Skandal um Strauss-Kahn
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 16. Mai 2011, 08:30 Uhr
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wenn das tatsächlich stimmt, ist es ein Skandal erster Güte: IWF-Chef Strauss-Kahn soll am Samstag in einem New Yorker Luxushotel nackt über das Zimmermädchen hergefallen sein und versucht haben, die Frau zu Oralsex zu zwingen. Polizisten holten den Franzosen auf dem New Yorker Flughafen aus der ersten Klasse einer Air-France-Maschine - wenige Minuten vor dem Abflug nach Europa. Er war heute eigentlich in Berlin zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über die Schuldenkrise erwartet worden. Am Montag und Dienstag sollte Strauss-Kahn die Euro-Finanzminister treffen. Daraus wird aufgrund der Untersuchungshaft nun sicher nichts mehr.
Als Signal für den Niedergang der Führungseliten wertet das Wall Street Journal den Skandal. „Nach dem Zweiten Weltkrieg hat der Westen ein kollektiven Glauben entwickelt - den Glauben daran, dass wir keinen Adel, keine Generäle mehr benötigen und dass künftig Organisationen ihre Arbeit übernehmen. Doch diese befinden sich im Chaos." Man könne sich bereits ausmalen, mit welcher Wut Portugiesen, Griechen und andere auf die IWF-Lektionen über „moralische Pflicht" reagieren werden. Wie jetzt Strauss-Kahn und der IWF hätten viele Organisationen ihre Autorität verloren - und damit auch ihre Ordnung. Der Skandal ist jedenfalls Wasser auf die Mühlen derjenigen, die schon lange vermuten, dass die Welt von einem Haufen Perverser und Verbrecher regiert wird, was angesichts der Finanzkrise und ihrer Folgen auch nicht weiter verwundern kann.
In der Presse schießen derweil die Spekulationen um die Nachfolge des IWF-Chefs und die damit verbundenen, eventuellen Richtungsänderungen des IWF ins Kraut. Der Guardian aus London sieht gar die Reform des IWF weg von der Freien-Markt-Philosophie der Liberalisierung in Gefahr. Alles ist aber zur Stunde reine Spekulation. Die Kapitalmärkte reagieren zunächst mit leichten Abschlägen auf diese Verunsicherung.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lützenrath (16.05. 2011 09:22 Uhr):
CIA ??? - Grisham hätte neuen Stoff für einen Roman! -Lü-
Antworten - Kommentar von Frigo (16.05. 2011 10:20 Uhr):
Schon erstaulich, wie leicht manche Leute mittels Sexskandalen von der Bildfläche entfernt werden können. Ansange und Kachelmann passen schön in dieses Muster. Symphatie kann man indess für DSK, einem im Luxus schwelgenden Sozialisten kaum empfinden.
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