Skepsis lastet weiterhin auf dem Euro!
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 12. Februar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
"Brüsseler Komödie" heißt es bereits in den Medien! Oder, wie so oft: viel Gerede und nichts Konkretes von Seiten der politischen Entscheider zum Thema Griechenland!
EU-Hinhalte-Taktik führt zu Skepsis
Wie ich am Mittwoch schon schrieb: erst einmal Abwarten, was die EU-Spitzen tatsächlich zu sagen haben werden! Meiner Meinung nach, ist das grundsätzlich sowieso die beste Vorgehensweise, wenn von Seiten der Politik mal wieder etwas angekündigt wurde.
Obwohl...zu sagen hatten sie so einiges, die Europäer! Zum Beispiel, dass eine koordinierte Aktion vonnöten sei, um Griechenland, bei den Bemühungen seine Finanzen unter Kontrolle zu bringen, zu unterstützen (in Anlehnung an Kanzlerin Merkel). Luxemburgs Juncker setzt drastische Maßnahmen voraus (welche, kann niemand so genau beziffern), versichert aber, dass man wisse, welche Instrumente anzuwenden seien, falls die Notwendigkeit bestünde. Frankreichs Sarkozy (ganz optimistisch) freut sich schon über Transparenz und Solidarität.
Nun ja, was das alles heißen soll, weiß keiner, so lange die Finanzminister nächste Woche nicht konkrete Vorschläge beibringen! Doch ich möchte vorwarnen, liebe Finanzminister: die Marktteilnehmer, die sich aktuell wohl fragen was das ganze (entschuldigen Sie den Ausdruck liebe Leser) Geschwafel eigentlich soll, möchten zwar beruhigt werden, doch ein kompletter Bailout-Plan Griechenlands dürfte den Markt andererseits noch viel stärker erschrecken.
So bleibt die Skepsis und auf der anderen Seite wächst die Frage nach dem Warum? Bereits am Mittwoch wunderte ich mich darüber, dass man Griechenland nicht erst einmal die Zeit gibt die Probleme alleine zu lösen. Auf der anderen Seite kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen, dass die Euro-Staaten nun voller Freude sofort die Kassen für die Griechen öffnen. (zumindest hoffe ich das). Sollte also die Solidaritäts-Versicherung nur dem Zweck dienen, dem Markt eine Beruhigungspille zu verpassen, so ist das aber gründlich daneben gegangen. Vielmehr keimen nun noch stärkere Bedenken auf, ob Griechenland tatsächlich in der Lage sein wird, seine Finanzen alleine in den Griff zu bekommen. Oder anders ausgedrückt: schummeln die Griechen etwa immer noch? Und was ist mit anderen Staaten und deren finanziellen Problemen, wie Spanien oder Portugal? Wenn man einmal die (NO)- Bailout-Regeln aufweicht, wird man dann noch verhindern können, dass der Reihe nach auch alle anderen Staaten, die gleiche Hilfe einfordern?
Tja, es ist keine einfache Zeit für die EU-Staaten! Auf der einen Seite hatte der Markt zwar Solidaritäts-Bekundungen erwartet, welche zur Beruhigung beitragen sollten, auf der anderen Seite muss man aufpassen, dass man nicht die falschen Geister ruft, welche man am Ende nicht mehr los wird. Ein heikler Spagat!
Zu allem Überfluss stagniert nun auch noch das deutsche Wachstum
Und heute ging es dann auch noch weiter mit den trüben Nachrichten! Unerwarteter Weise stagniert das deutsche BIP-Wachstum im 4.Quartal 2009 bei 0,7%. Italiens Wirtschaft schrumpfte im selben Zeitraum um 0,2% und Spanien berichtet einen Wachstumsrückgang von 0,1%. Das lastet natürlich auf dem Eurozonen-Wachstum, welches ebenfalls einen Rückgang von 0,1% aufweist. Das ist natürlich noch nicht das Ende vom Aufschwung, wirkt aber gerade jetzt sehr düster und wirft auch nicht das allerbeste Licht auf etwaige hehre Rettungsziele!
Nach all dem gab es für den Euro natürlich nur noch einen Weg: den nach unten!
EUR/USD ist heute unter sein 8-Monats-Tief bei 1,3585 gefallen und notiert aktuell bei 1,3551. Die nächsten Unterstützungen ergeben sich im Bereich um 1,35 und 1,3480. Die nächsten Widerstände liegen im Bereich um 1,3626 und hernach 1,3690 und 1,3715.
Quelle:CFX-Broker

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