Simbabwe und die USA
Investors Daily
vom 19. August 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Letzte Woche ist in Simbabwe die Landeswährung deutlich gefallen – auf 6.000 Simbabwe-Dollar je US-Dollar. Vor ein paar Jahren lag das Verhältnis fast bei 1 zu 1.
Ich weiß, dass Sie jetzt denken, dass ich mich in einen hysterischen Zorn über die Situation in Simbabwe hineinschreiben werde – aber das werde ich nicht tun. Das geht in Simbabwe schließlich schon seit ein paar Jahren so, also was ist daran neu, he?
Ich möchte lieber über die Kraft des Goldes schreiben. Als der Simbabwe-Dollar (kurz: Z$) bei ca. 1 zu 1 zum US-Dollar stand, da kostete das Gold ungefähr 300 US-Dollar je Feinunze. Und wenn man damals ein heller Kopf in Simbabwe war und den Kollaps der Landeswährung korrekt voraussah, dann hat man clevererweise sein gesamtes Geld in Gold konvertiert. Dann hat man 300 Z$ pro Feinunze bezahlt. Natürlich hätte man sich dann vor Nachbarn und Familie zunächst lächerlich gemacht.
Aber heute – was ist eine Feinunze Gold heute wert?
Die Antwort: 1,8 Millionen Z$. Ein Investment, das man für 300 Z$ Kaufen konnte, ist jetzt 1,8 Millionen Z$ wert! Das klingt nach dem besten Investment seit Jahrzehnten!
Aber Vorsicht – das ist nur ein weiteres Beispiel der Illusion des Papiergelds. Ein Stück Brot, das früher 1 Z$ kostete, muss heute so um die 6.000 Z$ kosten – und das ist der Grund, warum die meisten Einwohner von Simbabwe hungern. Real gesehen ist man also nicht reicher geworden, wenn man den Reichtum in Broten misst. Aber Gold hat sicher geholfen, nicht ärmer zu werden! Und Leute, die der Papierwährung Z$ vertraut haben, SIND jetzt ärmer, und verzweifelt und hungrig.
Von Simbabwe über den kalten Atlantik in die USA, wo ich sehe, dass der US-Dollar fällt. Und der Goldpreis, gemessen in US-Dollar, steigt.
Warum? Hier ist die Antwort: Doug Noland, dieser brillante Analyst bei Prudent Bear, hat sich die Zahlen angesehen und das Fazit gezogen: "Die (amerikanische) Geldmenge hat sich seit Mai 1995 verdoppelt."
In wenig mehr als 8 Jahren verdoppelt. Das sind so um die 9 % Wachstum pro Jahr. Also die Geldmenge ist um 9 % pro Jahr gewachsen – und das Bruttoinlandsprodukt im Durchschnitt um weniger als 2 % pro Jahr. Das passt nicht gerade gut zusammen ...