Jetzt kennen Sie einen wichtigen finanziellen Rechenansatz, den die meisten Investoren nicht verstehen.
Nochmals: Eine Gewinn- und Verlustrechnung ist ganz einfach:
Eine vielsagende Formel:
Umsätze – Ausgaben = Gewinn
Genau wie bei der Bilanz gibt es bei einer Gewinn- und Verlustrechnung drei verschiedene Worte, die synonym nebeneinander stehen: Ertrag, Gewinn und Einkommen.
Nachdem er mehrere Tage lang intensiv nachgedacht hat, kommt Mr. Bigshot wieder bei Ihnen vorbei, um Ihnen mitzuteilen: "Ich glaube, 50.000 Dollar sind ein angemessener Betrag für Ihr Geschäft."
Mr. Bigshot weiß, wann es um ein Geschäft geht. Wenn er Ihnen 50.000 Dollar dafür zahlt, gibt er Ihnen das 10fache dessen, was Sie im ersten Jahr verdient haben (10-mal 5.000 Dollar gleich 50.000 Dollar), was ein Kaufpreis-zu-Gewinn-Verhältnis von 10:1 ist. Da Mr. Bigshot sich schon mit der Historie des Investierens beschäftigt hat, weiß er, dass die Zahlung vom Zehnfachen der jährlichen Gewinne ziemlich billig ist ...
Historisch gesehen werden Unternehmen für ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 15 verkauft, weshalb Mr. Bigshots Angebot weniger ist, als Ihr Geschäft wert ist.
Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung. Denn in den harten Zeiten werden die Unternehmen auch für ein KGV von weniger als 10 verkauft. Auch in guten Zeiten gibt es Unternehmen, die für ein KGV von unter 15 verkauft werden. Dafür muss es aber in der Regel einen Grund geben – vielleicht steuert man auf schlechtere Zeiten zu, und der Käufer ist sich dessen bewusst. In guten Zeiten werden Unternehmen insgesamt zu einem KGV verkauft, das über dem historischen 15:1-Verhältnis liegt. Und in wirklich guten Zeiten liegt der KGV auch mal bei über 20. In den letzten Zeiten haben wir gesehen, dass der KGV sogar noch sehr, sehr viel höher liegen kann.