So bewerten Sie Rohstoff Explorer
Michael Vaupel in Investors Daily
vom 24. Mai 2007 18:00 Uhr
ENL5454
*** Thema Rohstoff-Explorer.
Trader´s Daily-Korrespondent Andrew Mickey ist gerade in Neufundland und berichtet von dort u.a. von einem Rohstoff-Explorer, welcher den richtigen Riecher hatte und sich ein Grundstück für 230.000 Dollar sicherte. Später wurden dort Ressourcen im Wert von 180 Mio. Dollar entdeckt.
Das sind die Geschichten, bei denen der Aktienkurs eines solchen Explorers um einige Hundert Prozent steigen kann.
Tja, Problem ist „nur“, solche Unternehmen aus der Masse der Explorer ausfindig zu machen. Und in der Masse ist eine Menge Müll.
Ich möchte dazu einen Abschnitt aus „Unentdeckte Chancen“ zitieren:
Es besteht gar keine Frage: Mit den Aktien der wenigen qualitativ starken Explorer lassen sich exorbitant hohe Gewinne machen. Aber dafür müssen Sie bei der Auswahl der Werte Ihre Hausaufgaben machen. Und zwar nicht wie früher: mal eben schnell in der kleinen Pause zwischen 4. und 5. Schulstunde. Sondern ordentlich und zeitaufwändig mit Geodreieck und angespitztem Bleistift.
Also lautet die oberste Regel für eine Anlage in ein Explorer-Unternehmen: Kaufen Sie niemals blind einen Explorer. (…) Lassen Sie sich von der kreierten Eile nicht anstecken. Wenn der Explorer tatsächlich einer der wenigen Qualitätswerte ist, dann können Sie auch noch etwas später einsteigen, nachdem Sie den Wert einer Analyse unterzogen haben.
Die guten Explorer bieten ein so gewaltiges Langfristpotenzial, dass die paar Prozent, die Sie durch einen verspäteten Einstieg verlieren, am Ende überhaupt nicht mehr ins Gewicht fallen. Auf der anderen Seite haben Sie Ihr Kapital durch eine Analyse aber gleichzeitig vor Verlustrisiken geschützt, die durch übereiltes und uninformiertes Handeln entstehen.
Kommen wir damit zu dem Leitfaden für 8 verschiedene Schwerpunkte, die Sie analysieren sollten:
Punkt 1: Die PR-Politik
Die Öffentlichkeitsarbeit des Explorers. Wenn die PR-Abteilung eines Explorers jede zweite Woche eine Meldung herausschickt, deren Inhalte für die Firmenentwicklung jedoch von sekundärer Bedeutung sind, müssen Sie sofort hellhörig werden.
Dann geht es der Firma vor allem darum, den eigenen Namen in Anlegerkreisen zu pushen. Gibt eine Firma also eine Pressemitteilung heraus, dass ein Geologe eingestellt wurde, so kann das in Ausnahmefällen bei einer besonderen Koryphäe ein echter Meilenstein sein. Googlen Sie den Namen einfach und schauen Sie mal, was das Internet so findet. Es wird sich sehr schnell herausstellen, ob es sich bei dem neuen Geologen tatsächlich um Superman ohne blauen Trainingsanzug und roten Umhang handelt.
Ist es nur ein „normaler“ Geologe, dann sollten Sie sich dringend die Frage stellen, warum das eine Pressemitteilung wert sein soll. Nach Rohstoffen zu suchen, ist schließlich sein Job. Also ist es auch das Normalste von der Welt, dass der Geologe bei einem Rohstoff-Unternehmen anheuert. SAP oder Microsoft geben ja auch nicht jedes Mal eine Pressemitteilung heraus, wenn sie einen neuen IT-Programmierer einstellen.
Diese „Werbung“ für die eigene Firma durch das Vehikel der Ad-Hoc-Mitteilungen geriet erstmals mit den Skandalen des Neuen Marktes ins Fadenkreuz. Viele der damaligen Schrott-Unternehmen versuchten nur, über eine hohe Anzahl an PR-Mitteilungen die Euphorie so weit wie möglich nach oben zu treiben. Die folgenden horrenden Kursverluste vieler Neuer Markt-Unternehmen sollten Investoren für einen Missbrauch der PR-Maschinerie sensibilisiert haben.
Das war der erste von 8 Punkten.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Michael Vaupel
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