Silber – die industrielle Nachfrage in 2011
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Silber als Geldanlage
vom 9. Februar 2011, 20:00 Uhr
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Nachdem wir uns gestern mit den Aussichten für das Edelmetall Silber in 2011 beschäftigt haben, möchte ich heute nun auf die Aussichten für das Industriemetall Silber in diesem Jahr zu sprechen kommen.
Die Industrie - nach wie vor der größte Silberverbraucher
Obgleich die Nachfrage nach Silber seitens der Investoren von Jahr zu Jahr deutlich wächst, trägt die Industrie nach wie vor den größten Anteil an der Gesamtnachfrage nach Silber. Rund 49% der Silber-Gesamtnachfrage entfallen auf die Industrie, rund 17% auf die Nachfrage seitens der Schmuckindustrie. Beide erweisen sich generell als konjunktursensitiv. So ist in den ersten beiden Jahren nach der Krise die industrielle Nachfrage zurückgegangen. Im vergangenen Jahr allerdings, mit dem Beginn der weltwirtschaftlichen Erholung, hat auch die industrielle Silbernachfrage wieder deutlich angezogen. GFMS schätzt, dass die Nachfrage seitens der Industrie in 2010 um 18% gegenüber dem Vorjahr gestiegen ist.
Mit diesem kräftigen Nachfrageanstieg ließen sich Nachfrageschwächen in anderen Sektoren, wie zum Beispiel in der Schmuckindustrie, wo die Nachfrage Schätzungen zufolge allerdings nur geringfügig gefallen ist und natürlich im Fotografie-Sektor deutlich ausgleichen. Ja, der Fotografie-Sektor...GFMS geht davon aus, dass die Nachfrage in diesem Sektor im vergangenen Jahr erneut um etwa 11% zurück gegangen ist. Das ist aber nichts außergewöhnliches, denn die Nachfrage seitens des Fotografie-Sektors (noch Anfang des Jahrtausends einer der stärksten Nachfragesektoren nach Silber) erweist sich, seitdem sich die Digital-Kameras durchgesetzt haben, natürlich schon seit Jahren rückläufig.
Zukunftstechnologien treiben langfristig die Nachfrage an
Denn wer jetzt glaubt, dass der stetige Nachfragerückgang seitens des Fotografie-Sektors die industrielle Nachfrage irgendwann generell zusammenklappen lassen müsste, der irrt!
Der springende Punkt ist, dass Silber ein Metall mit vielen besonderen Eigenschaften ist, wie beispielsweise der höchsten Wärme- und Stromleitfähigkeit und dem höchsten Reflexionsvermögen. Diese Eigenschaften machen das Metall gerade für den Einsatz in neuen Technologien interessant. So wächst der Verbrauch des Metalls in der Herstellung von Batterien und Katalysatoren. Silber wird in Notebooks, Handys und Kühlschränken eingesetzt und wir alle wissen, wie viele Handys und Notebooks wir in den letzten Jahren schon verbraucht haben. Und Batterien und Katalysatoren gehören zu einer modernen Gesellschaft ebenso dazu, wie die Photovoltaikbranche.
Gerade diese ist ein besonderer Knackpunkt, denn die Verwendung von Silber wird in dieser Branche immer wichtiger. Das liegt am außergewöhnlichen Reflexionsverhalten des Silbers. Mit Silber beschichtete Photovoltaik-Zellen reflektieren das Sonnenlicht um ein Vielfaches besser, als andere Stoffe. Dadurch erhöht sich der Wirkungsgrad der Anlagen. Momentan wird der Silberbedarf dieser Branche auf etwa 1.500 Tonnen pro Jahr geschätzt.
Doch eine Studie der Bundesregierung geht davon aus, dass schon in 20 Jahren fast 80% der weltweiten jährlichen Silberförderung allein in diesen Zukunftstechnologien verschwinden werden.
Ich glaube mehr muss ich dazu gar nicht mehr sagen, allein der letzte Satz sagt genug über die langfristigen Aussichten für die industrielle Nachfrageentwicklung aus. Diese wird weiter steigen und in diesem Zusammenhang rückt vor allem China in den Fokus...
Sehen wir uns diesen Fokus im 2.Teil genauer an....