Sky - eine Lehrstunde in Sachen: „Wie werfe ich Geld zum Fenster raus?
Cindy Bach in Insider Daily
vom 10. August 2010, 14:30 Uhr
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Von Kursen um 32 Euro je Anteilsschein sind aktuell gerade mal knapp ein 1 Euro übrig geblieben.
Das Dilemma ist schnell zusammengefasst: Die notwendige Zahl an Abonnenten für das Erreichen der Gewinnschwelle wurde bislang nie erreicht. Statt dessen stagnierten die Zahlen, ständig mussten Investorengelder ins Unternehmen geschossen werden. Der Höhepunkt: Nach drei Vorstandschefs innerhalb von nur eineinhalb Jahren, ständigen Finanzspritzen von Großaktionär und US-Medienmogul Rupert Murdoch und seiner News Corp. und der mittlerweile siebten Kapitalerhöhung arbeitet das Unternehmen noch immer nicht profitabel.
Und nach wie vor rechnet der Chef des tief in der Krise steckenden Bezahlsenders, Brian Sullivan, nicht mit einer schnellen Lösung der finanziellen Probleme. "Das ist nicht über Nacht zu erledigen. Es wird ein langer Weg", sagte er in einem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Sullivan zeigte sich aber zuversichtlich, dass der Sender nach der jüngsten Kapitalspritze Murdochs keinen weiteren Finanzbedarf hat. "Ich glaube, dass die 340 Mio. Euro, die wir jetzt bekommen, aus heutiger Sicht reichen werden, damit wir die nachhaltige Profitabilität erreichen."
Deutlich weniger rosarot sehen das die Experten vom BetaFaktor. Sie schreiben in ihrer aktuellen Einschätzung zu Sky: "Sky Deutschland ist schon wieder das Geld ausgegangen. Allein im Q2/10 hat Sky anscheinend bis zu 115 Mio. Euro verbrannt. Nur etwas mehr als ein halbes Jahr nach der letzten Kapitalmaßnahme sollen nun via Kapitalerhöhung und einer Wandelanleihe mindestens 340 Mio. Euro eingesammelt werden. Das ist ein ganz schönes Stück Holz. (...) Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Sky stagniert bei etwas über 2,5 Mio. Abonnenten - der Break-Even dürfte aber bei frühestens 2,8 bis 2,9 Mio. liegen. Unser Rat wie schon früher: Schauen Sie lieber von der Seitenlinie aus zu!"
Dem kann ich mich nur anschließen. Fundamental ist bei Premiere zu viel im argen. So viel sogar, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) nun angeblich schon über die Gründung eines eigenen Bezahl-Senders für die Spiel-Live-Übertragung nachdenkt. Wenn das umgesetzt würde, dann zöge man Sky den letzten festen Bestandteil an Boden unter den Füßen weg, der dem Bezahlsender geblieben ist.
Die Liga mache sich ernsthafte Sorgen, wie es auf Dauer mit Sky weitergehen wird, soll ein erfahrener Rechtehändler gegenüber dem "Handelsblatt" geäußert haben. Sky habe keine Überlebenschance, schloss der Rechtehändler seine Ausführungen. Das "Handelsblatt" berichtete weiter, dass bei der DFL bereits Notfallpläne ausgearbeitet werden. So sei von Insidern zu erfahren, dass zur Not ein eigener Bundesliga-Sender starten könnte. Zur Info: Sky Deutschland zahlt der DFL rund 240 Mio. Euro pro Saison für die Live-Fernsehrechte der ersten und zweiten Liga.
Ich wünsche Ihnen einen guten Handelstag.
Ihre
Cindy Bach
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Schrädobler (10.08. 2010 15:54 Uhr):
Die Sky-Aktie wird in Kürze auf ca. 50 Cent fallen, da die Abos viel zu teuer sind. Ausserdem werden die meisten interessanten Sportveranstaltungen ohnehin von kostenfreien Sendern übertragen.z.B.Formel 1 ,usw...
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