Snow lässt Dollar unter Druck geraten

unserem Korrespondenten Eric Fry in New York in Investors Daily
vom


von unserem Korrespondenten Eric Fry in New York

Der US-Finanzminister (Treasury Secretary) Snow hat sich zur Entwicklung des Dollar-Kurses geäußert: "Wenn Sie eine starke Währung wollen, dann wollen Sie, dass die Leute Vertrauen in die Währung haben." Aber er lieferte nicht die obligatorische Definition: Stabilität gegenüber vergleichbaren Währungen wie dem Euro und dem Yen.


Diese lahmen Bemerkungen von Snow stehen für eine deutliche Abkehr von der Politik des starken Dollar, die in der Clinton-Ära von US-Finanzminister Robert Rubin verfolgt wurde. Snow schien durchblicken zu lassen, dass eine weitere Dollarschwäche durchaus wünschenswert sei. Seine Kommentare ließen den Dollar umgehend sinken. Und der Goldpreis schoss nach oben – auf ein 3-Monats-Hoch bei gut 364 Dollar.

Die schockierende Schwäche des Dollar is natürlich nicht alle Snow zuzuschreiben. Snows Kommentare hätten keine so großen Auswirkungen gehabt, wenn der Dollar nicht ohnehin ernste Probleme hätte.

Andrew Kashdan von Apogee Research schreibt dazu: "Warren Buffett oder Benjamin Graham würden dazu sagen, dass der Markt keine Wahlmaschine mehr ist, sondern eine Waage. Das Gewicht ist die Schwere des weltweiten Kapitals, das notwendig ist, um das US-Leistungsbilanzdefizit finanzieren zu können. Alle diese Dollar, die dadurch ins Ausland wandern, werden irgendwann zurückkommen – aber nicht notwendigerweise zum gleichen Wechselkurs."

"Der handelsgewichete Wert des Dollar steht immer noch über dem Niveau von Anfang bis Mitte der 1990er. Dem Dollar helfen erhöhte Zentralbankkäufe (ausländischer Zentralbanken). Die jüngsten Daten zeigen, dass von den 474 Mrd. Dollar-Vermögensanlagen, die im letzten Jahr gekauft wurden, 93 Mrd. Dollar in die Devisenreserven ausländischer Zentralbanken wanderten. Die privaten ausländischen Direkt-Investitionen in den USA fallen weiter, im vierten Quartal lagen sie bei gerade noch 30 Mrd. Dollar, nach über 300 Mrd. in 2001."

"Wenn Snow sich heimlich einen schwachen Dollar wünscht, dann muss er nicht hart arbeiten, um das zu erreichen", so Kashdan. "Der Fed-Vorsitzende Alan Greenspan trägt seinen Teil zur Abschwächung des Dollar bei, indem er sich darauf festgelegt hat, uns mehr Inflation bringen zu wollen. Auch wenn sich sonst nichts ändern würde, wird das ausländische Investoren nicht gerade dazu ermuntern, weiterhin Geld in US-Vermögenswerte zu investieren ... bis jetzt haben die US-Aktien noch nicht besonders darunter gelitten, aber ein fallender Dollar könnte sowohl eine Quelle als auch eine Folge von fallenden Aktienkursen werden – ein weiterer Teufelskreis.


Artikel bewerten
Durschnittliche Wertung:
0 Sterne
Wertungen:
0 insgesamt
Artikel weiterempfehlen
Kommentar abgeben

* = Pflichtfeld, bitte unbedingt ausfüllen

Kommentare Kommentar abgeben