Small Caps und innovative Unternehmen
James Boric in Baltimore in Traders Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 02. Oktober 2006 12:00 Uhr
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Heute wird das durchschnittliche Unternehmen auf dem Russell 2000 für ein KGV von 23 verkauft, im Vergleich zu einem KGV von 17 für durchschnittliche Large-Cap Unternehmen auf dem S&P 500. Mit anderen Worten, die Small-Cap Aktien sind mehr als doppelt so teuer wie noch vor vier Jahren, während die Large-Cap Aktien für 50% unter den Höchstpreisen des frühen 21. Jahrhunderts verkauft werden.
Heute hassen die Leute die Small-Cap Aktien nicht mehr, wie noch 2002, heute liebt man sie. Die meisten haben in den letzten Jahren eine unzählbare Menge an „leichtem Geld“ gemacht.
Aber die Tage des leichten Geldes, (zu denen man irgendetwas kaufen konnte und innerhalb von drei Monaten mit einem Gewinn von 30% wieder verkaufen) sind vorbei.
Anders als vor vier Jahren steigen heute die Zinssätze. Es ist nicht leicht (oder günstig) für die kleineren Unternehmen, den Kredit über 50 Millionen Dollar zu bekommen, den sie brauchen, um im Geschäft zu bleiben. Hinzu kommt, dass heute politische Unruhen die Regel zu sein scheinen, und nicht die Ausnahme. Wir kämpfen immer noch im Irak – und werden auch noch über Jahre dort kämpfen. Israel befindet sich mit dem Libanon im Krieg. Und eine Reihe von anderen Ländern sind im besten Falle instabil (Iran, Syrien und Nordkorea).
Alle Zeichen, die darauf verwiesen haben, dass die Small-Cap Aktien 2002 stiegen, weisen jetzt auf fallende Kurse in den nächsten drei Jahren. Egal ob es Ihnen gefällt oder nicht, wir haben den Gipfel des gegenwärtigen Zyklus der Small-Cap Aktien entweder schon erreicht oder aber wir nähern uns diesem Punkt. Das Menetekel spricht bereits.
Während der letzten sieben Monate haben die schlimmsten Small-Cap Aktien (in Amerika auch unter dem Namen ‚garbage stocks’ (Müllaktien) bekannt) den Markt angeführt. Sie sind um 8,71% gestiegen, während grundlegend rechtschaffene Unternehmen um 18,8% fielen.
Diese Form des irrationalen Kaufens tritt immer am Ende einer Blasenphase auf – kurz bevor diese platzt. Die Leute gewöhnen sich daran, leichtes Geld zu machen. Sie vergessen die Grundlagen, solche Dinge wie Erträge, Vermögen, Wachstum und Preise. Stattdessen halten sie sich an Aktien, die viel versprechen, und nicht an wirkliche Unternehmen. Wie sonst könnte man erklären, dass Unternehmen wie Applica Inc. (APN:NYSE), CryoLive, Inc. (CRY:NYSE) und Xanser (XBR:NYSE) um 191%, 76% beziehungsweise 23% seit Beginn des Jahres gestiegen sind. Keines dieser Unternehmen erwirtschaftet irgendwelche Gewinne oder wirft Geld ab.
Liebe Freunde, übermäßiges Kaufen kann nur auf eine Weise ausgehen – schlecht. Erinnern Sie sich nur einmal an den Rumms bei den Dot.coms 2000. Es waren damals nicht Berkshire Hathaway, die innerhalb von 12 Monaten um 400% nach oben geboten wurden. Es waren die wertlosen Technologieunternehmen, die über keine wirklichen Unternehmen verfügten, die einen solchen Run auf die Aktien gerechtfertigt hätten. Und als den Leuten das schlussendlich aufgefallen ist, haben Millionen von Menschen 80%, 90% oder 100% ihrer Anlagen innerhalb von nur wenigen Monaten verloren.
Wenn auch der Small-Cap Sektor nicht in der gleichen Weise nach oben geboten wurde, wie die Nasdaq zwischen 1999 und 2000, dann ist er doch übermäßig aufgeblasen. Small-Caps werden als Bonus für den Rest des Marktes getradet. Und bei steigenden Zinssätzen, politischen Unruhen überall auf der Welt und Müllaktien in der Führungsposition, muss man vorsichtig vorgehen. Alle Warnzeichen weisen auf einen Verkauf.
Am 17. Juli veröffentlichte John Hussman (einer meiner Lieblingsgeldmanager) einen Aufsatz mit dem Titel: „Tornado Warnings“ (Tornado Warnungen). Er führte ihn ein, indem er sagte, „Tornados schlagen wahrscheinlicher zu, wenn eine Tornadowarnung in Kraft trat.“
Wenn bestimmte Situationen in der Atmosphäre vorherrschen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tornado zuschlägt, auf dramatische Weise an. Wenn diese Bedingungen für ihre Gegend gelten, dann wird eine Tornadowarnung ausgesprochen. Und wenn die Tornadowarnung ausgesprochen ist, dann müssen Sie sich vorbereiten... auf einen... nun ja, einen Tornado.
Natürlich bedeutet das Aussprechen einer Warnung noch nicht, dass der Wirbelsturm ihr Haus niederreißen wird. Aber dennoch ist es klüger, während dieser Zeit einige Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Man sollte zum Beispiel während einer Tornadowarnung Zuflucht in einem Kellerraum suchen. Man sollte sicherstellen, dass ausreichend Wasser und Lebensmittel für einige Tage vorrätig sind, falls die Zufahrtsstraßen unpassierbar werden. Und man sollte sicher sein, dass man einige Ersatzbatterien hat, so dass man die Nachrichten im Radio empfangen kann, selbst dann, wenn die Elektrizität ausfällt.
Das alles ist vernünftig, oder? Nun, die gleiche Logik gilt auch an den Märkten. Alle Zeichen weisen auf die Möglichkeit hin, dass ein Tornado über dem Small-Cap-Sektor niedergehen wird.
Jetzt ist also die Zeit, sich auf einen Abverkauf vorzubereiten. Jetzt ist es an der Zeit, die Gewinne der Small-Cap Aktien in ihrem Portfolio einzustreichen, die Sie nicht sorgenfrei weiter halten können, sollte der Markt innerhalb eines Jahres um 10%, 20% oder 30% fallen. Jetzt ist es an der Zeit darauf zu bestehen, in grundlegend rechtschaffene Unternehmen zu investieren, mit einem ganz hervorragenden Bilanzbogen, Tonnen von Bargeld, und Nischenprodukten oder –dienstleistungen die nicht in der Versenkung verschwinden, nur weil der Markt einmal Luft schnappen muss. Jetzt ist es an der Zeit, darüber nachzudenken, gute Aktien über Jahre, und nicht über Monate, zu halten.
Die Millionen-Dollar-Frage lautet jetzt natürlich: Gibt es irgendetwas im Small-Cap Sektor, das wert ist, heute noch gehalten zu werden? Gibt es diese grundlegend rechtschaffenen Unternehmen überhaupt.
Trotz all der Schlangengruben, die es auch gibt, ist die Antwort ein lautes und deutliches: „Ja“.
Im Small-Cap Sektor gibt es immer noch solide Unternehmen, in die man investieren kann. Vergessen Sie nicht, dass Zweidrittel aller Aktien am Markt eine Marktkapitalisierung von 1,5 Milliarden oder weniger haben. Und ein Drittel aller Wertpapiere haben eine Marktkapitalisierung von 250 Millionen Dollar oder weniger. Sie haben also die Zahlen auf Ihrer Seite. Das erklärt auch warum: 73% aller Aktien, die für KGVs von 10 oder weniger getradet werden, zum Small-CapSektor zählen, 93% aller Aktien, die für weniger als ihren Buchwert getradet werden, Small-Cap Aktien sind und 80% aller Aktien die für eine KGV von unter 1 verkauft werden im Small-Cap Sektor liegen.
Und wenn Sie nun diese Statistiken mit der Tatsache vergleichen, dass 50% dieser unterbewerten Small-Cap Unternehmen überhaupt nicht von den Analysten abgedeckt werden, dann gibt es immer noch zahlreiche Möglichkeiten, die wir im Small-Cap Sektor herausfiltern könnten.
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