So ändern sich die Zeiten
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 1. September 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
*** So ändern sich die Zeiten:
China wird Russland voraussichtlich einen Kredit gewähren. Interfax China meldet, dass die chinesische Führung Russland um die 6 Mrd. Dollar zur Verfügung stellen wird (bezahlt man sozusagen aus der Portokasse).
Interessant der Verwendungszweck:
In der russischen Fernostprovinz (um den Fluss Amur) soll damit eine Expansion der Kohleförderung finanziert werden. Und eine Verbesserung der Infrastruktur, insbsondere für den Export (Häfen, Eisenbahnen...).
Mehr Kohle für China. Finanziert von China. Eine sinnvolle Umwandlung der Dollar-Berge, welche die chinesische Führung wie einen Drachenschatz anhäuft, in strategisch sinnvolle Projekte (aus chinesischer Sicht).
*** Bleiben wir beim Thema. Interessanter Leserbrief von Trader´s Daily-Leserin Ursula A.:
„Ich danke Ihnen für Ihre Beiträge zu China, insbesondere unter dem Aspekt `alles ist im Fluss´. Soweit zu den Zahlen der Wirtschaft; die Umwelt und die Unfälle haben Sie selbst im nächsten Beitrag angesprochen. Grosse Veränderungen auch im privaten Bereich, im gesellschaftlichen Zusammenleben, kulturell.....Man muss sich sowas mal bei uns vorstellen, da werden ganze große Städte so quasi über Nacht aufgebaut und alles zieht um (oder bleibt zurück). Wie viel Einfühlungsvermögen wird oft hierzulande gebraucht, einen alten Menschen, der nicht mehr alleine wohnen kann, zu einem Umzug zu bewegen, selbst innerhalb der eigenen Familie. vielleicht sogar in der selben Gegend, wo doch sonst alles gleich bleibt. Oder gehen Sie mal aufs Dorf (in den Bergen) und kommen mit irgendeiner neuen Idee daher....Und nun alle Bereiche und alles. Gut, für Pioniergeister, intelligente Menschen, freiheitsliebende, wissenshungrige...eine willkommene Herausforderung. Und alle andern? Ich kenne China nicht und ich weiß auch nicht viel darüber, aber es würde mich doch interessieren, was man so zu hören bekommen würde, wenn man in die abgelegenen Dörfer ginge. Persönlich. Und in die modernen Millionenstädte. Einfach mit den Leuten sprechen, nicht mit irgendwelchen offiziellen Vertretungen oder ausgewählten Leuten. Wie verkraftet das so ein riesiges Volk? Und ist die Zeit davor überhaupt schon einigermaßen verkraftet? Und die Öffnung nach draußen. Ich wünsche dem Reich der Mitte, dass es seine eigene Mitte (wieder) findet. Und tatsächlich, wie man mir aus zweiter Hand von maßgeblichen Personen berichtet, besinnt man sich in China auch wieder der eigenen alten Kultur. Ein Anker wird benötigt bei all diesem Fluss. 'Wer hätte damals vorausgesehen, dass China innerhalb von zwei Jahrzehnten Japan grandios überholen würde?' Und wer kann mir sagen, wo wir in zehn Jahren stehen? Wird es so sein wie viele Analysten heute prognostizieren? Oder doch ganz anders? Nicht speziell mit China, sondern alle Nationen dieser Erde? Werden sich ständig die Völker abdackeln, um sich gegenseitig den Rang abzulaufen? Oder Macht zu demonstrieren? Müssen die einen immer die andern völlig ausnutzen? Oder werden wir es irgendwann einmal schaffen eine friedliche, glückliche Völkerfamilie zu sein, in der jeder seinen eigenen Platz hat? Und wenn es dann nochmal so richtig kräftig an den Börsen krachen sollte mit all seinen Folgen - ist das dann unser Lebensende oder sehen wir bald den Schmetterling?"
Panta rhei. Alles ist im Fluss.
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von gwk (01.09. 2010 13:22 Uhr):
betr.: China in China wird jetzt wie überall auf der Welt die totale Überwachung aufgebaut. (eingemauerte/eingezäunte Städte/ Stadtteile) mit Zugangskontrollen. Wer hat Ängste und warum? Auch in Deutschland findet das auf etwas subtilere Art statt ( in den Städten gibt es keine öffentlichen Plätze mehr, die nicht Videoüberwacht sind undzusätzlich google und internetbetreiber, mit denen sehr gern die Geheimdienste zusammenarbeiten. Alles nur um uns vor bösen Taschendieben zuschützen. Mal sehen wann wir auch beim Einstieg in Bahn und Bus durchleuchtet werden. Was geht hier eigentlich vor? Warum werden ständig Angst- und Panikszenarien produziert? In Stuttgart sind plötzlich 10000de linke Kommunisten am Widerstandswerk. Durch das ständig erzeugte Ungleichgewicht zwischen Reich und Arm durch massive Ausbeutung(siehe bei uns Lohndumping, Massenarbeitslosikeit) entstehen bei den Besitzenden gewaltige Verlustängste überall auf der Welt. Da deren Einfluss auf wirtschaftliche und politisch Entscheidungen immer mehr wächst, wird dieses System im Einklang aller STaaten der Erde immer weiter vorangetrieben. Die Kapitalbesitzer stehen nicht an der Front und in der Schußlinie. Dafür werden dann welche gekauft, die dann selbst ihre Freunde von einst abknallen. Es geht nur um Macht und Herrschaft. Entscheidend ist doch nicht, wer recht hat, sondern wer es bekommt!! So wird speziell in konservativen Kreisen (egal ob links oder rechts) gedacht und gehandelt. gwk
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