Sinkende Preise - sinkende Schiffe
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 28. Juli 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Stellen Sie sich das Gesicht von Leutnant George Morris vor. Am 8. März 1862 wurde sein Schiff - die USS Cumberland - ein Opfer von dem, was der Volkswirt Joseph Schumpeter kreative Zerstörung" nannte. Die Kreativität kam in der Form einer revolutionär neuen Technologie: Panzerschiffe. Die Zerstörung kam in Form von Kanonenkugeln, welche die arme Cumberland in Stücke schossen. Die Cumberland feuerte auch ihre Kanonen ab. Aber die Salven prallten von ihrem Gegner, der CSS Virginia, wie Wassertropfen von einem Entenbürzel ab.
Mein heutiges Thema ist nicht die Seekriegsführung. Auch nicht Geschichte, oder Metallurgie. Stattdessen ist es eine Sorge, die wohl nur Volkswirte betrifft. Wer sonst würde sich deswegen Sorgen machen. Es ist das Problem des zu viel".
Was ist die Kur für überschüssige" Kapazität? Fallende Preise. Jeder, der weder Lügner noch Idiot ist, weiß das. Das wirkliche Problem - aus Sicht der "Aktivisten" - ist weder Überschuss noch Mangel. Es ist Angst. Sie haben Angst, dass der Markt über die Preise ins Gleichgewicht kommt. Denn die Aktienkurse könnten die Hälfte ihrer Kurse verlieren. Die Immobilienpreise könnten weitere 20% verlieren. Banken und ganze Nationen könnten Pleite gehen.
Fallende Preise sind schmerzhaft. Aber es könnte schlimmer sein. Die Kapazitäten könnten auf andere Weise verringert werden. Panzerschiffe wurden von den Franzosen 1859 eingeführt. Das erste dieser Schiffe wurde La Gloire genannt. Die Briten entwickelten schnell ein eigenes Panzerschiff, ein Jahr später die Warrior". Aber es war in Amerika, an der Mündung der Chesapeake Bay, als die Welt das erste Mal ein Panzerschiff im Kampf sah.
Das Panzerschiff CSS Virginia schoss auf die USS Cumberland und den US-Kongress. Es zog sich in der Nacht zurück, nachdem es auch eine ganze Industrie zerstört hatte - die auf Holz basierende Schiffbau-Industrie. Am nächsten Tag kam das Panzerschiff der Konföderierten zurück, um die USS Minnesota fertig zu machen, die am vorigen Tag herumgefahren war. Auf dem Weg lag ein noch neueres und moderneres Schiff, die USS Monitor, mit zwei großen Kanonen und einem flexiblen Geschützturm. Die beiden feuerten drei Stunden lang gegenseitig auf sich. Keiner konnte die Entscheidung erzwingen.
In 48 Stunden war die Schiffbau-Kapazität zwei Mal zerstört worden. Bis dahin konnten alle Werften auf der Welt Schiffe der neuesten Generation bauen. Aber am 10. März 1862 gab es vielleicht gerade mal eine Wert, die das konnte.
Zunächst hatte das Panzerschiff Virginia die hölzernen Kriegsschiffe obsolet gemacht. Und dann hatte der technologisch noch fortschrittlichere Monitor eine ganz neue Ära gebracht. Es war nicht genug, ein Schiff mit Eisen auszukleiden. Das Schiff musste ein radikal neues Design erhalten, und es musste mit neuen Fähigkeiten und neuen Materialien zusammengesetzt werden. Plötzlich wurde Tag und Nacht gearbeitet...und die großen Eichen konnten sich ausruhen.