Sind 7.000 Punkte im DAX so undenkbar?
Daniel Wilhelmi in Profit Radar zum Thema Dax 30
vom 10. Februar 2009, 19:00 Uhr
ENL5454
Zu meinen Profit Radaren über die „Black Spots"-Theorie habe ich eine Mail von Herrn Franz K. erhalten, die ich Ihnen hier kurz vorstellen möchte. Denn sie faßt die Gedanken hinter der "Black Spot"-Theorie sehr gut zusammen:
"Sehr geehrter Herr Wilhelmi, die 7000 glaub ich nicht. Ich glaube die 3700 bei heftigen Volumina (der finale Ausverkauf) und dann bei langweiligen Volumina bis 4800 und dann mit heftigem Volumen bis 6250 (Plattform vor dem September 08 Sturz). Aktuell ist der Markt so volatil, fast irre. Franz K."
Zuerst mal gefällt mir sehr, dass sich Herr K. eine eigene Marktmeinung macht. Das sollten Sie alle tun. Immer. Und ich bin bei Teilen Ihre Prognose, Herr K., absolute bei Ihnen. Aber - und hier kommt die "Black Spot"-Theorie ins Spiel: Fast alle Institutionellen erwarten einen Sell-Off, bevor es nach oben geht.
Und damit ist es eher unwahrscheinlich, dass es so kommt. Wahrscheinlicher ist deshalb, dass etwas anderes passiert: Nämlich dass die Kurse schon jetzt massiv anziehen oder dass es im DAX nach einem kleinen Einbruch unter 4000 Punkte, den dann alle als Bärenfalle interpretieren, plötzlich noch weiter nach unten geht. Der Aktienmarkt macht nur sehr selten, was alle erwarten.
Niemand kann sich die 7.000 Punkte im DAX vorstellen. Und deshalb ist kein Fondsmanager und kein Privatanleger für einen solchen Anstieg positioniert. Was meinen Sie, wie die Fondsmanager ins Schwitzen kommen, wenn der DAX plötzlich in den kommenden Monaten vor dem Hintergrund der großen Konjunkturprogramme auf 5.000 Punkte und dann auf 5.500 Punkte ansteigt?
Dann werden die Fondsmanager richtig unter Performance-Druck kommen und dann kann sich sehr sehr schnell eine gewaltige Aufwärtsdynamik entwickeln, wenn die ganze geparkte Liquidität in den Markt drängt.